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Gigafactory Tesla stoppt vorübergehend Produktion in Grünheide – Unmut in der Belegschaft wächst

Tesla Y Modelle stehen auf einem Gelände der neuen Gigafactory in Grünheide
Tesla Y-Modelle stehen auf einem Gelände der neuen Gigafactory in Grünheide. Der Autobauer stoppt vorübergehend die Produktion.
© Jochen Eckel / Imago Images
Der Elektroautobauer Tesla stoppt an diesem Montag in seiner Fabrik in Grünheide für zwei Wochen die Produktion. Die Fabrik soll gewartet, Produktionsabläufe sollen verbessert werden. Derweil nimmt der Unmut in der Belegschaft zu.

Tesla spricht von üblichen Betriebsferien in dem Werk, das erst im März offiziell eröffnet wurde. Nach Angaben der IG Metall wurde das den Beschäftigten schon vor längerer Zeit angekündigt.

Das Werk ist die einzige europäische Fabrik von Tesla-Chef Elon Musk. Das Unternehmen will dort einmal mit 12.000 Mitarbeitern 500.000 Elektroautos im Jahr herstellen. Doch die Produktion ist noch im Aufbau. Kürzlich hatte Musk bestätigt, dass 1000 Autos in der Woche gebaut werden. Bis zum ersten Quartal 2023 sollen es nach dpa-Informationen 5000 sein. Die zweiwöchige Produktionspause solle zur Wartung der Fabrik genutzt werden, hieß es. So sollen Qualitätsprobleme behoben werden.

Wie das Portal "Teslamag" berichtet, soll der Produktionsablauf soweit beschleunigt werden, dass ein Fahrzeug an jeder Station nur noch 30 Sekunden verbringt. Bisher sind es drei Minuten. Darüber hinaus könnte Tesla mit der Fertigung von Antrieben beginnen, welche bislang aus China geliefert werden.

Der Produktionsstopp dürfte für Einige unerwartet kommen. Denn Tesla eröffnete die Gigafactory gerade mal vor knapp vier Monaten. Zwar ist die Fabrik mit inzwischen 5000 Beschäftigten mittlerweile der größte Industriearbeitgeber der Hauptstadtregion, dennoch läuft dort nicht alles rund. Erst vor Kurzem hatte CEO Elon Musk die Gigafactory als "gigantische Geldverbrennungsöfen" bezeichnet und warnte wegen der anhaltenden Lieferkettenprobleme vor einer möglichen Konzerninsolvenz. Werkferien sind allerdings nicht unüblich und kommen selbst etwa bei Volkswagen vor. In Berlin und Brandenburg sind seit vergangener Woche ohnehin Sommerferien.

Tesla: Löhne führen zu wachsendem Unmut

Indes berichtet die IG Metall von Unmut in der Belegschaft, und das trotz einer von Tesla angekündigten Lohnerhöhung um sechs Prozent. Hintergrund sei, dass neu eingestellte Mitarbeiter heute mehr Geld bekämen als Einsteiger vor einigen Monaten, sagte Gewerkschaftssprecher Markus Sievers Ende vergangener Woche. Das wiederum gehe auf zunehmende Probleme zurück, Fachkräfte zu finden. "Aktive IG-Metaller aus der Belegschaft berichten uns, dass der Unmut darüber in der Belegschaft nach wie vor groß ist", erklärte Sievers.

In Bezug auf die angekündigte Lohnerhöhung sagte er gegenüber dem "Tagesspiegel": "Fest steht: Tesla bleibt auch mit dieser Anhebung deutlich unter dem Niveau des Flächentarifvertrages der Metall- und Elektroindustrie." 

Quellen: dpa, Tagesspiegel, Teslamag

nk DPA

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