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Umfrage 41 Prozent der Autofahrer begrüßen schnelles Verbot von Benzinern und Dieseln

Die deutschen Autofahrer nehmen innerlich schon Abschied von Benziner und Diesel.
Die deutschen Autofahrer nehmen innerlich schon Abschied von Benziner und Diesel.
© Rupert Oberhäuser / Picture Alliance
Mobile.de hat Autofahrer gefragt, was sie von einem Verbrennerverbot schon im Jahr 2025 halten. Die meisten sind dagegen, doch immerhin 41 Prozent können sich mit der Idee anfreunden.

Die neue Euro-7-Abgasnorm der EU-Kommission würde zum Aus für Autos mit Verbrennermotoren führen und das bereits 2025 – also in nur fünf Jahren. Formal wären die Motoren nicht verboten, die Einhaltung der Norm wäre allerdings so aufwendig und teuer, dass Pkw mit Verbrennern kaum noch zu bezahlen wären. Diese Maßnahme spaltet die deutschen Autofahrer, das sagt eine repräsentative Umfrage im Auftrag von mobile.de, einem großen Portal zum Neu- und Gebrauchtwagenkauf. Fast jeder zweite Autofahrer (48,2 Prozent) hält ein Verbot von Verbrennern zu diesem Zeitpunkt für falsch. Das allein ist wenig überraschend. Doch die etwas kleinere Hälfte (41 Prozent) begrüßt die Maßnahme, denn nur so würden sich alternative Antriebe durchsetzen. Der Wert ist umso bedenkenswerter, weil nur Autofahrer befragt wurden.

Besser etwas später

Nur bei der Frage, wann der richtige Zeitpunkt wäre, sieht es etwas anders aus. 26,9 Prozent kann es gar nicht schnell genug gehen. Sie wünschen eine Einführung spätestens ab 2025, 30,3 Prozent sind für spätestens 2030. Betrachtet man nur die 18- bis 34-Jährigen ändert sich das Bild, hier überwiegen die Verbotsbefürworter mit 51,5 Prozent, nur etwa jeder Dritte (32,1 Prozent) ist dagegen.

Nur 40,1 Prozent von allen glauben, dass neue Technologien wie alternative Antriebe und synthetische Kraftstoffe sich von allein durchsetzen. Auch hier zeigen sich Unterschiede zwischen den Generationen. Ältere vertrauen eher allein auf die Kraft der Technologie, Jüngere setzten auf Verbote und Regularien. Alternative Antriebe werden heute gemeinhin mit E-Autos im Akkubetrieb übersetzt. Auch die Förderpolitik der Bundesregierung setzt einseitig auf Stromer. Die stoßen nach wie vor auf massive Skepsis. Vergleichbaren CO2-Emissionen vorausgesetzt, würden nur 20,4 Prozent ein E-Auto gegenüber einem Verbrenner mit synthetischen klimaneutralen Kraftstoffen vorziehen. Sollte es zu einem de facto Verbot von Verbrennern ab 2025 kommen, würden sich 40,7 Prozent der Befragten auch vorher noch einen Verbrenner kaufen. Eine Minderheit von 9,7 Prozent würde jedoch nur noch einen Leasingvertrag abschließen, um das Fahrzeug problemlos wieder zurückgeben zu können.

Bekenntnisse sind keine Taten 

Bei diesen Ergebnissen darf man aber nicht vergessen, dass es sich um Lippenbekenntnisse handelt. Ob tatsächlich jeder, der sich jetzt in einer Umfrage für ein Fahrzeug mit alternativem Antrieb ausspricht, dann auch tatsächlich willens ist oder die finanziellen Möglichkeiten hat, sich ein neues oder doch relativ neues E-Auto zu leisten, steht auf einem anderen Blatt. Zumal auch diese Autofahrer in der überwältigenden Mehrheit heute einen Verbrenner fahren, den sie in diesem Szenario nur schwer verkaufen könnten. Immerhin ist der Wille bei vielen zu erkennen. Um diese Massen zu e-motorisieren müsste die öffentliche Ladestruktur allerdings schnell ausgebaut werden.


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