HYGIENE Mit gutem Gewissen aufs Autobahn-Klo


Autofahrer können jetzt »ökologisch korrekt« aufs Klo gehen. An der Autobahn 20 wurden sechs Bio-Toiletten fürs »Geschäft« freigegeben.

Autofahrer können jetzt »ökologisch korrekt« aufs Klo gehen. An der Autobahn 20 wurden am Freitag sechs bundesweit einmalige Bio-Sanitäranlagen für das »Geschäft« freigegeben. Sie stehen an den drei Parkplätzen »Quellental«, »Warnowtal« und »Sellinger See« in Mecklenburg-Vorpommern. Die Häuschen sind nach Angaben des Schweriner Umweltministeriums komplett autark.

Das Wasser für die Spülung und die Waschbecken stamme aus 40 Meter tiefen Brunnen. Die Abwässer werden laut Umweltministerium in unmittelbarer Nähe in einer eigenen Pflanzenkläranlage gereinigt. Auch der etwa für die Beleuchtung notwendige Strom werde selbst produziert. An den Klohäuschen sind Photovoltaik-Anlagen und Windgeneratoren installiert. Und sollten diese Energiequellen einmal nicht ausreichen, dann kommt der Strom von einem mit Biodiesel gespeisten Generator und einem dazu gehörigem kleinen Block-Heiz-Kraftwerk.

5 Millionen Mark für die umweltgerechte Entsorgung

Die Kosten pro Sanitäranlage bezifferte die Deges-Autobahnplanungsgesellschaft mit rund 800.000 Mark (409.000 Euro). Insgesamt seien somit fast 5 Millionen Mark investiert worden. Bei einem Vergleich der Anschluss- und Betriebskosten des Bio-Klos mit einer herkömmlichen Anlage soll sich im Lauf von 15 Jahren eine Kostenersparnis von rund 800.000 Mark ergeben. »Hier wird deutlich, dass schon heute solar betriebene Anlagen nicht nur ökologisch vorteilhaft, sondern auch die wirtschaftlich günstigste Lösung darstellen können«, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Wolfgang Methling (PDS), der es sich nicht nehmen ließ, das Bio-Klo persönlich einzuweihen.


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