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BMW 1er Cabrio: Renner unterm goldenem Vlies

Eine wahre Flut von Cabrios und Klappdachcoupés drängt auf die Straßen. Aber keiner reitet so auf der Welle wie das neue 1er Coupé von BMW. Ein Wagen für die Leidenschaft und günstig obendrein. Zumindest, wenn man ihn mit dem 3er Cabrio vergleicht.

Von Gernot Kramper

Der Geist der Marke BMW zeigt sich im sportlichen 3er. So konnte man vor einem Jahr durchaus denken. Doch dann startete die 1er-Reihe mächtig durch. Zunächst schlug das Sport-Coupé alle diejenigen in Bann, die es fahren durfte. Als nächste Baureihen-Verlängerung kommt das Cabrio - und dieses Mal ist ein richtiges Cabrio mit einem Dach aus Stoff, kompakten Maßen und einem unglaublichen Fahrgefühl.

Einsteigen, um abzufahren

Zwei große Trends beherrschten den Fahrzeugmarkt der letzten Jahre, der eine heißt Frischluft, der andere Breitreifen mit Allrad. Auf beiden Felder ist BMW aktiv und erfolgreich. "Offene Autos gehören zur Tradition", sagt man da gern, wenn es auch nicht stimmt, kam BMW doch relativ spät zum Kreis der Frischluftanbeter hinzu. Dafür werden inzwischen etwa 80.000 offene BMW's im Jahr zugelassen. Der 1er wird diese Zahl tüchtig wachsen lassen, bei ihm handelt es sich nicht um ein halbgares Einsteiger-Modell, sondern um ein leidenschaftliches Auto, dem man im Nullkommanichts verfallen kann.

Klassisch und knackig

Das 1er-Cabrio startet mit 28.550 Euro. Dafür sieht es schon sehr lecker aus und es fährt auch Sucht gefährdend. So kann der offene 1er dem 3er durchaus den Rang ablaufen. Der kann bei einer bestimmten Klientel mit seinem Klappdach punkten und bietet deutlich mehr Raum auf der Rückbank. Zwei Gelegenheitsgäste nimmt der 1er allerdings auch gut auf und bei ihm kann man einige tausend Euro entweder einsparen oder aber in mehr Leistung und Ausstattung investieren. Die klassische Stoffmütze wissen sportliche Fahrer zu schätzen, Fahrer, die ein echtes Cabrio wollen und keine selbstöffnende Limousine. Sehr schön, dass sonnenhungrige Fahrer nicht auf endlose Rotphasen warten muss, dieses Verdeck beendet den Schließvorgang auch noch bei Tempo 50. Zurückgeklappt macht sich das Stoffdach angenehm schlank, so wird das Heck des Fahrzeugs knackig und muss nicht endlos aufgebläht werden. Mit 305 Litern – geöffnet 260 Litern – ist das Ladeabteil ausreichend groß. Auf Reisen stehen ja auch noch die Rücksitze zur Verfügung. Denn längere Strecken wird man kaum zu viert zurücklegen wollen. Designer Rice lobt an den kuscheligen Rücksitzen die "kokonartige Geborgenheit" – ein Genuss, den man sich ein halbe Stunde zumuten kann.

Nimm doch sechs

Der offene 1er ist ohnehin ein Fahrerauto und Insassen auf den Rücksitzen nur Ballast. Das Cabrio wurde zwar um 12 Kilogramm schwerer als das Coupé, bleibt aber ungeheuer agil. Die BMW-Zutaten Heckantrieb und rasiermesserscharfe Lenkung machen das Fahren zum einzigartigen Genuss. Wer ähnliches erleben will, muss sonst deutlich teurer einkaufen. Ob der offene A3 da mithalten kann, darf bezweifelt werden. Bei den Motoren jedenfalls nicht, hier steigt Audi bei 200 PS aus, bei BMW geht es rauf auf 305 PS. Für Sparfüchse gibt es den 120d mit Commonrail-Diesel, Start-Stopp-Automatik, Bremsenergie-Rückgewinnung und 177 PS. Er fährt 222 km/h Spitze, bei einem Durchschnittsverbrauch von etwa fünf Litern. Wer es sich leisten kann, sollte den 125i in Betracht ziehen. Mit gewaltigem Sound leistet der Sauger 218 PS. Röhren und Blubbern inklusive. In 6,8 Sekunden geht es von 0 auf 100 km/h und erst bei 238 km/h ist Schluss. Als Norm-Verbrauch werden 8,1 Litern Super angegeben. Noch stärker ist nur der Doppelturbo des 135i mit 306 PS.

Neue Nettigkeiten

Als innovatives und aufpreispflichtiges Detail sei ein spezielles Leder erwähnt. Fürs Auge schwarz, reflektiert es die unsichtbaren Sonnenstrahlen und heizt daher weniger auf. Man verbrennt sich nicht mehr so leicht die Haut, wenn der Wagen in der Mittagssonne abgestellt wurde. Ebenfalls extra kosten metallische Fäden im Verdeck. Die solide Stoffmütze bekommt so eine chargierende Farbe, glitzert geheimnisvoll und sieht so wertvoll aus, wie sie teuer ist.

Der kleine Bruder

Nein, billig ist der offene 1er nicht wirklich. Eher kann man davon sprechen, dass die 1er-Reihe einen Beitrag leistet, die Marke BMW bezahlbar zu halten. 8000 Euro günstiger und 150 Kilo leichter – da können viele Interessenten des 3er-Cabrios ins Grübeln kommen. Das sollten sie auch. Für 28.550 Euro gibt es den praktisch nackt ausgelieferten BMW 118i. Der Diesel 120d kostet 33.500 Euro. Der stramme 135i Cabriolet kostet atemraubende 43.700 Euro, attraktiv ist hier der 125i als Alternative. Für 36.200 Euro Einstiegspreis bietet er mehr Fahrleistung, als man verkraften kann.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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