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Scirocco R: Ich kaufe ein "R"

Flach, breit, Turbo, 265 PS und 250 km/h Spitze. Die Eckdaten des neuen Scirocco R treiben der ländlichen Jugend die Tränen in die Augen. Mit einem Preis von 33.475 Euro könnte das VW-Coupé gar zum Volks-Porsche mutieren.

Von Michael Specht

Früher folgte der Scirocco dem Ruf, als schweres Gerät der Landjugend zu gelten. Wer einen fuhr, war der King. Tiefer gelegt, breiter gemacht, Perleffekt-Lackierung und 1000-Watt-Anlage. So ging's mit Oberlippenbart zur blonden Freundin ins Nachbardorf oder zu den Kumpels - schrauben, schnacken, schlucken. Klischee, sicherlich, aber es zeigt, was der Scirocco für viele junge Menschen einst war: der mobile Freiheitstraum schlechthin.

Ähnliche Bedürfnisse - wenn auch auf deutlich höheren Niveau - könnte der "R" wecken, das derzeitige Topmodell der seit vorigem Jahr neu aufgelegten Scirocco-Baureihe. Freunde heißer Kompaktsportler wird vermutlich das Herz aufgehen. Denn so viel Performance für so wenig Geld gibt es selten. Die Markentochter Volkswagen Individual GmbH, unter deren Regie der Scirocco R entstand, bietet das Sportcoupé zum Preis von 33.475 Euro an. Das sind immerhin knapp 3000 Euro weniger als der ebenfalls 265 PS starke Golf R kostet. Grund ist der fehlende Allradantrieb 4Motion.

Abstimmung am Nürburgring

Vielen kommt genau dies passend. Denn auch als Fronttriebler ist Scirocco R derart sportlich unterwegs, dass er sich in Sachen Fahrdynamik nicht einmal vor einem Porsche Cayman zu verstecken braucht. "Die Nordschleife des Nürburgrings geht in 8:30 Minuten", verrät Entwicklungsleiter Stefan Ellrott. Was jedoch nicht heißt, der Scirocco R wurde als brettharte Rennsemmel ohne Alltagskomfort ausgelegt. "Wir haben für die Fahrwerksabstimmung viele Wochen am Ring zugebracht, um den Spagat zwischen Sportlichkeit und Langstreckenkomfort hinzubekommen", sagt Ellrott. Beteiligt daran war auch der Ex-Rennfahrer Hans-Joachim Stuck.

Der Aufwand hat sich gelohnt. Das Fahrverhalten des Scirocco R ist exzellent. Die Lenkung spricht direkt und präzise an, Kurven durchzieht der Wagen - auch dank der breiten 19-Zoll-Räder - stoisch wie auf Schienen. Lob verdient auch die elektronische Differenzialsperre. Sie mindert spürbar das sonstige Gezerre an der Vorderachse und lässt den Wagen deutlich flotter aus der Biegung kommen.

Zu was der Scirocco fähig ist, demonstrierte VW im Mai. Eine weitgehend auf der Serienversion aufbauenden Rennvariante (GT24) schaffte beim 24-Stunden-Rennen in der Eifel den Weg aufs Siegerpodest. So etwas lässt bei den Fans am Ring die Bierdosen zischen und "give me five" klatschen. Doch die alte amerikanische Marketing-Strategie "Win on Sunday, sell on Monday" konnten die Wolfsburger nicht nutzen. Geduld war gefragt. Erst jetzt rollt der Scirocco R zu den Händlern.

Aggressive Optik

Er ist das bislang 6. Modell, dem der „Racing“-Buchstabe ins Grill gesetzt wurde. Kultstatus genießt mittlerweile das erste R-Modell auf Basis des Golf IV, der R32. In ihn pflanzten die VW-Techniker einen dicken Sechszylinder, Allradantrieb und die Passat-W8-Bremsanlage. Äußerlich ließen sie das Auto so dezent wie möglich. Beim Scirocco R gelang dies nicht ganz. Denn schon im Normalzustand wirkt dieser deutlich geduckter und aggressiver. Große Lufteinlässe und die LED-Tagfahrlichter unterhalb der Xenon-Scheinwerfer verstärken diesen Eindruck. "Der Scirocco R soll nicht lächeln. Wir haben bewusst die Front genauso gestaltet wie beim Rennfahrzeug GT24", sagt Design-Chef Helmut Schmid. Auch das Hinterteil wurde komplett überarbeitet. Zwei Auspuffrohre, ein vergrößerter Dachkantenspoiler sowie ein schwarzer Diffusor bilden nun den sportlichen Abschluss des VW-Coupés.

Turbo + DSG = Fahrspaß pur

Auch beim Innenraum lautete das Thema "Motorsport". Ein dickes Dreispeichen-Lederlenkrad, sichtbare Nähte an Schalensitzen und Schaltmanschette sowie Pedale und Fußstütze mit Edelstahlblenden sollen beim Fahrer ein wenig Pistengefühl aufkommen lassen. Geweckt werden diese spätestens, sobald man am Zündschlüssel dreht. Auch wenn manche R-Fans dem V6 hinterher weinen, die Zukunft bei VW heißt Downsizing. Der leichte Zweiliter-Vierzylinder-Direkteinspritzer (TSI), wie er auch im Audi S3 und Seat Cupra R zum Einsatz kommt, passt zum Scirocco perfekt. Schon ab 2500/min Motordrehzahl baut der Turbo genügend Druck auf, um einen kräftig in den Sitz zu pressen, dreht geschmeidig hoch und entwickelt dabei einen Sound, dass man jeden Tunnel mit offenen Fenstern durchfahren möchte. Noch schöner wird das Ganze mit dem Direktschaltgetriebe DSG. Die Gänge wechseln in Sekundenbruchteile, eine kurze Zündunterbrechung sorgt dabei für ein sportliches Schnalzen im Auspuff. Die ländliche Jugend dürfte damit schwer zu beeindrucken sein.

Kein Auto für den Norm-Verbrauch

Andere Dinge des Scirocco R treten da komplett in den Hintergrund. Zum Beispiel die Einschränkungen im Alltag. Es ist eng im Fond und die Sicht nach hinten dürftig. Der Kofferraum ähnelt einer dunklen Grube, hat eine hohe Ladekante und schluckt allenfalls das Wochenend-Gepäck für zwei Personen. Und auch beim Verbrauch sollte man sich nicht der Illusion hingeben der EU-Normwert von acht Litern pro 100 Kilometer wäre realistisch. Spaß kostet Sprit. Eine Binsenweisheit. Bei einer ersten Testfahrt durch die französischen Seealpen drückte die Einspritzanlage immerhin knapp die doppelte Menge Benzin in die Brennräume. Wer unter zehn Liter bleiben will, muss cruisen. Aber dafür reicht auch ein Basis-Scirocco.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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