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22. September 2005, 10:40 Uhr

Die kleinen Gärtner vom Amazonas

Ameisen im Regenwald am Amazonas töten mit einem selbst produzierten Pflanzenvernichtungsmittel gezielt bestimmte Pflanzenarten ab.

Gezielt injizieren Regenwald-Ameisen Gift in Pflanzen, um diese zu verdrängen© Picture-Alliance

Damit können sie ihre Umgebung für die eigene Ausbreitung optimieren. Das haben Wissenschaftler um Megan Frederickson von der Universität von Kalifornien in Stanford herausgefunden. Wissenschaftler hatten seit langem gerätselt, wie es im Amazonasgebiet zu den so genannten Teufelsgärten kommt. Diese bestehen aus Monokulturen der Pflanze Duroia hirsuta, die im extremen Gegensatz zur Artenvielfalt des umgebenden Regenwalds stehen. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher im Fachmagazin "Nature" (Bd. 437, S. 495, doi:10.1038/437495a).

Die Ameisen sichern die Ausbreitung ihrer Gastpflanze

Der Legende zufolge werden die Teufelsgärten von bösen Waldgeistern gepflegt. Die Wissenschaftler fanden nun jedoch heraus, dass es lediglich die Ameisen der Art M. schumanni sind, die die Teufelsgärten anlegen. Sie kolonisieren die hohlen Stämme der Pflanze Duroia hirsuta und sorgen dafür, dass sich keine anderen Pflanzenarten in der Nachbarschaft ansiedeln. Auf diese Weise fördern sie die Ausbreitung ihrer Gastpflanze und sichern den Ausbau und Fortbestand der Kolonie - mit Erfolg: Die Wissenschaftler schätzen, dass der älteste Teufelsgarten im Beobachtungsgebiet an die 800 Jahre alt ist. Jeder Garten wird von einer einzigen Ameisenkolonie besiedelt und aufrechterhalten. Es kann sich dabei um bis 3 Millionen Arbeiterameisen und 15 000 Königinnen pro Kolonie handeln.

Das Rätsel um die Teufelsgärten lösten die Wissenschaftler, indem sie Schößlinge einer gewöhnlichen Amazonaszeder in bestehende Teufelsgärten pflanzten. In einigen Gärten entfernten sie die Ameisen der Art M. schumanni, in anderen ließen sie ihnen freien Lauf. In den Gärten, in denen die Ameisen nicht ausgeschlossen wurden, attackierten sie die Schößlinge der Amazonaszeder geradewegs und injizierten ihr Ameisengift, beobachteten die Forscher. Schon nach wenigen Stunden war der Gewebetod des Blattes an einer Schwarzfärbung zu erkennen und binnen einiger Tage waren sämtliche Blätter der Pflanze abgestorben. Die Wissenschaftler haben damit zum ersten Mal beobachtet, wie Ameisen ihr Gift, das unter giftbildenden Ameisen durchaus verbreitet ist, gezielt als Pflanzenvernichtungsmittel einsetzen.

DDP

 
 
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