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60 Jahre Ford Transit: Biographie mit sieben Millionen Seiten

Der Ford Transit feiert seinen 60. Geburtstag. Passend zum Jubiläum überfuhr er am 20. Juni dieses Jahres die Sieben-Millionen-Marke.

Er ist ein Verkehrsteilnehmer der ganz besonderen Art. Der Ford Transit ist seit nunmehr 60 Jahren ein fester und vor allem großer Bestandteil des Verkehrsbildes. Jeder kennt ihn, viele sind schon in ihm gefahren worden, doch nur wenige kennen seine Geschichte. Eine Geschichte, die mittlerweile über sieben Millionen Seiten hat. Denn am 20. Juni dieses Jahres entließ Ford-Chef Alan Mulally im chinesischen Transit-Werk Nanchang mit einem dicken Schmatzer das sieben Millionste Transit-Exemplar auf die Straßen dieser Welt. Die ersten Seiten der Transit-Geschichte stammen aus dem Jahr 1953. Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt stand mit dem FK 1000 der Urvater des Transporters. Der mit einer Nutzlast von 1.000 Kilogramm ausgestattete Ford aus Köln, daher der Name, ist in Zusammenarbeit mit dem Heilbronner Karosseriebetrieb Drauz entstanden. Sein Markenzeichen war der feinmaschige, leicht trapezförmige Kühlergrill und eine große, einteilige, stark gewölbte Windschutzscheibe.

Für den Antrieb sorgte ein 28 kW / 38 PS starker Vierzylinder-Benzinmotor mit 1,2 Litern Hubraum, den er sich mit dem Weltkugel-Taunus, dem Taunus 12 M, teilte. Der wegen seiner Höchstgeschwindigkeit von 95 Kilometern pro Stunde Eilfrachter genannte FK 1000 stand auf Wunsch mit vier Gängen, 15 Zoll großen Rädern und einer Klimaanlage zur Verfügung. Letztere sorgte allerdings nur für heiße Luft, denn sie war eine einfache Heizung. Den 4,30 Meter langen FK 1000 gab es als Kastenwagen, Pritsche, Kombi und als achtsitzigen Bus. Sein zulässiges Gesamtgewicht betrug. 2.050 Kilogramm. Er galt anfänglich als guter Freund der Werkstätten, denn nach 1.500 Kilometern musste das Öl gewechselt und zweimal im Jahr das Kühlwasser abgelassen und der Kühler durchgespült werden. Beachtlich war schon von Beginn an das Ladevolumen. 5.000 Liter passten in den eckigen Ford. Dies war unter anderem ein Grund, warum exakt 1.021 Exemplare im Anlaufjahr vom Band liefen. Die Tagesproduktion von anfänglich 13 Einheiten wuchs bis 1964 auf 145.

Im Jahr 1961 tauchte zum ersten Mal der Name Transit in der Nomenklatur des Hauses Ford auf. Der Taunus Transit war geboren. Das Spitzenmodell war ein achtsitziger Bus mit Luxusausstattung und schicker Dachrandverglasung. Der Taunus Transit 1500 fuhr mit einem 1,7 Liter großen Benzinmotor aus dem Taunus 17 M und 44 kW / 60 PS ausschließlich mit zwillingsbereifter Hinterachse vor. Gleichzeitig wich die Lenkradschaltung in allen Taunus Transit-Modellen der Mittelschaltung. Nach zwölf Jahren und 255.832 gebauten Exemplaren endete im Jahr 1965 seine Laufbahn. Mit dem Redcap, Rotkäppchen, begann im gleichen Jahr eine neue Zeitrechnung. Am 9. August läuft der erste Ford Transit vom Band. Auf Grund verschiedener Transit-Generationen und -Zählweisen zwischen deutschen und britischen Transits bildete dieser Zeitpunkt offiziell die Stunde null. Die knappe Viertelmillion zuvor ist daher lediglich als Vorwort zu sehen. Zwei Dachhöhen, zwei Radstände und 18 Türkombinationen sorgten von Anfang an für ein breites Angebot. Das Ladvolumen betrug zwischen fünf und 10,5 Kubikmetern auf bis zu 5,18 Metern Länge. Vom FT 600 bis zum FT 1750 standen sechs Gewichtsklassen zur Wahl, wobei FT für Ford Transit steht. Angetrieben wurden sie ausschließlich von Vierzylinder-V-Motoren mit bis zu 63 kW / 85 PS. Neben Handwerkern haben sich zu diesem Zeitpunkt besonders türkische Gastarbeiter über das Ladevolumen gefreut, die im Sommer über den Autoput durch das damalige Jugoslawien in Richtung Heimat und auch wieder zurück gereist sind.

1966 begann ein weiteres großes Kapitel in der Transit-Geschichte: Mit dem Generationswechsel hielt der Dieselmotor Einzug unter der Haube. Sechs Jahre später war er auch in Deutschland erhältlich. Zudem änderte sich erneut die Nomenklatur insofern, als dass einfach die letzte Ziffer entfiel. Aus einem FT 1000 wurde zum Beispiel ein FT 100. Das Spitzenmodell war im Jahr 1976 der FT 190. 1971 startete das Kapitel der Supervans. Angefangen mit dem im Kleid eines Transit Supervan steckenden Ford GT40 mit 294 kW / 400 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 242 Kilometern pro Stunde, gipfelte die Supervan-Historie in der dritten Generation mit 480 kW / 650 PS. Ein V8-Motor aus der Formel 1 mit 3,5 Litern Hubraum sorgte für mächtig Vortrieb. Die nächste Generation des Straßen-Transit folgte im Jahr 1978 und beinhaltete Modelle vom FT 80 bis hin zum FT 190. Eine kuriose Statistik sorgte unterdessen in England für Schlagzeilen: Die britische Polizei stellte fest, dass in den 1970er Jahren bei Banküberfällen mit beteiligten Fahrzeugen zu 95 Prozent Transits zum Einsatz kamen. Über sieben Nutzlastvarianten vom FT 80 bis zum FT 190 verfügte die im Januar 1986 präsentierte nächste Transit-Generation. Zur besseren Abgrenzung tragen die Bus-Varianten des Transits ab dem Jahr 1994 den Vornamen Tourneo. Parallel zum neuen Ford Transit nahm Ford das Campingfahrzeug Nugget ins Programm mit auf. Die neueste Nugget-Generation ist dieses Jahr auf dem Caravan Salon in Düsseldorf zu sehen.

Mit der Einführung des neuen Transits im Jahr 2000 bekam die Modellreihe zum ersten Mal einen Frontantrieb verpasst. Die Versionen der höheren Gewichtsklassen wurden aber auch weiterhin von den Hinterrädern angetrieben. Nicht nur das Jahrtausend wechselte in diesem Jahr den Namen, sondern auch die Modellbezeichnungen. Die Ziffern im Namen bezeichneten ab sofort nicht mehr die Nutzlast, sondern das zulässige Gesamtgewicht. Drei Radstände und eine Variante mit verlängertem Überhang sowie Fahrzeuglängen ab 4,83 Metern standen nun zur Wahl. Sechs Jahre später erschien bereits die nächste Transit-Generation. Innovative Umsätze wie ein wasserdichter und wiederaufladbarer Zündschlüssel sowie zahlreiche Ablage- und Abstellmöglichkeiten im Cockpit verliehen ihm Pkw ähnliche Züge. Erstmals im Angebot war eine dritte Antriebsart: Allrad. Neben den ersten Schwerlast-Transits FT 350 HD und FT 460 HD sorgte ein 7,4 Meter langer Transit XXL für Aufmerksamkeit. Das aus zwei Transit Tourneo kombinierte Einzelstück wies einen Radstand von 5,90 Metern Länge auf. 2009 wurde mit dem Transit Connect BEV das Elektrozeitalter-Kapitel eingeläutet.

Das vorerst letzte Kapitel in der 60 jährigen Geschichte des Ford Transit beginnt im kommenden ersten Quartal des Jahres 2014. Der neue Transit wird mit einem Gesamtgewicht von bis zu 4,7 Tonnen erhältlich sein, das Ladevolumen wird bis zu 15,1 Kubikmeter betragen. Der in drei Radständen und Längen sowie drei verschiedenen Dachhöhen angebotene Transit wird der größte und gleichzeitig schwerste Transit der Geschichte.

Press-Inform / pressinform
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.