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Cabriovergleich: A4 vs. S4: Bläserduett

Audi hat sein A4-Cabrio aufgefrischt. Und damit bekommt der Potenzprotz S4 Konkurrenz aus eigenem Hause. Denn der neue Dreiliter-Diesel ist der Sportversion dicht auf den Fersen. Grund genug für einen Vergleich der beiden Oben-ohne-Stars.

Als letzte Audi-Modellreihe bekommt nun auch der offene A4 eine - leichte - Modellpflege. Der mittlerweile bekannte Singleframe-Grill und Rückleuchten im A3-Stil unterscheiden das Modelljahr 2006 äußerlich von seinen erfolgreichen Vorgängern.

Ansonsten hat sich optisch nur wenig getan. Bis auf das neue Lenkrad präsentiert sich der elegante Audi auch innen im gewohnt hochwertigen Outfit. Carsten Schmidt, Produktmanager der Cabrioreihe, weist denn auch lieber gleich auf versteckte Verbesserungen hin: "Das Fahrwerk wurde grundlegend verändert. Der neue A4 ist durch Elemente von S4 und A6 verwindungssteifer als bisher. Auch das ohnehin sehr gute Stoffdach wurde überarbeitet - es ist leiser und nun bis 30 km/h zu öffnen."

Doch die wirklich großen Neuerungen finden sich unter der Motorhaube. Einstiegsmodell A4 1.8 T und Topmodell S4 blieben unverändert im Programm. Zusätzlich gibt es den 2.0 TFSI mit 200 PS, einen 3,2-Liter-V6 mit 255 PS und zwei neue Dieselaggregate mit zwei und drei Litern Hubraum.

Besonders der Topdiesel 3.0 TDI quattro macht im A4 Cabriolet eine grandiose Figur und kratzt am Thron des einst übermächtigen Sportboliden S4. Der leistet nach wie vor 344 PS und 410 Nm. Doch der Power-Selbstzünder 3.0 TDI faucht schon in seinem Nacken. 233 PS und 450 Nm (ab 1.400 U/min) sorgen für sportlichen Vortrieb in allen Fahrsituationen. Zum Glück bieten beiden Konkurrenten serienmäßig einen quattro-Antrieb - sonst hätten ihre Piloten Probleme, Leistung und Drehmoment sicher auf den Asphalt zu bekommen. Die üppige Motorleistung ist gut angelegt. Schließlich ist das Ingolstädter Cabriolet mit knapp 1,8 Tonnen kein Leichtgewicht.

Das 233 PS starke Dieselaggregat mit Partikelfilter überrascht zudem mit einem extrem niedrigen Geräuschniveau und einer satten Leistungsentfaltung. 0 auf 100 km/h in 7,3 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 242 km/h lassen den noch straffer gefederten S4 nur noch mit Mühen davonfahren. Der wird bei 250 km/h jäh eingebremst, obwohl er bis Tempo 280 laufen könnte.

Ein Motorradfahrer will kräftig angeben und blamiert sich heftig.

Der größte Unterschied zwischen A4 und S4 liegt im Motorklang. Der bullige Achtzylinder mit seinen 4,2 Litern Hubraum bollert gerade bei offenem Dach prächtig und lässt einen immer wieder gerne eine Spur zu spät hochschalten. Dieser Klang - einfach ein Genuss. Auf dem Gebiet hat der Diesel keine Chance. Zudem macht das Fahrwerk des S4 keinen Hehl daraus, dass man in einem Sportwagen unterwegs ist: Bremsen und Fahrwerk sind tadellos.

Bei der Schaltung hat man die Qual der Wahl zwischen Sechsgang-Handschaltung und Tiptronic. Beides passt gut. Doch mit der automatisierten Version fahren sich beide Varianten entspannter. Einzig die Lenkung gibt Anlass zur Kritik. Gerade beim S4 könnte sie eine Spur direkter sein.

Eine Klasse für sich ist das Stoffdach. Fahrer und Passagiere genießen bei geschlossener Mütze das geringe Geräuschniveau. Die Dachbedienung bis Tempo 30 sorgt für Sicherheit beim Ampelstart in der sonnendurchfluteten City.

Beim Verbrauch trennen die beiden Sportskanonen Welten. Der Dreiliter-Diesel kommt bei flotter Fahrweise mit neun bis zehn Litern Diesel aus. Der grollende Achtzylinder des S4 hat einen Riesendurst: Er verbraucht im Autoalltag mindestens 15 Liter SuperPlus - bei Spaß an der Freud gern auch ein oder zwei Schluck mehr.

Die technischen Daten sprechen klar für das Audi A4 Cabriolet mit 3.0-TDI-Motor. Es leistet sich - abgesehen von der nicht gerade üppigen Serienausstattung - keine Schwäche. Wenn er noch den Klang des S4 hätte - alles wäre perfekt. Doch so gewinnt der grandiose Diesel in jedem Fall schon mal die Kopfwertung. Die Herzwertung geht jedoch ebenso eindeutig an den strahlenden S4 - allein schon des satten Klanges wegen.

Bei den Preisen zeigen beide kaum Zurückhaltung: Das Audi A4 3.0 TDI Cabrio kostet ab 43.400 Euro - inkl. so sinnvoller Extras wie Leder, Xenonlicht und Navigation knackt man allerdings deutlich die 50.000-Euro-Grenze. Der offene S4 spielt preislich noch eine Liga höher: Mit gleicher Ausstattung kostet er rund 65.000 Euro.

Pressinform / PRESSINFORM
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