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Audi A3 1.6 TDI: Sparen, bis der Arzt kommt

Bei der Sparfahrt "Efficiency Challenge", auf der Audi 20 seiner Autos zehn Tage lang und über 4000 Kilometer weit durch Europa treibt, fährt auch das neue Ökomodell A3 1.6 TDI mit. Stern online saß bei der ersten Etappe in Norwegen hinter dem Lenkrad des Wunderdiesels – und fuhr gleich Verbrauchsrekord.

Von Michael Specht

Sie muss irgendwie defekt sein, diese verdammte Tanknadel. 200 Kilometer geht es auf der norwegischen E6 bereits durch Wälder und Gebirge, entlang der Fjorde und über den Polarkreis gen Süden. Doch das kleine rote Ding regt sich nicht, steht wie fest geklebt noch immer auf "Voll". Eine Antwort liefert der Bordcomputer, der einen Durchschnittsverbrauch von 3,2 Liter pro 100 Kilometer anzeigt. Somit fehlen gerade mal 6,4 Liter im Tank. Zu wenig, um die Nadel zu bewegen. Ebenso unglaublich ist die Anzeige der restliche Reichweite: 1520 Kilometer.

Bei solchen Werten reiben sich die mitgereisten Motoren-Ingenieure auf der "Efficiency Challenge" von Audi natürlich die Hände. Die Entwicklung des neuen Vierzylinder-Diesels, der sein Debüt demnächst im Golf BlueMotion haben und danach auch Polo und Audi A3 antreiben wird, scheint sich gelohnt zu haben. Den Normverbrauch gibt das Werk mit 3,8 Litern an, was einem CO2-Ausstoß von nur 99 g/km entspricht. Außerorts sollen es gar 3,4 Liter sein (die wir unterboten haben) und selbst im schluckfreudigen Stadtverkehr drückt die Common-Rail-Pumpe nicht mehr als 4,7 Liter je 100 Kilometer in die Brennräume – wohlgemerkt stets gemessen nach den realitätsfernen Labormethoden der europäischen Kommission in Brüssel.

Ohne Hightech und Feintuning keinen niedrigen Verbrauch 3,8 Liter. Bei Porsche ist dies der Hubraum des neuen 500 PS starken 911 Turbo. Bei Audi steht diese Zahl für das derzeit sparsamste Modell in der gesamten Produktpalette. Zum Händler rollt der Knauser-Audi im Januar 2010. Offizielle Preise gibt es noch keine. Gemunkelt wird aber was von 23.500 Euro. Wie beim Golf BlueMotion so bedurfte es auch beim A3 1.6 TDI einiger technischer Tuningstricks, um die psychologische CO2-Marke von 100 Gramm zu knacken. So erhielt Audis Kompaktmodell unter anderem Leichtlaufreifen, ein Stopp-Start-System und eine längere Getriebeübersetzung. Letztere senkt im fünften und höchsten Gang das Drehzahl- und Geräuschniveau. Außerdem ist die Lichtmaschine elektronisch so geschaltet, dass sie in Schubphasen und beim Bremsen Strom gewinnt (Rekuperation), beim Beschleunigen dagegen nur im Leerlauf mitdreht und so dem Motor nicht zur Last fällt.

Am meisten kann der Fahrer sparen

Doch trotz aller technischen Kniffe, das größte Spritsparpotenzial sitzt nach wie vor hinter dem Lenkrad. "Bis zu 30 Prozent sind fahrerabhängig", weiß Audis Spar- und Fahrtrainer Kai-Uwe Jochims und gibt den Teilnehmern der Öko-Rallye auch gleich ein paar Tipps mit auf den Weg: vorausschauende Fahrweise, frühes Hochschalten, wenig Bremsen, viel Rollen im Leerlauf, Schwung nutzen. Solch ein Fahrstil hat natürlich Auswirkungen aufs Tempo: Man ist stets zu langsam, was in Deutschland fast einer kriminellen Handlung gleichkommt. Wer traut sich hier schon, im höchsten Gang mit 1200 Umdrehungen und Tempo 65 über die Landstraßen zu zockeln und einen Trucker im Nacken zu haben? In einem extrem dünn besiedelten Land wie Norwegen geht das wunderbar. Ohnehin ist hier außerorts meist nur Tempo 60 bis 80 erlaubt und Übertretungen werden empfindlich, teils mit bis zu 900 Euro Bußgeld bestraft.

Ein Arzt ist immer dabei

Derartige Rahmenbedingungen zwingen förmlich alle Teilnehmer der "Efficiency Challenge" zum Streicheln des Gaspedals, ersticken aber auch jeden Anflug von Fahrspaß im Keim. Auf der 410 Kilometer langen Tagesetappe von Harstad nach Mo i Rana konnten wir den Minimalverbrauch des Audi 1.6 TDI von 3,2 Litern dadurch zwar bis ins Ziel halten. Allerdings unter Schmerzen. Das rechte Bein drohte immer wieder zu verkrampfen, bedingt durch die über Stunden konstante Fußposition. Derlei Zipperlein und andere "Kollateralschäden" können sich die Spritsparer jedoch behandeln lassen. Audi nahm vorsorglich einen Arzt mit auf die zehntägige Europa-Tour.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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