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Opel Ampera: Positiv geladen

Trotz aller Unsicherheit über die Zukunft der Firma: Opels Zukunftsauto Ampera, das 2011 auf den Markt kommen soll, fährt wirklich. Ein erster Fahrbericht.

Von Frank Janßen

Nächster Halt: Maximilianstraße", das ist der spontane Gedanke. Tür zu, ein Tritt aufs Pedal, und der Wagen saust leise summend davon. Klingt wie eine Straßenbahn, durch Ohrstöpsel gedämpft.

Doch mit öffentlichem Nahverkehr hat diese Probefahrt nichts zu tun. Es handelt sich vielmehr um die individuelle Mobilität der Zukunft – oder besser: um das, was Opel sich darunter vorstellt. Die Rüsselsheimer entwickeln nämlich zusammen mit ihren amerikanischen Kollegen von GM ein Elektroauto der besonderen Art: Sie kombinieren den Elektroantrieb mit einem Verbrennungsmotor. Ach, ein Hybrid, werden manche jetzt sagen. Nein, kein Hybrid. Opel nennt diese Fahrzeuggattung E-REV. Das steht für Extended Range Electric Vehicle. Elektroauto mit Reichweitenverlängerer. Und das geht so:

Im Ampera, so wird der Opel heißen, treibt der Verbrennungsmotor das Auto nur indirekt an. Er produziert den Strom, der den Elektromotor dreht. Und das macht er auch nur, wenn er unbedingt muss.

Üblicherweise soll der Ampera nämlich mit dem Strom fahren, den die Batterie über Nacht aus einer Steckdose geladen hat. Eine übliche 220-Steckdose soll den Ampera in drei Stunden volltanken können. Kosten dafür: derzeit etwa ein Euro. Diese Füllung der 180 Kilogramm schweren und 16 Kilowattstunden starken Lithium-Ionen-Batterie soll dann für 60 Kilometer halten. Für den durchschnittlichen Pendler sei diese Strecke mehr als ausreichend, so die Argumentation des Autobauers. Ein Stromspeicher für noch mehr Reichweite würde viel zu groß und unverhältnismäßig teuer. Über die Kosten der aktuellen Ampera-Batterie, die bereits so gut wie fertig entwickelt sei, schweigt Opel zwar. Doch das amerikanische Branchenmagazin Automotive News will erfahren haben, dass dieses zentrale Bauteil rund 8.000 Dollar teuer ist, also gut 5.500 Euro.

Die große Reichweite von mehr als 500 Kilometern schafft der Ampera, der im Sommer 2011 auf den europäischen Markt kommen soll, also nicht mittels des Stromspeichers, sondern dank des Range Extenders: Geht die Batterie zur Neige, springt ein 1,4-Liter-Vierzylinder an und hält einerseits die Batterie auf diesem unteren Level, damit sie keinen Schaden durch Tiefentladung nimmt. Andererseits produziert dieses Aggregat, das in einem optimalen Drehzahlbereich läuft, den Strom für den Elektromotor. Und so soll es dann 500 Kilometer weiter gehen. "Wir wollten ein vollwertiges Familienauto", sagt Gherardo Corsini, der verantwortliche Ingenieur für den Ampera. Erste Daten: 160 km/h Spitze, 40 Gramm CO2 pro Kilometer, das entspricht einem Benzinverbrauch von 1,6 Litern. Der Testzyklus zur Verbrauchsmessung ähnelt jenem für Personenwagen mit Verbrennungsmotor, wird aber teils elektrisch, teils mit laufendem Range Extender absolviert. Technisch wäre es auch durchaus möglich, dass der Range Extender die Batterie lädt. Wirtschaftlich ist das aber Unfug – Strom aus der Steckdose ist viel günstiger.

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Die Fahrt mit dem Ampera-Prototypen auf dem Opel-Testgelände in Rodgau-Dudenhofen verläuft übrigens ziemlich unspektakulär. Schlüssel ins Schloß stecken, Startknopf drücken, Wählhebel auf D oder R, denn es gibt dank des starken Elektromotors nur einen Vorwärts- und einen Rückwärtsgang.

Und los geht es: Die Beschleunigung ist beeindruckend, weil der Elektromotor so kraftvoll durchzieht. Aber die Geräuschkulisse fehlt – bis auf das leise Straßenbahnsummen. Dafür hört man dann die Nebengeräusche umso lauter: Die Reifen auf dem Asphalt, ja sogar die Gebläseventilatoren der Lüftung. Und wenn man angekommen ist, sollte man nicht vergessen, den Antrieb auch wieder abzuschalten. Man hört ja schließlich nichts.

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