Autobahnraser Verfahren gegen Drängler


Ab Anfang Februar steht ein Versuchsingenieur von DaimlerChrysler vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, den Tod von einer jungen Mutter und ihrem Kind verursacht zu haben.

Der mutmaßliche Autobahndrängler von Karlsruhe, der im Juli 2003 den Tod einer jungen Mutter und ihres Kindes verursacht haben soll, muss sich ab 9. Februar vor dem Amtsgericht Karlsruhe verantworten. Dies teilte ein Gerichtssprecher am Montag mit. Für das Verfahren seien sechs Verhandlungstage vorgesehen. Dem 34-jährigen Versuchsingenieur von DaimlerChrysler wird laut Staatsanwaltschaft fahrlässige Tötung, Fahrerflucht und fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs zur Last gelegt.

Der Mann bestreitet früheren Angaben zufolge eine Verwicklung in den Unfall, bei dem am 14. Juli auf der Autobahn 5 zwischen Karlsruhe und Bruchsal eine 21-Jährige und ihre zwei Jahre alte Tochter getötet worden waren. Laut Anklage wollte der Mann mit dem 476 PS starken Mercedes-Benz Cl 600 Coupe den vor ihm fahrenden Kleinwagen der jungen Frau mit etwa 220 bis 250 Stundenkilometern überholen. Ohne die notwendige Sorgfalt sei er bis auf wenige Meter an den Kleinwagen auf der dreispurigen Autobahn herangefahren, um an diesem noch auf dem äußersten linken Rand der linken Fahrspur vorbeifahren zu können. Wegen des Fahrmanövers des Versuchsingenieurs habe die junge Frau das Steuer ihres Wagens nach rechts gezogen und dann gegengesteuert. Ihr Wagen sei ins Schleudern geraten und gegen mehrere Bäume geprallt. Die junge Frau und das Kind waren sofort tot.

Ein Gutachten konnte keine Berührung der beiden Fahrzeuge feststellen. Schon am 25. August 2003 war dem DaimlerChrysler-Mitarbeiter der Führerschein vorläufig entzogen worden. Dagegen hatte er keinen Widerspruch erhoben.


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