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BMW 6er Cabrio: Neuairöffnung

Wer Coupé sagt, muss auch Cabrio sagen. Schon bei der Präsentation des BMW 645 Ci haben sich viele daran gestört, dass man sich als stolzer Besitzer unter einem Blechdach verstecken muss.

Wer Coupé sagt, muss auch Cabrio sagen. Schon bei der Präsentation des BMW 645 Ci haben sich viele daran gestört, dass man sich als stolzer Besitzer unter einem Blechdach verstecken muss. Dieser Makel ist ausgemerzt, im Frühjahr 2004 kommt die offene Version des 6ers.

Coupé oder Cabrio. Für welchen 6er würden Sie sich entscheiden?

Was fehlt? Frischluft!

Wer mit dem 645 Ci über die Landstraße fegt, kann kein allzu unglücklicher Mensch sein. Der 2+2-Sitzer sieht höllisch gut aus, geht ab wie die Feuerwehr und klebt auf der Straße wie ein Formel-1-Bolide. Was fehlt? Frischluft. Die Klimaanlage das Luxus-Sportlers leistet gute Arbeit und kann doch das wahnsinnige Gefühl nicht ersetzen, wenn einem der Fahrtwind die Schuppen vom Kopf saugt.

80.000 Euro Grundpreis

Das weiß man auch bei BMW und zeigt bereits auf der Detroit Motor Show die offene Version des feurigen Bayern. Das 6er Cabrio soll ab Frühjahr 2004 bei den Händlern um Kunden werben, "die mit dem Offenfahren ihrem persönlichen Lebensstil Ausdruck verleihen". Soso. Müßig zu erwähnen, dass man sich ohne das nötige Kleingeld seinen persönlichen Lebensstil in die Haare schmieren kann. 80.000 Euro sollte man übrig haben. Mindestens. Das sind 8.000 Euro mehr, als BMW für ein 6er Coupé in Rechnung stellt.

Verkehrssünder benutzen verbotenerweise den Standstreifen.

Versenkbare Heckscheibe

Das Geld ist gut angelegt. Das Cabrio hält mit seinem zugeknöpften Bruder auf der Straße locker mit und hat außerdem noch eine coole Stoffmütze im Kofferraum. Mit elektrischer Hilfe in wenigen Sekunden geschlossen, macht der offene 6er auch mit Dach eine prima Figur. Das liegt vor allem an der senkrecht stehen Heckscheibe, die das Verdeck in zwei schmale Streifen teilt. "Finnen" nennt BMW die Stoff-Fetzen, die den harmonischen Übergang des Daches zum Heck gewährleisten. Das hintere Guckloch kann noch mehr. Wer trotz geschlossenem Verdeck zugfrei belüftet werden möchte, kann die Glas-Heckscheibe wie eine Art senkrecht stehendes Schiebedach in der Trennwand des Kofferraums versenken.

Für adäquaten Vortrieb ist gesorgt. Auch im Cabrio orgelt der bekannte Achtzylinder mit 333 PS, der 450 Newtonmeter auf die hinteren Schlappen stemmt. Das reicht für den 0-100-Sprint in 6,2 Sekunden und elektronisch abgeregelte 250 Sachen Spitze. Wer bei 80.000 Euro noch Reserven hat, sollte unbedingt in die Aktivlenkung und das aktive Fahrwerk "Dynamic Drive" investieren. Für 3.600 Euro Aufpreis geht es dann ohne Lenkrad-Kurbelei und Seitenneigung so schnell durch die Kurven, dass man sich anschließend gleich einen Termin beim Zahnarzt geben lassen kann. Um seine Zahnfüllungen wieder festzufummeln.

Jochen Knecht
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