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Unfallatlas 2018: Wie oft kracht es vor Ihrer Haustür? Schauen Sie auf der interaktiven Unfallkarte nach

Wo kracht es besonders häufig? An welcher Stelle gab es tödliche Verkehrsunfälle? Der Unfallatlas 2018 zeigt die Verteilung von Verkehrsunfällen in Deutschland – auf die Adresse genau. Schauen Sie nach, wie es vor Ihrer Haustür aussieht.

Unfall in Wiesbaden, Karte aus dem Unfallatlas

Ein Unfall von über 2,5 Millionen: Der Fahrer eines Wagens kam mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus, nachdem er am Ostermontag 2018 in Wiesbaden aus einer Kurve flog, eine Mauer durchbrach und ein parkendes Auto rammte. Die Karte des Statistischen Bundesamtes zeigt Verkehrsunfälle des vergangenen Jahres in Deutschland


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Etwa alle zwölf Sekunden kracht es rechnerisch auf Deutschlands Straßen. Insgesamt 2.636.468 Verkehrsunfälle wurden im vergangenen Jahr von den Behörden erfasst, vom kleinen Blechschaden bis hin zur Massenkarambolage mit tödlichem Ausgang. 3257 Verkehrstote und fast 400.000 Verletzte sind das traurige Ergebnis von Raserei, Drängeln, Trunkenheitsfahrten, Rotlichtverstößen und anderen Rücksichtslosigkeiten, oder auch von Fehlern, im Straßenverkehr. Die Zahl der getöteten Menschen ist im Vergleich zu 2017 um etwa drei Prozent gestiegen, langfristig betrachtet jedoch rückläufig. So starben in den 1970er Jahren noch regelmäßig mehr als 20.000 Menschen im Straßenverkehr. Dennoch: Von der "Vision Zero", also keinem einzigen Toten durch Verkehrsunfälle, ist Deutschland noch weit entfernt.

Erfassung von Unfallschwerpunkten

Auf dem Weg dorthin sollen auch die penible Erfassung von Unfallursachen und die Konsequenzen aus ihnen helfen: So sank die Zahl der Unfalltoten etwa nach der Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen, nach Einführung der Gurtpflicht oder nach der Senkung der Promillegrenze. 

Ebenso penibel wie die Ursachen von Verkehrsunfällen werden die Orte dokumentiert, an denen es kracht – um auch aus den Unfallschwerpunkten Schlüsse zu ziehen: Fehlt es irgendwo an Tempo-30-Zonen? Ist eine Kreuzung unübersichtlich? Müsste ein Überholverbot gelten? Oder muss die Polizei häufiger kontrollieren?

Aus den gewonnenen Daten hat das Statistische Bundesamt nun den Unfallatlas 2018 erstellt, in dem fast alle bundesdeutschen Verkehrsunfälle mit Verletzten oder Toten des vergangenen Jahres eingetragen sind; lediglich aus Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Thüringen konnten die Daten noch nicht eingepflegt werden, weil die Polizei dort die Geoinformationen von Unfällen noch nicht flächendeckend aufnimmt. Diese drei Länder sollen erst im kommenden Jahr im Unfallatlas auftauchen. Unfälle, bei denen nur Sachschaden entstand, werden in ihm nicht dargestellt. 

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Unfallatlas 2018: Wie oft kracht es vor Ihrer Haustür?

Auf der interaktiven Karte können Sie adressgenau sehen, ob es bei Ihnen vor der Haustür einen Unfallschwerpunkt gibt oder ob ihre Kinder auf dem Weg zur Schule an besonders gefährlichen Orten entlang müssen. Nicht zuletzt können die Daten eine Argumentationshilfe bei den Behörden sein, wenn es zum Beispiel um den Bau einer Ampel, die Einrichtung einer Tempo-30-Zone oder mehr Geschwindigkeitskontrollen geht.

Hinweise zur Benutzung: Über das Menü oben links können Sie die Anzeige filtern, etwa nach Unfällen mit Beteiligung von Fahrrädern oder nach Unfällen mit Getöteten. Oben rechts können Sie nach Ihrer Adresse suchen, alternativ können Sie auch durch die Verwendung des Plus-Buttons und Verschieben der Karte Ihren gewünschten Ort betrachten. Zur Nutzung muss Javascript aktiviert sein. Bei Problemen mit der Darstellung können Sie den Unfallatlas 2018 auch direkt beim Statistischen Bundesamt aufrufen.

Quelle: Statistisches Bundesamt

wue

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