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Interview Martin Smith: Der Zwillings-Vater

Martin Smith will der Ford Motor Company in Europa ein völlig neues Gesicht geben. 2004 kam er zu Ford.

Zuvor arbeitete er unter anderem bei Porsche, Audi und Opel. Auf dem Genfer Salon überraschte Ford mit den nahezu gleichgroßen Van-Modellen Ford Galaxy und S-Max.

Mr. Smith, wieso bringt Ford zwei derart gleichartige Modelle wie den Ford S-Max und den Galaxy auf den Markt?

Die beiden Modelle sind keinesfalls gleich, sondern gänzlich anders. Der Galaxy ist eine Großraumlimousine für unsere bisherigen, traditionellen Galaxy-Kunden, die ein großes, geräumiges und bequemes Auto wollen. Das decken wir mit dem neuen Modell mit seinem "Erste Klasse Komfort" hervorragend ab. Der etwas kleinere Sportvan Ford S-Max setzt dagegen auf eine jüngere Kundschaft, auf Emotionen und diejenigen, die besonderen Wert auf ihr Freizeitvergnügen legen.

Beide Modelle basieren auf einer Plattform und unterschieden sich in der Länge gerade einmal um vier Zentimeter. Wie sollen sich da die Kundenkreise nicht überschneiden?

Wir glauben nicht, dass ein Galaxy-Kunde zum S-Max herüberschielt. Der Galaxy baut wesentlich höher auf und bietet optimales Raumgefühl an. S-MAX dagegen ist niedriger, sportlicher und bietet dem Kunden ein komplett neues Fahrzeugformat an. Es gibt unter anderem umfangreiche Ausstattungs- und Zubehörpakete und das Topmodell hat den 220 PS starken Fünfzylinder aus dem Focus ST. Auch sportliche Singles werden sich für den S-Max interessieren.

Hätte es nicht gereicht, ein Modell zu präsentieren, das alle Kunden anspricht? Schließlich sind beide Fahrzeuge auch als Siebensitzer zu bekommen.

Beide Modelle basieren auf einer gemeinsamen Fahrzeugarchitektur. So konnten wir die Entwicklungs- und Produktionskosten im Rahmen halten. Trotzdem beziehungsweise deshalb haben die beiden Modelle ein komplett eigenständiges Design und sprechen unterschiedliche Zielgruppen an. Gerade der Ford S-Max ist kein gewöhnlicher Van. Er hat diese markante Front, ein abfallendes Heck und sogar Lüftungsgitter an der Seite.

Bei einigen Herstellern sieht man einen Trend zu Coupes und Sportroadstern. Ford hat ein großes Motorsport-Image, das in den vergangenen Jahren kaum bedient wurde. Kann man auch von Ihnen neue, besonders sportliche Modelle erwarten?

Selbstverständlich befassen auch wir uns mit solchen Überlegungen, wobei wir mit unseren ST-Modellen gut aufgestellt sind. Ein echter Sportwagen oder ein Roadster würden sicher auch exzellent zu Ford passen und wären daher ein interessantes Thema. Zunächst setzen wir jedoch auf unseren neuen Ford Focus Coupe-Cabrio. Hieran knüpfen wir große Erwartungen und können ganz neue Kundenschichten erschließen.

Das Gespräch mit Martin Smith, Executive-Director Design bei Ford, führte Stefan Grundhoff; Press-Inform

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