HOME

24 h Rennen Nürburgring: Kurzversion

Ist ein 24-h-Rennen noch ein 24-h-Rennen, wenn es nachts mehr als neun Stunden unterbrochen wird? Mit deutlich verkürzter Distanz setzte sich beim verregneten Eifelklassiker zum ersten Mal ein Mercedes durch.

Keine Überraschung, dass die Piloten beim 24-h-Rennen am Nürburgring mit wilden Wetterkapriolen zu kämpfen haben. Kalte Temperaturen von kaum über null Grad, Sitze, Regen, Nebel und Gewitter hatte es in den Jahren zuvor immer schon einmal gegeben und auch eine nächtliche Unterbrechung sorgte vor Jahren schon einmal für Unmut bei den Fans. Doch so dicke kam es noch nie. Gegen 22.30 Uhr musste die 41. Auflage des 24-Stunden-Rennens vom Nürburgring unterbrochen werden. Der Neustart erfolgt erst nach rund neun Stunden wieder. Sintflutartige Regenfälle und dichter Nebel hatten eine Durchführung des Rennens bei Dunkelheit unmöglich gemacht. "Man hätte das Rennen schon eine Stunde vorher abrechen sollen", so die Eifelexpertin Sabine Schmitz, die in diesem Jahr wieder auf dem fleischlustigen Frikadelli-Porsche unterwegs war, "gesehen hat man sowieso nichts mehr." Porsche-Werksfahrer Marc Lieb: "Eine absolut richtige Entscheidung der Rennleitung, denn die Grip- und Sichtverhältnisse waren zu diesem Zeitpunkt mehr als grenzwertig." Vor dem Start zum Eifelrennen hatte es neben dem Dauerthema Regen nur ein Thema gegeben: den Verkauf des insolventen Nürburgrings. Und so präsentierten viele Teams auf Kleidung und Autos den neuen Nürburgring-Slogan "Legenden verkauft man nicht".

Beim Start am späten Nachmittag hatte alles noch deutlich besser als befürchtet ausgesehen. Der Regen ließ länger als erwartet auf sich warten; kam dann jedoch kräftiger denn je und machte den 24-h-Klassiker zu einem verkürzten 15-Stunden-Rennen. An dessen Ende konnte sich erstmals ein Mercedes durchsetzen. Den Sieg des Black Falcon Mercedes SLS AMG GT3 mit der Fahrerbesatzung Bernd Schneider, Jeroem Bleekemolen, Sean Edwards und Nicki Thiim sahen am späten Montagnachmittag jedoch nur noch ein Teil der Zuschauer. Viele hatten infolge des verheerenden Wetters nachts und in den Morgenstunden die Campingplätze rund um die 25 Kilometer lange Piste bereits verlassen oder waren gleich zu Hause geblieben. Der zweite Platz ging in einer spannenden letzten Rennstunde an den BMW Z4 GT3 von Maxime Martin, Andrea Piccini, Yelmer Buurman und Richard Göransson, der sich in der vorletzten Runde an zwei Mercedes-Benz SLS AMG GT3 von ROWE Racing vorbeischob. "Am Ende war es wirklich ein sehr enges Rennen. Ich wusste, dass ich alles geben musste, um die beiden Mercedes einzuholen", so Maxime Martin mit der Startnummer 25 auf seinem BMW Z4 GT3, "wir wollten dieses Podium unbedingt."

Nichts wurde es mit einem Sieg für die hoch gehandelten Audi R8 LMS Ultra, die mit Frank Stippler die Pole Position innehatten, und die mit großen Erwartungen gestarteten Aston Martin V12 Vantage GT3, die das Feld lange Zeit anführten. Im strömenden Regen hatte der britische Renner jedoch keine Chance mehr auf dem Gesamtsieg. Fahrer Darren Turner: "Was für ein unglaubliches Rennen hier am Nürburgring. Es gab unglaublich viele Höhen und Tiefen. Im Training und im Trockenen haben wir gezeigt, was in dem Vantage GT3 steckt." Enttäuschend verlief das Rennen erneut für die mit großen Erwartungen gestarteten Porsche 911, deren Topmodelle vom Manthey-Team eingesetzt werden. So langte es für den "Dicken" im Feld, der bestplatzierte Porsche 911 GT3 RSR des Teams Manthey Racing mit den Fahrern Timo Bernhard, Romain Dumas, Marc Lieb und Lucas Luhr nur zu Gesamtplatz sieben. Auf Platz elf kam der 911 GT3 R von Manthey Racing mit den Fahrern Jörg Bergmeister, Marco Holzer, Richard Lietz und Nick Tandy.

Press-Inform / pressinform
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.