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Ford Focus ST: Fanfare Colonia

Mehr Spaß geht nicht. Der Focus ST ist der Kracher unter den sportlichen Kompakten. Der orange Blitz unter dem Hintern macht gute Laune auch im Morgenstau.

Im Reigen von OPCs und GTIs ist er der Spaßweltmeister. Fords Focus ST macht nicht auf gepflegten Gran Tourismo, sondern feiert unverhohlen die wahren Werte der Rabaukenfraktion. In den Kerndisziplinen wilde Spoler, grelle Frabe und heißer Sound hat der ST die Nase vorn. Freunde des gepflegten Understatements müssen sich einen anderen Untersatz suchen. Und natürlich wird ab Werk kein Schnörkelposer auf die Strecke geschickt, dafür sorgt schon der kernige Fünfzylindermotor. Dass das Triebwerk eigentlich von Volvo kommt, sollte einen nichts stören. Immerhin konnte Ford noch fünf PS mehr rausholen. In 6,8 Sekunden auf 100 und eine Höchstgeschwindigkeit von 241 km/h sprechen für sich, den Normverbrauch von 9,3 Litern kann man natürlich vergessen, etwa elf Literchen sind praxisgerecht.

Orange ist Pflicht

Dafür besticht der Motor in jeder Lebenssituation. Man kann ihn wegen seines früh einsetzenden maximalen Drehmoments extrem schaltfaul fahren oder aber die Töpfchen auf über 6000 Umdrehungen hochjagen. Mit 225 PS ist der Kölner nicht so stark motorisiert wie R 32 mit 250 PS oder auch der Astra OPC mit 240 PS. Für den normalen GTI reicht es aber aus, ein Grundpreis von 24.200 Euro ist auch ein Wort. Ernsthaft sollte man etwa 30.000 Euro kalkulieren, Recaro-Rennsitze und die sündhaft teure Speziallackierung in Kracher-Orange sind einfach Muss.

Grip und Lage

Im Alltag macht der Ford dafür wahnsinnig viel Spaß, sein ausgezeichnetes Fahrwerk versprüht gesunde Härte, da rumpelt es auch schon mal und Schlaglöcher schlagen durch, dafür ist nicht jedes Fahrgefühl in Komfort ertränkt. Der ST wurde um eineinhalb Zentimeter tiefer gelegt, Federn und Dämpfer sind merklich strammer, vorn gibt es auch stärkere Bremsen. Das Zusammenspiel der Komponenten kann sich sehen lassen, überraschend stabil bringt der Frontantriebler die Kraft des Motors auf den Asphalt. Eine direkte Lenkung, Spurtreue auch in extremen Kurven und ein "tolerantes" ESP machen das Package perfekt.

Lustiges Zeigerwackeln

Innen wurde ebenfalls "Sport" aufgetragen, Lenkrad, Instrumente und Pedale haben einen eigenen Stil. Der schwarze Dachhimmel wirkt brandgefährlich, man kann sich fühlen wie auf der Rallye. An Kleinigkeiten wie Lenkradsatelliten von Dimensionen, die zu einem LKW passen würden, gewöhnt man sich. Kurios wirken auch die Zusatzinstrumente auf dem Armaturenbrett, die über Ladedruck und Druck und Temperatur des Öls informieren. Mehr was für Spielkinder, die den Ladedruckzeiger im Roten sehen wollen.

Fanfare Colonia

Als Sport-Variante eines Standart-Kompakten besteht man mit dem ST alle Abenteuer des Alltags. Hinten kann man gut und klassengerecht sitzen. Schwupps lässt sich die Rückbank umlegen und ein Fahrrad verstauen. Zumindest solange man nicht in einen Überollkäfig investiert. Dabei werden die typischen Büro- und Einkaufsfahrten zum kleinen Abenteuer. Denn jede abruptere Bewegung wird von sattem Sound orchestriert. Damit es ordentlich etwas auf die Ohren gibt, wurde in den ST ein Höhrrohr eingebaut, das die Fahrgastzelle direkt mit dem Lader verbindet. Sobald der für Druck sorgt, öffnet sich die Fanfare und authentische Motorengeräusche erfreuen das Fahrer-Ohr. Da braucht sich niemand mehr über das Radioprogramm ärgern.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.