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Aston Martin Vanquish Volante V12 S: Schnittig, schick und edel, aber …

Aston Martin legt mit dem Vanquish Volante einen echten Kraftprotz auf Kiel. Wirklich wegweisend Neues bietet aber auch der dynamisch aussehende Brite nicht. Spaß bereitet der 576-PS-Roadster dennoch.

Der Rahmen hätte passender nicht sein können. Beim Pebble Beach Concours d\'Elegance stand ein schimmernder Aston Martin auf dem akkurat geschnittenen Rasen des Golf Kurses. Dort wo sich die Schönen und Reichen ihr nächstes Spaß-Mobil in Augenschein nehmen, sammelte sich bald eine Menschentraube um den Roadster. Der Kühlergrill, die lange Schnauze, die schmalen Augen und die perfekt platzierten Sicken und Lichtkanten, die sich an der Flanke des Roadsters entlang schlängelten - zogen die Blicke magisch auf sich.

Aston Martin Vanquish Volante V12 S: Schnittig, schick und edel, aber …
Auch ohne Dach sieht Aston Martin Vanquish Volante V12 S schnittig aus

Auch ohne Dach sieht Aston Martin Vanquish Volante V12 S schnittig aus

Keine Frage, das Design der Aston Martins gefällt nach wie vor. Und das ziemlich gut. Auch wenn die echten optischen Weiterentwicklungen fehlen. Irgendwie droht Aston Martin das Audi-Syndrom, als sich bei den Ingolstädtern die Optik-Veränderungen an der Dreidimensionalität des Kühlergrills festmachen ließen. Trotzdem: Der Vanquish Volante V12 S verströmt schon im Stand eine elegante Dynamik. Von außen. Lässt man sich in die bequemen Sportsitze sinken, verändert sich die schöne Welt ein wenig. Denn das Interieur wirkt leicht angestaubt.

Dass ein Aston Martin in einer echten Manufaktur entsteht, merkt man am fein gesteppten Leder, das die bequemen Sportsitze mit den Halt gebenden Wangen überzieht. An Leder mangelt es in dem Cockpit nicht. Fühlt sich fein an und sieht auch genauso aus und auch die Carbon-Applikationen passen zu dem schnittigen Briten. Doch mittendrin irritiert billig wirkend Plastik Hand und Auge. Da sind wir auch schon beim Thema: Das Infotainment-System zeigt eine Grafik, wie sie zu Zeiten der Ur-Playstation, die vor gut einem Jahrzehnt das Maß aller Dinge war: Pixelige Schriften und eine Navigations-Anmutung auf einem aufklappenden kleinen Monitor, die die Grafik des beileibe nicht beeindruckenden Porsche-Lotsen, wie Hightech wirken lässt. Die fein skalierten Rundinstrumente gehen noch als Traditionsbewusstsein durch.

Doch das Ganze verschwindet hinter dem Horizont des Bewusstseins, wenn erst der Schlüssel geschluckt wird (hat was!) und dann der Sechs-Liter-Dampfhammer aus zwölf Kehlen mit der Kraft von 576 PS voller Angriffslust grollt. Per Knopfdruck auf "D" rollt der Vanquish Volante V12 S los. Allerdings muss man schon charakterfest sein, um dem Drängen des Raubtiers unter der langen Motorhaube, das laut tönend darum fleht, von der Leine gelassen zu werden, nicht nachzugeben. Dazu kommt, dass das automatisierte sequentielle Schaltgetriebe im reinen Automatikmodus bei jedem Schaltvorgang ein leichtes Nicken provoziert. Das liegt in der Natur der Sache. Also nimmt man beim Volante V12 S sein Glück besser selbst in die Hand beziehungsweise in die Schaltwippen. Dann macht das Bewegen des formschönen Briten noch mehr Spaß. Stellt man den Vanquish mit der Sport-Taste scharf, straffen sich die adaptive Dämpfer, die Lenkung wird etwas schwergängiger und die Gasannahme direkter. Das dreistufige ESP sollten nur echte Könner am Volant komplett deaktivieren. Denn beim tänzelnden Heck sind im Falle des Falles schnelle Handgelenke gefragt.

Darin lauert die größte Gefahr. Der Akustik-Orkan aus zwölf Töpfen hat Suchtpotential. Jeder Gasstoß mündet in ein lustvolles, kraftvolles Jauchzen, das den folgenden Tornado ankündigt. Um den Aston Martin mit allen Sinnen zu genießen, genügt ein Kickdown. Sobald der Untergrund feucht ist, bekommt der 4,69 Meter lange Sportwagen die Kraft des maximalen Drehmoments von 630 Newtonmetern trotz Transaxle-Bauweise und der Achslastverteilung von 51:49 nicht mehr komplett auf den Boden. Beim engagierten Einlenken in enge Kurven und dem darauffolgenden Herausbeschleunigen macht sich das Gewicht des V12-Monsters bemerkbar.

In nur vier Sekunden knackt der Volante V12 S die 100-km/h-Marke und erst bei 317 km/h ist Schluss. Der angegebene Durchschnittsverbrauch von 12,8 Liter pro 100 km/h dürfte ins Reich der Fabel verwiesen werden, wenn den Aston Martin auch nur ansatzweise artgerecht bewegt. Dass das nicht jedem vergönnt ist, liegt am ziemlich knackigen Preis von 268.995 Euro. Klar ist der Aston Martin Vanquish keine Stangenware, aber angesichts des Gebotenen definitiv etwas für echte Liebhaber.

Press-Inform / pressinform
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.