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Mazda 2: Erfolgreiche Japan-Diät

Der hat sein Fett weggekriegt: Gegen den Trend ist der neue Mazda 2 deutlich leichter als sein Vorgänger. Der Fahrspaß steigt, und der Spritverbrauch sinkt.

Von Michael Specht

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Erstmals seit Jahren gibt es ein Automodell, dessen neueste Ausbaustufe nicht schwerer, sondern leichter geworden ist - den Mazda 2. Der japanische Autobauer beschäftigt seine Ingenieure als Weight Watcher. Sie achten darauf, dass kommende Modelle keinen Speck ansetzen, ja sogar schlanker werden.

Dabei ist es eine Binse, dass Autos agiler und sparsamer sind, je weniger sie wiegen. Die Industrie indes argumentierte: Der Kunde will mehr Komfort und Sicherheit, das geht ins Gewicht. Ein VW Polo von heute zum Beispiel ist länger als der erste Golf und wiegt mehr als eine Tonne. Der alte Golf wog dagegen weniger als 800 Kilo. Bei Mazda wurde die Abmagerungskur strategisch angegangen. "Kein Teil blieb verschont", sagt Entwicklungsingenieur Mitsuru Wakiie. "Wir holten aus dem Auspuff fünf Kilo, der Kabelbaum brachte drei. Selbst bei den Türlautsprechern konnte ein Kilo eingespart werden." Am meisten abgespeckt wurde bei der Karosserie: 22 Kilo. In der Summe wiegt der neue Mazda rund 100 Kilogramm weniger als sein Vorgänger.

Der Neue sportlich-sexy

Bedenken, die Sicherheit könnte darunter leiden, lässt Produktmanager Masahiko Hondou nicht gelten: "Bei internen Crashtests erreichten wir die Höchstwertung von fünf Sternen." Und dass moderner Leichtbau nicht bedeuten muss, in einer Dröhnbüchse zu sitzen, lässt sich schon bei einer Mitfahrt rasch erkennen. Laut internen Messprotokollen soll es sogar so sein, dass der neue Madza 2 in jedem Tempo- und Drehzahlbereich leiser ist als der alte. Auch beim Design blieb nichts so, wie es war. Glich der Vorgänger noch mehr einem kastenartigen Kleinwagen ohne Chic, wirkt der Neue geradezu sportlich-sexy.

Mit 3,89 Metern schrumpfte er nicht nur um vier Zentimeter, sondern ist auch fast sechs Zentimeter flacher und steht breiter auf der Straße. Dem Raumgefühl schadet das nicht. Der Platz ist überraschend üppig, vorn wie hinten. Hinter den Rücksitzen bleiben 250 Liter Kofferraum. Das reicht für den üblichen Wochenendeinkauf. Für größeres Stückgut lassen sich die Lehnen getrennt umlegen. Allerdings entsteht dabei kein ebener Ladeboden, und auch die Kofferraumkante ist sehr hoch. Kein Fall also für schwache Bandscheiben. Masahiko Hondou: "Ein Tribut an die Festigkeit der Karosserie." Im Cockpit dominiert schwarzer Kunststoff, ein paar silberne Applikationen sollen Sportlichkeit vermitteln. Die Armaturen sind gut ablesbar. Alle Schalter und Hebel sind ohne Verrenkungen zu erreichen und leicht zu bedienen.

Er zählt zu den Sparsamsten seiner Klasse

Wenn Mazdas Kleinster im Oktober zu Preisen ab 12 000 Euro in den Ausstellungsräumen steht, hat der Kunde die Auswahl zwischen drei Benzinern: 75, 86 und 103 PS. Mit dem Stärksten war der stern auf Probefahrt. Dabei bewies der 1,5-Liter- Vierzylinder ausreichendes Durchzugsvermögen (Drehmoment), er ist leise und die Fünfgangschaltung gewohnt präzise. Das Fahrwerk steckt selbst abrupte Ausweichmanöver gelassen weg, und kurz vor kritischen Fahrsituationen zeigt der Computer, was er kann. Ein Bremseingriff des elektronischen Schleuderschutzes ESP (serienmäßig) zur richtigen Hundertstelsekunde verhindert Schlimmeres.

Für die 75- und 86-PS-Version gibt Mazda-Mann Mitsuru Wakiie einen Mixverbrauch bei Stadt- und Überlandfahrt von nur 5,4 Liter auf 100 Kilometer an. Und beim großen Motor sollen es auch nur 5,9 Liter sein. Damit zählt Mazdas neuer Kleiner zu den Sparsamsten seiner Klasse. Welchen Anteil haben die Weight Watchers in der Entwicklungsabteilung am geringen Durst gehabt? Wakiie sagt stolz: "Ohne sie läge der Benzinverbrauch sicher einen halben Liter höher."

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