Jeep Wrangler 3.8 V6 Cowboy klassisch


Sein Vorgänger walzte die Wehrmacht nieder und auch der Enkel ist kein Weichspüler. Im Frühjahr kommt der neue Jeep Wrangler zu uns. Optisch ganz der alte, aber in den entscheidenden Disziplinen ein gutes Stück besser als bisher.

Die wichtigste Botschaft: Der Jeep Wrangler ist auch in der neuen Generation kein Weichspüler - sondern ein echter Naturbursche, der einen auch im härtesten Geländeeinsatz nicht im Stich lässt. Künftig ist er auch in Europa mit zwei Radständen zu bekommen. Der lange trägt den Namen "Unlimited", ist etwas länger und hat erstmals vier Türen.

Ein selbstbewussteres Gesicht

Obwohl die einzelnen Elemente des Wrangler nahezu gleich geblieben sind, hat sich das Gesicht doch noch am deutlichsten verändert. Selbstbewusster als bisher schiebt der Wrangler seine Unterlippe nach vorn. Hier finden Kennzeichen und die weit nach außen versetzten Nebelleuchten Platz. Die Motorhaube wird nach wie vor von Gummiklammern gehalten, die kantige Tür trägt ihre Scharniere selbstbewusst außen. Und ab sofort gibt es auch vernünftige Türgriffe.

Spürbar sind die Veränderungen vor allem auch bei der Dachkonstruktion. Das Hardtop, zuvor nur mit einer kleinen Armada von Helfern zu montieren, lässt sich nun in mehreren Teilen abnehmen und wird so zum Freund aller Alleinreisenden. Optimisten sollte das nach wie vor fummelige Flatterdach reichen. Das hat sich zwar kaum verbessert - jedoch dringen bei beiden Kapuzen weniger Windgeräusche an die Ohren der Mitreisenden.

Neuer Wrangler, neue Motoren

Was wäre ein neuer Wrangler ohne neue Motoren? Der Naturbursche ist nicht nur der erste seiner Art mit vier Türen, sondern auch der erste, der mit einem Dieselmotor unterwegs ist. Neben einem 2,8-Liter großen Commonrail-Diesel von VM löst ein Aluminium-V6 den alten Vierliter-Benziner ab. Der 3.8 V6-Motor leistet 146 kW/199 PS und ein maximales Drehmoment von 315 Nm. Der Durchschnittsverbrauch soll bei 11,5 Litern Normalbleifrei pro 100 Kilometern liegen, die Höchstgeschwindigkeit bei 174 km/h.

Der Benziner ist selbst in Verbindung mit der neuen Sechsgang-Handschaltung recht müde unterwegs. Da fällt es einem leicht, zum 2,8 Liter großen Commonrail-Diesel von VM zu greifen. Der ist zwar alles andere als ein Flüsterdiesel. 130 kW/177 PS und 410 Nm Drehmoment ab 2000 Touren machen sich im Gelände jedoch ebenso souverän wie auf amerikanischen Highways - und lassen selbst die träge Fünfgang-Automatik noch ordentlich dastehen. Als Höchstgeschwindigkeit schafft er immerhin Tempo 160. Der Durst soll knapp unter der Zehn-Liter-Marke liegen.

Bedienelemente für echte Allradfreaks

Nach wie vor rustikal, aber zum Teil völlig neu präsentiert sich der Innenraum. Neue Instrumente, neue Sitze aber wie gehabt viel zu viel preiswertes Plastik schmücken den im nordamerikanischen Toledo produzierten Wrangler. Das griffige Lenkrad lässt sich nur in der Höhe verstellen, schafft aber Vertrauen im Gelände. Die wenigen, mittelprächtig übersichtlichen Bedienelemente können nur echten Allradfreaks hochwertig erscheinen. Wir feiern immerhin den Einzug von elektrischen Fensterhebern, einer Fernbedienung für die Zentralverriegelung - und wundern uns darüber, dass die Spiegel nach wie vor nicht von innen zu bedienen sind.

Kaum gewonnen haben die Sitze des neuen Wrangler. Sie sind ungewöhnlich weich und lassen sich nur unzureichend verstellen. Die nun verstellbaren Kopfstützen sind aus lieblosem Hartplastik. Immerhin gibt es jetzt auch hinten Dreipunktgurte und die gleichen, wenig anheimelnden Nackensicherungen. Wer sich für die verlängerte Unlimited-Version entscheidet, bekommt zwei Hecktüren - die das Erklimmen des Fondabteils deutlich erleichtern - und vertretbare Beinfreiheit. Der kurze Standard-Wrangler sollte nach wie vor nur mit zwei Personen bewegt werden.

Alle Übungen mit Bravour absolviert

Das Lieblingsterrain eines Wrangler sind unbefestigte Wege, steile Anstiege und steinige Wasserdurchfahrten. Seine traditionelle Achskonstruktion und die kurzen Überhänge hat sich der Nordamerikaner bewahrt. Dank eines überarbeiteten Allradantriebs und mehr Bodenfreiheit ist ab sofort aber noch mehr drin. Auf dem martialischen Rubicon-Trail musste der 1,9 Tonnen schwere 4x4-König zeigen, was er kann - und schaffte alle Übungen mit Bravour.

Doch auch Jeep-Piloten sind nicht nur in Wald, Flur und Bachläufen unterwegs. Schließlich gilt der Wrangler spätestens seit den 70er Jahren auch als Szene-Cruiser. Im Gelände ein Segen, kann der Fahrer auf Asphalt bei Bodenwellen oder flott durchschnittenen Kurven wegen der historischen Fahrwerkskonstruktion schon mal nasse Hände bekommen. Unsicher wird es jedoch nie, denn ab sofort ist auch ein elektronisches Stabilitätsprogramm an Bord. Zudem tut gerade dem längeren Wrangler Unlimited das Plus an Radstand sehr gut und bringt Ruhe in die Karosserie.

Die Preise für den deutschen Markt stehen bis dato noch nicht fest. In den USA, wo wir ihn gefahren sind, hat der neue Jeep Wrangler 3.8 V6 Sahara einen Basispreis von sparsamen 22.870 US-Dollar, der viertürige Unlimited Sahara liegt mit dem gleichen 202 PS starken Sechszylinder bei 26.075 Dollar.

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