Illegale Autorennen Pauschalreise-Ziel deutsche Autobahn


Eine Gruppe britischer Sportwagenfahrer hat deutsche Autobahnen zu ihrem Lieblings-Reiseziel erklärt - der perfekte Ort für ihre illegalen Autorennen. Und der Besuch im italienischen Ferrari-Werk ist selbstverständlich inklusive.

Die britischen Autobahn-Touristen gaben Vollgas und haben dabei zahlreiche Autofahrer gefährdet. Die Fahrer seien auf ihrem Weg von Österreich nach Frankfurt teils mit Geschwindigkeiten von bis zu 272 Stundenkilometern über das deutsche Autobahnnetz gerast, berichtete die Polizei. Dabei hätten die Mitte vergangener Woche in London gestarteten zwölf "Renn-Teams" immer wieder gedrängelt und langsamere Autofahrer rechts überholt; teils seien sie dazu sogar auf den Standstreifen ausgewichen.

Erst bei einem "Boxenstopp" auf der Raststätte Nürnberg-Feucht machte die Polizei dem illegalen Autorennen ein Ende. Bei einer Kontrolle stellten Beamte fest, dass vier Sportwagenfahrer unter Drogeneinfluss standen. Zwei Autos trugen zudem falsche Kennzeichen. Gegen alle Fahrer wird wegen Verkehrsgefährdung ermittelt. Die Beweise lieferten die "Teams" selbst, da einige Beifahrer die kühnen Überholmanöver mit Videokameras festhielten.

Wie die Ermittlungen der Polizei ergaben, war das Rennen wie eine Pauschalreise organisiert. Alle Rennteilnehmer hätten vor der Abfahrt in London ein Startgeld von 1500 Euro zu entrichten. Begleitet worden seien die Hobby-Rennfahrer von drei Fotomodellen und drei Kameramännern. Nach einer Übernachtung in Amsterdam hätten sie sich mit ihren Sportwagen zunächst am Hockenheimring ausgetobt, um später im italienischen Modena die Firma Ferrari zu besichtigen. Auf ihrem Weg von Österreich nach Frankfurt sorgte die bayerische Polizei schließlich für ein abruptes Ende des illegalen Rennens.

DPA DPA

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