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Automarkt Deutschland: Käufer lassen Opel links liegen

Zum Start ins Frühjahr sind Neuwagen in Deutschland wieder gefragt, nur Opel legte einen glatten Fehlstart hin. Die Krisen-Marke verliert erneut massiv Marktanteile.

Die Deutschen kaufen wieder Autos, der Absatz im Inland legt kräftig zu. Nur Opel werden vom Kunden verschmäht. Die Zahl der Neuzulassungen aller Marken stieg im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,4 Prozent auf 339.100, wie das Kraftfahrt-Bundesamt mitteilte. Opel musste gegen den Trend einen schweren Rückschlag hinnehmen.

Im März verkauften die Händler der Europatochter von General Motors 12,3 Prozent weniger Autos als ein Jahr zuvor. Im ersten Quartal betrug das Minus 9,2 Prozent. Nur noch 54.500 Fahrzeuge wurden verkauft. Der Marktanteil Opels in Deutschland sank damit von 7,9 Prozent im Vorjahresquartal auf nur noch 7,0 Prozent.

Das Desaster auf dem Heimatmarkt ist für Opel eine Katastrophe. Bei der Konzernmutter General Motors ist man seit langem unzufrieden mit der Entwicklung der europäischen Tochter. Eine Verkaufseinbruch in einen Markt, der sonst zulegt, sendet die falschen Signale in die USA. Opel wird auch kaum in anderen Märkten einen Ausgleich schaffen können. Per Konzernanweisung darf Opel in den wichtigen Wachstumsmärkten keine Fahrzeuge anbieten, und in den meisten europäischen Ländern schrumpfen die Märkte wegen der andauernden Eurokrise.

Spritpreise hemmen das Neuwagengeschäft

Insgesamt betrug der Zuwachs bei den Neuzulassungen im ersten Vierteljahr 1,3 Prozent auf 773.600 Personenwagen. Der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, sprach von einer robusten Verfassung des deutschen Marktes - "allerdings sind die hohen Kraftstoffpreise ein Bremsklotz für das Neuwagengeschäft", sagte er.

Die Inlandsproduktion sank nach VDA-Angaben verglichen mit dem Rekordwert von März 2011 um mehr als 7 Prozent auf 542.500 Fahrzeuge. Die Ausfuhren verringerten sich um 5 Prozent auf 417.400. Diese Rückgänge seien teilweise aber auf die Methode der statistischen Erfassung zurückzuführen, hieß es. Bei einigen Modellen würden in China nun noch letzte Arbeitsschritte vorgenommen. Sie würden deshalb als Auslandsproduktion verbucht, obwohl sie zum überwiegend in Deutschland hergestellt worden seien. Im ersten Quartal blieben Inlandsproduktion (1,4 Millionen Pkw) und Export (1,15 Millionen) nahezu unverändert zum Vorjahreswert.

Kra/DPA / DPA

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