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Fahrbericht: Mazda MX-5 2.0 MZR: Gib mir was, das bleibt

In Krisenzeiten freut man sich über Autos, die einen noch nie enttäuscht haben. Mazdas Dauerläufer MX-5 etwa. Der hat jetzt auch eine Automatik. Doch sonst wurde beim Facelift nur wenig verändert – zum Glück.

Also gut, der Kofferraum des MX-5 ist wirklich nicht groß. Schon mit zwei Trolleys ist das Gepäckabteil überfordert. Und das Cockpit wirkt trotz sauberer Verarbeitung ein wenig plastiklastig. Doch ansonsten ist und bleibt MX-5 die perfekte Roadster-Formel: Drehfreudige Motoren, niedriges Gewicht, Hinterradantrieb, knackige Schaltung, direkte Lenkung, idiotensichere Verdeckbedienung. Während andere Roadster-Piloten rechts ran fahren müssen, damit das Verdeck seine Bastelstunde abhalten kann, entriegelt man das Stoffhäubchen des Mazda mit zwei Handgriffen und wirft es mit Schwung nach hinten. Und für Kleinkram gibt es immer noch genügend Staufächer an Bord.

Seit 20 Jahren ist der MX-5 zwar immer wieder überarbeitet, aber im Grunde seines Herzens nie wirklich verändert worden. Die geliftete Frontschürze macht die Optik des Wagens noch ein wenig sportlicher, mit etwas Feinschliff an der Karosserie wurde die Dynamik verbessert. Der Zweiliter-Vierzylindermotor (118 kW/160 PS) hat eine neue geschmiedete Kurbelwelle und dreht jetzt höher. Das laufruhige Aggregat macht den Mazda schön spritzig und lässt sich vor allem in Verbindung mit einem Sechsganggetriebe schaltfaul fahren. Selbst im Schneckentempo kommt man im zweiten Gang gut zurecht und muss dem Motor nicht durch Herunterschalten auf die Sprünge helfen.

Die Sechsgang-Version hat außerdem einen Sound-Verstärker an Bord, der beim Gasgeben, wenn sich die Drosselklappe öffnet und Luft angesaugt wird, über spezielle Kanäle ein helles, kräftiges Röhren in den Innenraum weiterleitet. Das klingt zwar nicht ganz so imposant wie bei Porsche oder Maserati, sorgt aber für wohliges Kribbeln auf der Haut.

Erstmals mit Automatik

Der 2.0 MZR beschleunigt in 7,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h (Automatik: 8,5 Sekunden), mit dem elektrisch versenkbaren Hardtop-Dach an Bord dauert es ein paar Zehntel länger. Das Basismodell 1.8 MZR (93 kW/126 PS) benötigt fast 10 Sekunden für den Spurt von 0 auf 100, aber die Fahrspaß-Einbußen im Vergleich zum stärkeren Motor sind gering. Kurvenjäger werden mit dem Zweiliter-Aggregat wahrscheinlich glücklicher, doch spritzig und agil ist das leichte Basismodell allemal.

Nachdem seit 2007 schon das optionale Hardtop-Verdeck zu haben ist, bringt der aufgefrischte MX-5 ein weiteres Komfortextra: Erstmals ist Mazdas Roadster in Europa mit einem Automatikgetriebe zu haben. Die Beschleunigung ist etwas schlechter als beim Handschalter, doch eine Anfahrtsschwäche gibt es mit dem 6-Stufen-Automat nicht. Der Gangwechsel geht sowohl beim Herauf- als auch beim Herunterschalten flott und ruckfrei vonstatten. Der Fahrer kann mit Schaltwippen am Lenkrad jederzeit eingreifen.

Beim Kickdown dreht der Motor bis über 6000 Touren, bevor das Getriebe hochschaltet. Auch wenn die Automatik einen guten Job macht und deutlich agiler ist als der träge Automat im Mazda 3 - mit Handschaltung an Bord ist der Fahrspaß im MX-5 einfach größer. Denn kaum eine Schaltung ist so knackig kurz und gut abgestimmt wie die Mazda-Box mit fünf (optional sechs) Gängen. Der Durchschnittsverbrauch bewegt sich zwischen 7 Litern pro 100 Kilometer (1.8 MZR) und 7,9 Litern (2.0 MZR Roadster-Coupe mit Automatik, alles Werksangaben).

Kommt Konkurrenz von VW?

Der MX-5 kostet als Roadster mindestens 22.000 Euro, als Roadster-Coupé 24.400 Euro (126 PS). Mazda erwartet, dass sich mehr als 40 Prozent der Käufer für das Klapp-Hardtop entscheiden werden. Das günstigste Zweiliter-Modell (160 PS) steht mit 24.000 Euro und Fünfgangschaltung in der Liste.

Sonderausstattungen sind nur in Paketen zu haben. Aber wer braucht schon eine Klimaautomatik, ein ausgefeiltes Soundsystem oder automatische Reifendruck-Kontrolle in einem Spaßroadster? Eine Lederausstattung mit Sitzheizung dagegen kann beim Ganzjahresbetrieb nicht schaden, doch es gibt sie nur zusammen mit anderen Extras in Paketen zwischen 1200 und 2100 Euro.

Freiluftvergnügen für zwei bekommt man auch billiger. Zum Beispiel mit dem Daihatsu Copen (17.990 Euro) oder dem Mitsubishi Colt CZC (17.490 Euro). Doch eigentlich läuft der MX-5 als hinterradgetriebener Sportflitzer außer Konkurrenz. Der Audi TT Roadster 1.8 TFSI (118 kW/160 PS) ist ab 30.800 Euro zu haben, der Alfa Spider 2.2 JTS (136 kW/185 PS) ab 33.750 Euro, den hinterradgetriebenen BMW Z4 gibt es mit 150 kW/204 PS erst ab 35.900 Euro.

Eine echte Konkurrenz für Mazdas Geburtstagskind könnte der in Detroit präsentierte Mittelmotor-Roadster von VW werden – wenn er denn in Serie geht. Denn in der Weltwirtschaftskrise dürfte das Spaßauto auf Wolfsburgs Prioritätenliste nicht gerade nach oben rutschen.

Sebastian Viehmann / pressinform / PRESSINFORM
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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