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BMW 5er Gran Turismo: Der pralle Luxusbayer

Mit dem 5er Gran Turismo leistet sich BMW den Luxus eines gewagten Crossovers – und will damit angeblich das Reisen neu definieren.

Von Michael Specht

Eines muss man den BMW-Leuten ja lassen. Wenn es um die Erschließung neuer Fahrzeugsegmente geht, haben sie stets den richtigen Riecher gehabt – einmal abgesehen von dem überdachten Motorroller C1. Trotz anfänglicher Kritik wurde beispielsweise der Geländewagen X5 ein Riesenerfolg und in der Folge zu einer ganzen Familie (X-Baureihe) ausgebaut. Gleiches gilt für BMWs Einstieg in die Kompaktklasse. Den Einser gibt es heute als Drei- und Fünftürer, als Coupé und Cabrio. Und selbst der in Deutschland als "Protzkarre" und "CO2-Schleuder" gescholtene X6 verkauft sich wie geschnitten Brot.

Nun wagen die Münchener Autobauer ein neues Projekt. Der 5er Gran Turismo soll vereinen, was man bislang auf drei verschiedene Baureihen verteilt hatte. Für Fahrkomfort steht der Siebener, für Variabilität und Alltagsnutzen der Fünfer-Kombi, für die höhere Sitzposition der Geländewagen X5. Laut BMW ist der 5er Gran Turismo der "Erste seiner Art", der diese Dinge vereint. "Sie finden kein vergleichbares Konzept auf dem Markt", sagt Vertriebsleiter Karsten Engel und hofft, möglichst viele Kunden von der "süddeutschen Konkurrenz" abzuwerben. Weltweit will BMW jährlich 50.000 Einheiten verkaufen. Eine ambitionierte Zahl, zumal die Bedeutung des Autos als Statussymbol in Zukunft weiter schwinden soll. Diesen Trend erkannte in einer Studie jüngst das Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC). Pessimisten prophezeien der fünf Meter langen und zwei Tonnen schweren Kreuzung aus Limousine, Kombi, Coupé und SUV gar das gleiche Schicksal, wie es der Großraumlimousine Mercedes R-Klasse widerfährt.

Big ist beautiful

Denn auch der 5er Gran Turismo ist – das verrät schon sein Name – als Langstreckenfahrzeug konzipiert. Ein wenig gewöhnen muss man sich an die Proportionen des dicken Bayern. Mit 1,55 Meter überragt er den Fünfer-Kombi um sechs Zentimeter. Den langen Radstand (3070 mm) hat der 5er GT vom Siebener übernommen. Entsprechend komfortabel rollt er ab, entsprechend fürstlich sitzt es sich im Fond. Die Beinfreiheit ist gigantisch. Besonders, wenn zuvor die Rücksitze ganz nach hinten geschoben wurden. Für genügend Luft nach oben haben die Entwickler eine tiefe Mulde im Dachhimmel ausgespart, die selbst von dem riesigen Panorama-Glasdach nicht beeinträchtigt wird. "Der 5er Gran Turismo soll das Reisen neu definieren", sagt Projektleiter Hans-Jürgen Branz. Ob tatsächlich Erwachsene längere Strecken dort verbringen, darf allerdings bezweifelt werden. Das wäre ja nur denkbar, wenn ein Chauffeur am Steuer sitzt oder vier Erwachsene auf Reisen gehen.

"Einzigartiges" verspricht BMW auch beim Thema Variabilität. Zugang zum Gepäckraum erhält man entweder über einen kleinen Kofferraumdeckel oder aber die gesamte Heckklappe mit Scheibe schwingt nach oben. Eine ähnliche Technik besitzt allerdings auch der Skoda Superb. Dennoch, praktisch ist die Lösung allemal. Bei umgelegten Sitzlehnen (gegen Aufpreis elektrisch zu betätigen) lässt sich jetzt selbst ein Mountain-Bike in den 5er GT einladen. BMW gibt das maximale Ladevolumen mit 1700 Liter an, minimal sind es 440 Liter.

Erfolg beim Spritverbrauch

Mehr als 80 Prozent der Kunden werden sich nach BMW-internen Prognosen den 5er Gran Turismo mit Dieselmotor ordern. Eine Nebenrolle dagegen spielen somit der Dreiliter-Benziner mit 306 PS (trotz gründlicher Überarbeitung) und der 4,4-Liter-V8 mit 407 PS. Der Selbstzünder bildet mit 55.200 Euro nicht nur den preislichen Einstieg in die neue Fünfer-Welt, sondern verwöhnt auch mit souveräner Laufkultur und hoher Wirtschaftlichkeit. 245 PS und 540 Newtonmeter Drehmoment harmonieren bestens mit der neuen und serienmäßigen Achtgangautomatik, die sanft und nahezu unmerklich die Gänge wechselt. Und wer sich beim Gasgeben ein wenig zurückhält dürfte auch in die Nähe des EU-Normverbrauchs kommen, den BMW mit 6,5 Liter je 100 Kilometer angibt. Weniger Diesel verbraucht in dieser Klasse derzeit keiner.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.