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Audi R8 Spyder: Offene Kampfansage an Ferrari

Extrovertierte Gigolos und Halstuch tragende Grauschläfen kriegen ein neues Sommerspielzeug, den Audi R8 Spyder mit V10-Motor und 525 PS. Ein Preis von über 150.000 Euro macht den offenen Zweisitzer zum teuersten Audi aller Zeiten.

Von Michael Specht

Prinzipiell haben die Audi-Leute ja richtig gedacht und für die erste Fahrvorstellung ihres neuen Super-Roadsters R8 Spyder die Cote d’Azur gewählt. Schließlich cruisen hier unten, zwischen Monte Carlo und Saint Tropez, den ganzen Sommer lang Europas extrovertierte Gigolos und reich beerbte Söhne mit ihren röhrenden Roadstern durch die Gegend. Doch die Straßen entlang dieses Stückes Mittelmeer sind nicht nur hoffnungslos überfüllt, sondern auch gespickt mit Radarfallen. Zudem hocken die Gendarmen, bewaffnet mit Laser-Pistolen, hinter Kuppen und Kurven. Da bleiben nicht viele Gelegenheiten, dem PS-Boliden die Sporen zu geben.

Fahren in seiner schönsten Form

Die 313 km/h, mit denen Audis offener Superflitzer angeblich unterm Fahrtwind hindurch huschen kann, müssen wir somit ungeprüft glauben. Doch auch in niederen Tempobereichen zwischen 70 und 100 km/h lässt sich gut erfahren, was in dem Neckarsulmer Alu-Racer steckt. Besonders im dritten und vierten Gang. Wenn es über leicht kurvige Landstraßen geht, ist der R8 in seinem Element, scheint förmlich am Asphalt zu kleben. Lenkung und Bremsen reagieren direkt und genau so, wie man es von solch einem Sportwagen erwartet. Ebenso das Gas. Jeder Tritt wird spontan in Vortrieb umgesetzt, begleitet von einem angenehm kernigen, aber nicht zu lauten Sound. Der metallische Ganghebel flutscht so knackig und mit exakt dem richtigen Widerstand durch die offene Schaltkulisse (wie bei Ferrari), dass jeder Gangwechsel eine Freude ist. Man merkt dem R8 Spyder an, dass ihn Leute entwickelt haben, deren Ziel gewesen sein muss, den perfekten Roadster auf die Räder zu stellen.

Verglichen mit der Konkurrenz ein Schnäppchen

Lange drei Jahre mussten Fans auf den offenen R8 warten. 2007 debütierte das Coupé und parkt heute in den Garagen der Reichen, selbstbewusst neben Ferrari, Porsche oder Aston Martin. Bei manchen wird jetzt der Spyder hinzukommen – als Spielzeug Nummer fünf. Geld ist dabei kein Thema, eher ein Anreiz. Denn schließlich markiert der R8 Spyder mit einem Listenpreis von 156.400 Euro die derzeitige Spitze der Audi-Produktpalette. Ein Topmodell topless. Vergleicht man aber den luftigen Herrn der Ringe mit den Preisen seiner Gegner Ferrari 458 Spider oder Lamborghini Gallardo LP 560-4 Spyder, so könnte der Audi fast Schnäppchen durchgehen. Für Frau oder Freundin bliebe sogar ein schicker A3 übrig.

Striptease in 19 Sekunden – auch bei Tempo 50

Optisch geriet der Spyder noch eine Spur eleganter als das R8-Coupé. Zum einen, weil die großen, farblich abgesetzten Seitenbeplankungen (Blades) fehlen, zum anderen, weil Designer Stefan Sielaff dem Auto eine äußerst harmonische und knappe Mütze aufsetzte. Vollautomatisch öffnet und schließt das Verdeck innerhalb von 19 Sekunden. Bedenken, an der roten Ampel den Striptease nicht zu ende bringen zu können, entfallen: Das Gestänge operiert bis Tempo 50. Lässiger lassen sich der Regen nicht aussperren oder die Passanten beeindrucken. Im geschlossenen Zustand liegt das dick gefütterte Stoffdach so passgenau an, dass Windgeräusche auf ein Minimum reduziert werden. "Bei 130 km/h sind wir nur unwesentlich lauter als das Coupé, bei hohem Tempo leiser als alle Wettbewerber", verspricht Projektleiter Armin Kappler. Wer trotzdem verstärkt den kernigen Sound der Top Ten im Heck hören möchten, braucht nur mittels zweitem Schalter auf der Mittelkonsole die Heckscheibe herunterzufahren.

Schub aus jeder Lebenslage

Dass der Spyder insgesamt gut 100 Kilogramm mehr wiegt als das Coupé, ist im Alltag nicht zu spüren. Wen wundert’s? Um nur 3,3 Kilo muss sich jedes der 525 PS kümmern. Das Resultat sind nicht nur die akademischen 4,1 Sekunden von null auf 100 km/h, sondern bedeutet auch eine faszinierende Schubkraft, selbst bei schaltfauler Fahrweise. Schon kurz über Leelaufdrehzahl stehen in Audis Rennroadster 250 Newtonmeter Drehmoment auf Abruf, knapp die Hälfte des Maximalwertes. Für einen bis zu 8500 Umdrehungen hoch preschenden Zehnzylinder ist das sein sensationeller Wert.

Schade nur, dass sich das Kraftpaket nicht auch optisch so bestaunen lässt wie im R8 Coupé. Denn über den Mittelmotor spannt sich beim Spyder in voller Breite der Verdeckkastendeckel. Und wer die kleine Klappe dahinter öffnet, sieht hauptsächlich den Luftfilterkasten. Männer also, die gewöhnlich geöffnete Motorräume umlagern wie Teenies die Popgruppe Tokio Hotel, dürften beim R8 Spyder – zumindest in dieser Beziehung – nicht auf ihre Kosten kommen.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.