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Neuer BMW X6: Macho-Maschine ohne Mitbewerber

Der neue X6 streift sein Image als Rüpel ab und wirkt eleganter als zuvor. Noch immer verkörpert er PS-Kult und Protz in Reinkultur. Die Käufer freut es, der X6 ist der Goldesel von BMW.

Inzwischen gibt es jede Menge SUVs, nur der BMW X6 geht ohne echte Konkurrenz in die zweite Generation. Sein Rezept war und ist einfach: Untenrum ein breiter SUV, obendrauf ein Coupé. Dieser wilde Mix verkaufte sich seit der Premiere 2008 über 260.000 Mal.

Optisch wirkt die neue Version kraftvoll, bullig und etwas weniger aufdringlich als sein Vorgänger. Dabei ist der X6 noch weiter gewachsen. Er ist 3,2 Zentimeter länger, 0,6 Zentimeter breiter und 3,3 Zentimeter höher als sein Vorgänger. Mit 4,91 Meter finden nun auch großgewachsene Passagiere hinten genügend Kopffreiheit. Zudem ist das Kofferraumvolumen um 75 Liter angewachsen. Die Rücksitzlehne kann im Verhältnis 40:20:40 geteilt umgelegt werden und schafft Platz für 580 Liter bis 1525 Liter Gepäck. Da muss mancher Kombi passen.

Wie bisher ist der X6 nicht für Sparnaturen gedacht. Es wird keinen Vierzylinder geben. Zum Einsatz kommen ausschließlich Sechs- und Achtzylinder. Und stets werden alle vier Räder angetrieben. Das Topmodell unter den selbstzündenden X6-Versionen ist der ab dem 6. Dezember auf den Markt kommende M50d. Bis zu 20 Zoll große Leichtmetallfelgen, von 285er Reifen ummantelt, wollen flott bewegt werden. Dafür steht dem Fahrer des ab 87.300 Euro teuren Allradlers ein 3,0 Liter großer Sechszylinder-Dieselmotor zur Verfügung. 381 PS und bis zu 740 Newtonmeter werden aus dem dreifach aufgeladenen Triebwerk herausgekitzelt. Bis zu 250 Kilometer pro Stunde ist der 2.260 Kilogramm schwere X6 schnell, der Sprint bis Tempo 100 ist nach 5,2 Sekunden vorüber. Wer es ganz sachte mit dem Gaspedaleinsatz angehen lässt, schafft laut BMW einen Spritverbrauch von 6,6 Litern, was einem CO2-Ausstoß von 174 Gramm pro Kilometer entspricht. In der Praxis fordert der X6 eine andere Gangart heraus und will dann entsprechend gefüttert werden.

Zwei Tonnen flott bewegt

Mit dieser Motorisierung bietet der über zwei Tonnen schwere Koloss jede Menge Fahrspaß. Dank seiner elektromechanischen Servolenkung, die präzise und auf Wunsch sehr direkt fungiert, wird auf den Millimeter genau manövriert. Gleichzeitig sorgt die Fahrwerksabstimmung auch bei sportlicher Kurvenfahrt für eine hinterachsbetonte Fahrweise. Dadurch ist der neue X6 wesentlich wendiger und sein Drang zum Untersteuern wird unterbunden. Grundvoraussetzung für die sportliche Gangart ist der Fahrerlebnisschalter: Hier kann man zwischen den Programmen Eco Pro, Comfort, Sport und Sport+ wählen. Vor allem der Schritt vom gemütlichen und auch für lange Strecken ausreichend gedämpften Comfort-Modus zum Sport-Modus ist deutlich spürbar.

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Konkurrenz rollt langsam an

Da passt es, dass der Tank ganze 85 Liter Diesel in sich aufnehmen kann. So bleiben auch bei flotter Fahrweise Kilometer an Restreichweite übrig. Wer will, kann den X6 auch als Zugmaschine einsetzen - etwa für Turnierpferde. 3,5 Tonnen Anhängelast und ein elektrisch schwenkbarer Kugelkopf stehen zur Verfügung.

Bislang war der X6 allein in seinem Segment. Mit dem MLC von Mercedes wird er bald einen echten Konkurrenten bekommen. Das defensivere Design des neuen Müncheners dürfte ihm beim Kampf mit dem Mercedes aber helfen, weil der X6 nun doch deutlich eleganter und weniger pubertär und protzig aussieht.

Gernot Kramper mit Agenturen
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