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Nissan Note 1.5 dCi: Raumwunder auf Rädern

Wie schafft man es, aus einem Autochen, das nicht umsonst "Micra" heißt, einen kleinen Van zu schneidern? Nissans Antwort darauf heißt Note: Vier Personen finden in dem großen Kleinen fast schon üppig Platz.

Das kleine Raumwunder basiert auf der gleichen technischen Basis wie der Micra, bringt aber mit einem Radstand von 2,6 Metern fast 20 Zentimeter mehr zwischen den Achsen unter. Und was die Gesamtlänge von 4,083 Metern angeht, so sind auf der Streckbank gar 36 Zentimeter dazu gekommen. Micra ist da nichts mehr.

Das liegt naturgemäß nicht nur an der Länge - auch Höhe (1550 mm) und Breite (1691 mm) des kleinen Vans sorgen für ein beklemmungsfreies Raumgefühl. Der Einstieg ist dank der großen Türen sowohl vorne wie auch hinten bequem. Die Sitze sind durchaus angenehm und lassen sich auch für größere Fahrer noch ausreichend verstellen. Das Lenkrad ist leider nur in der Neigung, nicht aber in der Höhe einstellbar. Ordentlich gefedert zeigt sich auch die Rückbank. Dazu bietet sie zumindest zwei Passagieren ordentlich Platz. Richtig üppig ist hinten die Knie- und Kopffreiheit.

Die Verarbeitung rundum macht einen guten und sauberen Eindruck. Allerdings erscheinen die Materialien nicht gerade hochwertig - aber in der Klasse mag das reichen. Das Armaturenbrett ist aufgeräumt und übersichtlich, der Note lässt sich einfach und intuitiv bedienen. Schalter und Knöpfe liegen gut in Reichweite, die Armaturen sind weitgehend reflexfrei und lassen sich gut ablesen - solange man am Tag nicht unbedingt das (Fahr)licht anmacht. Dann muss man schon genau hinsehen, um noch etwas zu erkennen.

16 Zentimeter

Nach vorne ist die Sicht ausgezeichnet - durch die knappe Frontpartie entwickelt man schnell ein gutes Gefühl dafür, wann man beim Einparken besser vom Gas geht. Hinten sieht es schlechter aus: Die breiten C-Säulen und die kleinen Seitenfenster verdecken gefährlich viel vom Sichtfeld.

Im Note hat man die Wahl: Gibt man den Passagieren mehr Platz - oder dem Gepäck. Die zweite Sitzreihe lässt sich im Stück um bis zu 16 Zentimeter längs verschieben. 280 Liter Fassungsvermögen bei normaler Bestuhlung sind in dieser Fahrzeugklasse allerdings nur Durchschnitt. Dafür kann man durch das - wenig kraftaufwändige - Umklappen der Rückbank und notfalls auch des Beifahrersitzes bis zu 1332 Liter freischaffen. Dann kann auch das Ikea-Regal noch mit. Anders als bei einigen Konkurrenten sind die Sitzflächen allerdings weder klapp- noch versenkbar, was die Variabilität des Note etwas einschränkt. Zum Vergleich: Der Opel Meriva bietet mit 360 bis 1410 Litern Laderaum deutlich mehr, der Ford Fusion kommt auf 337 bis 1175 Liter und der Renault Modus auf 217 bis 1454 Liter.

Der Kofferraum selbst ist beim Note durchaus praktisch. Dank der Quaderform lässt er sich effektiv nutzen, die Heckklappe ist groß und die Ladekante nicht unmäßig hoch. Große Personen sollten sich dennoch vorsehen: Da die Heckklappe nicht besonders hoch schwingt, ist Kopfstoßgefahr angesagt. Praktisch: Der Kofferraum lässt sich per Zwischenboden auch horizontal unterteilen und die Tüten aus dem Supermarkt sind in der Bodenwanne rutschsicher verstaut. Weniger praktisch: Wer an das Not-Reserverad muss, der darf vorher erst einmal den ganzen Kofferraum ausräumen - nur so kommt man dran. Und steht nach dem Wechsel vor dem nächsten Problem: Das kaputte Rad passt nicht in die Mulde.

Mittel-Maß-Motor

Einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen die Ablagen. Ein paar mehr dürften es einerseits schon sein. Andererseits ist das, was da ist, pfiffig und sehr hilfreich. So ist das große Handschuhfach kühlbar. Und die Sitzfläche des Beifahrers lässt sich nach vorne klappen und legt so ein Geheimfach frei. Noch etwas, das der Note mit dem Micra gemeinsam hat.

Für den wenig temperamentvollen Motor ist das Fahrwerk des Note ziemlich sportlich straff abgestimmt.

Was er sich ebenfalls mit dem Kleinen teilt, das ist der 1,5-Liter-Diesel, der aus seinen 1461 Litern Hubraum 63 kW/86 PS und ein Drehmoment von 200 Nm zieht. Der dCi ist - nun ja: Durchschnitt. Weder ruppig noch besonders kultiviert, weder besonders leise noch ein nervtötender Nagler. Beim Anfahren muss man reichlich Gas geben, um ihn nicht abzuwürgen.

Im Rahmen

Ist man erst mal auf Touren, lässt er sich dann durchaus schaltfaul fahren. Die etwas hakelige Schaltung ist in der Charakteristik der Gänge gut auf den Motor abgestimmt. Spritzig unterwegs ist man im Diesel-Note nicht - aber im Normalbetrieb reicht es allemal. Für den Spurt von 0 auf 100 km/h braucht er denn auch 13,0 Sekunden. Und bei 168 km/h ist Schluss - beides nahezu identisch mit dem gleich motorisierten Micra. Der Testverbrauch von knapp sechs Litern auf 100 km lag nur wenig über den offiziell von Nissan genannten 5,1 Litern. Unverständlich: Ein Rußfilter gibt es von Nissan nicht einmal gegen Aufpreis.

Das sorgt dafür, dass er durchweg sicher auf der Straße liegt und sich kaum mal aus der Ruhe bringen lässt. Es sorgt allerdings auch dafür, dass die Federung gelegentlich etwas ruppig dämpft. Unebenheiten kommen denn auch immer wieder mal bei den Passagieren an. Ärgerlich: ESP ist nur bei höheren Ausstattungsreihen zu haben. Aber auch ohne verhält sich der Note in Kurven dank leichtem Untersteuern in der Regel noch sehr gutmütig. Wenig Spaß macht die Lenkung: Zu leichtgängig, wenig präzise und nicht gerade sehr kommunikativ im Kontakt zur Fahrbahn.

Mit einem Grundpreis von 15.490 Euro bleibt der Diesel-Note gut im konkurrenzfähigen Rahmen. Dann ist man immer noch deutlich günstiger dabei als mit einem 10 PS schwächer motorisierten aber filtergereinigten Opel Meriva 1.3 (ab 17.270 Euro). Und selbst der mit dem gleichen Diesel wie der Note bestückte und ähnlich mager ausgestattete Renault Modus kostet mit 16.350 Euro mehr.

Jürgen Wolff / pressinform / PRESSINFORM
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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