Foodwatch kritisiert Ilse Aigner

1. Dezember 2012, 13:56 Uhr

Das Bundesverbraucherministerium plant neue Vorschriften, damit Mineralöl-Rückstände aus Verpackungen nicht in Lebensmittel gelangen. Die Organisation Foodwatch fordert strengere Maßnahmen.

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In der Schokolade von Adventskalendern sind Rückstände von schädlichen Mineralölen und ähnlichen Stoffen gefunden worden©

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner vorgeworfen, zu zögerlich gegen Mineralölrückstände in Lebensmitteln vorzugehen. Nach der Veröffentlichung eines Tests der Stiftung Warentest am Montag sei der Ministerin "wieder eingefallen", dass bei ihr seit mehr als zwei Jahren eine Verordnung zu Grenzwerten in der Schublade liege, kritisierte Foodwatch-Vizegeschäftsführer Matthias Wolfschmidt am Donnerstag. Den Verbrauchern hätten die krebsverdächtigen Substanzen, die nicht nur in Adventskalendern steckten, längst "erspart" werden können.

Aigners Ministerium hatte zuvor mitgeteilt, derzeit mit anderen Ressorts, den Ländern und der Wirtschaft zwei Verordnungsentwürfe abzustimmen. Dabei geht den Angaben zufolge um eine Mineralöl-Verordnung, die Höchstmengen für Rückstände von Mineralölen in Lebensmittelverpackungen aus Recycling-Papier vorsieht, und eine Druckfarben-Verordnung. Diese soll den Einsatz von mineralölhaltigen Farben beim Bedrucken von Lebensmittelverpackungen künftig verbieten. Ziel sei es, "diese Regelungen so bald wie möglich auf den Weg zu bringen und in der Praxis umzusetzen", erklärte das Ministerium.

Höchstmengen für krebsverdächtige Stoffe?

Foodwatch kritisierte, dass im Entwurf der Mineralöl-Verordnung von "Höchstmengen" für krebsverdächtige aromatische Kohlenwasserstoffe die Rede ist. In einer vorherigen Fassung des Text habe es noch geheißen, dass solche Substanzen "nicht nachweisbar" sein dürften, erklärte Wolfschmidt. Die "Höchstmenge" bei aromatischen Kohlenwasserstoffen dürfe aber nur bei "Null" liegen, forderte er. "Denn unbedenkliche Mengen gibt es hier nicht." Zugleich rief Foodwatch die Behörden auf, "unverzüglich zu handeln und die Verbraucher nicht weiter mit dem Hinweis auf Grenzwerte zu vertrösten".

Die Stiftung Warentest hatte am Montag einen Test veröffentlicht, in dem sie in den Schokostückchen aus 24 Adventskalendern Rückstände aus Mineralölen und ähnlichen Substanzen nachwies. In neun Kalendern enthielten die Schokostücke laut Stiftung sogar besonders kritische Stoffe, und zwar aromatische Mineralöle. Wahrscheinlich stammen die Öle aus dem Verpackungskarton. Dieser wird laut Stiftung häufig aus Recycling-Papier hergestellt, das mit mineralölhaltigen Farben bedruckt ist.

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