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Fragen und Antworten zum Blitzer-Marathon: Bundesweite Jagd auf Temposünder

Die Polizei macht Jagd auf Temposünder: Der Blitzer-Marathon in ganz Deutschland hat begonnen. Was Sie über die Kontrollen wissen sollten, hat stern.de für Sie zusammengefasst.

Raser haben es am Donnerstag in ganz Deutschland schwer: Mit Tempokontrollen will die Polizei das Bewusstsein für Tempolimits schärfen. Die Messstellen werden vorher sogar veröffentlicht. Fragen und Antworten zum ersten bundesweiten Blitzermarathon:

Was passiert beim Blitzer-Marathon?

Kurz gesagt: 24 Stunden geballte Radar- und Laserkontrollen in ganz Deutschland. An mehr als 8700 Stellen sind von Donnerstag um sechs Uhr morgens 24 Stunden lang fast 15.000 Polizisten im Einsatz, um so viele Temposünder wie möglich zu erwischen. Die Orte der Kontrollen stehen aber für jedes Bundesland schon fest und können zum Teil schon im Internet eingesehen werden.

Warum werden die Stellen, an denen geblitzt wird, veröffentlicht?

Weil es den Behörden nach eigenen Aussagen nicht darum geht, möglichst viele Bußgelder einzunehmen, sondern das Bewusstsein für Tempolimits zu schärfen. Damit könnten noch mehr Leben im Straßenverkehr gerettet werden, hieß es.

Wer organisiert die Aktion?

Die Innenministerkonferenz hatte im Mai beschlossen, die Initiative einheitlich in ganz Deutschland zu starten. Durchgeführt wird sie aber von der Polizei in den einzelnen Bundesländern. Die Idee stammt aus NRW, wo es schon vier solcher Marathon-Tage gab. Übrigens: Auch in Finnland, Portugal oder Australien wird inzwischen nach deutschem Vorbild geblitzt.

Ergibt das überhaupt Sinn?

Es gibt zumindest viele Befürworter. Der ADAC hält die Maßnahme für sinnvoll, um die Zahl der Verkehrstoten von 3600 (2012) weiter zu senken - zumindest, wenn die Polizisten die Temposünder direkt auf ihr Fehlverhalten aufmerksam machen. In NRW, wo es ja schon mehrere Blitzertage gab, ist die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten seit 2012 außerdem überdurchschnittlich stark gesunken.

Und was sagen Kritiker dazu?

Der Verein "Mobil in Deutschland" ist beispielsweise der Meinung, dass es beim Blitz-Marathon nur darum geht, die Staatskasse zu füllen. Auch der hessische FDP-Justizminister Jörg-Uwe Hahn schimpfte: "Dies ist Volkserziehergehabe, wie es in autoritären Staaten üblich sein mag."

kave/DPA / DPA
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