HOME

Cadillac ATS Coupé: Amerikanischer Außenseiter

Das Cadillac ATS Coupé soll für wachsende Stückzahlen in Europa sorgen. Doch polarisiert er ebenso wie seine Brüder.

Wenn Cadillac die Verkaufszahlen für Europa auf den Tisch legt, muss mindestens zweimal hingeschaut werden. Denn dass ein Automobilhersteller, mit solch einem bekannten Namen weniger als 500 Fahrzeuge im vergangenen Jahr auf diesem Kontinent verkauft haben soll, sorgt im ersten Moment für ungläubige Gesichter. Damit diese Zahl in diesem Jahr ein wenig nach oben hin korrigiert wird, präsentieren die Amerikaner nun das ATS Coupé. "Das Cadillac ATS Coupé ist eine wichtige Ergänzung unseres Produktportfolios. Es wird neue und vor allem jüngere Kunden anziehen, allein schon wegen seines emotionalen Auftritts", sagt Thomas Sedran, Präsident und Managing Director Cadillac und Chevrolet Europe. Mit seinem Einstiegspreis von 39.600 Euro bietet er ab Oktober einen echten Kampfpreis für Audi A5, BMW 3er und Co. Vorausgesetzt es werden bei den Konkurrenten die Modelle, die ebenfalls über 2,0 Liter Hubraum verfügen zum Vergleich herangezogen. Beim Cadillac fällt die Wahl des Motors leicht, es gibt nur einen. Nicht viel bei dieser Konkurrenz.

Cadillac ATS Coupé: Amerikanischer Außenseiter
Ab 39.600 Euro soll es in Deutschland kosten.

Ab 39.600 Euro soll es in Deutschland kosten.

Ein Vierzylinder-Turbobenziner mit 276 PS und 400 Newtonmetern liest sich nicht nur stark, er ist es auch. Schon vom Start weg bringt der entweder als Heck- oder Allradler erhältliche ATS in Coupéform die Kraft ordentlich auf die Straße. Was dabei lediglich fehlt, ist ein angemessener Klang. Das Wenige, was unter Volllast aus den beiden Endrohren oder auch direkt unter der Motorhaube zu hören ist, wird keinen Sportwagenfan zum Schwärmen bringen. Die Höchstgeschwindigkeit von bis zu 240 Kilometer pro Stunde ist in diesem Segment genug. Den Sprint bis Tempo 100 legt er in passablen 6,2 Sekunden zurück. Das Schalten übernimmt eine Sechsgang-Automatik, die so manches Mal eine höchst eigenwillige Gangwahl an den Tag legt. Per Schaltwippen am klobigen, aber immer noch griffigen Lenkrad kann zumindest für ein paar Sekunden der imaginäre Schalthelfer entmündigt werden. Auf den angegebenen Verbrauch von 8,3 Litern dürfen bei normaler Fahrweise gut 1,5 Liter hinzuaddiert werden.

Im normalen Reisemodus oder in der Stadt kommt den bis zu vier Insassen seine eher zurückhaltende Akustik jedoch zu Gute. Denn nach innen dringt dann so gut wie gar nichts. Lediglich Straßenunebenheiten kommen schwach gefiltert an der Wirbelsäule an. Ein konfigurierbares Fahrwerk wäre hier sehr wünschenswert. Das Gepäckvolumen fällt mit 295 Litern geringer denn je aus. Hinzu kommt, dass im Cadillac ATS Coupé für einen amerikanischen Wagen überraschend wenig Verstaumöglichkeiten und Ablagen für große Getränkeflaschen zu finden sind. Dass auf den beiden schick designten Einzelsitzen im Fond keine Riesen Platznehmen sollten, muss klar sein. Dass aber auch auf dem Fahrersitz die Luft über dem Haupthaar eng werden kann, das sollte bei einem ganz besonderen Punkt auf der Aufpreisliste unbedingt beachtet werden: dem Schiebedach. Wer das Kreuzchen an dieser Stelle setzt, büßt mächtig Kopftraum ein. Das Resultat ist vor allem für 1,90 Meter große Fahrer auf Anhieb zu spüren. Ohne Schiebedach ist alles in Ordnung.

Sehr gut hingegen passt das farbige Head-Up-Display ins Fahrzeug. Ebenfalls das Prädikat gut hat sich die Lenkung des ATS Coupé verdient. Für einen Amerikaner vergleichsweise direkt und präzise lässt sich der 4,66 Meter Cadillac gut Einlenken. Beim starken Herausbeschleunigen aus einer Kurve sorgt seine sportlich eingestellte Traktionskontrolle für eine stets parate Sicherheit, ohne dabei zu früh einzugreifen. Mit dem 2.000 Euro teureren Allradantrieb, der allerdings nur ab der dritten von insgesamt vier Ausstattungsvariante erhältlich ist, sieht es noch besser aus. Überhaupt hat sich Cadillac bemüht, dem neuesten Spross viel Sicherheit mit an Bord zu geben. Selbst ein links oder rechts vibrierender Sitz, abhängig von wo die Gefahrenstelle lauert, gehört hinzu. In engen Einbahnstraßen mit viel Fahrradverkehr steht einer Dauervibration so nichts mehr im Wege. Der Massagetermin kann danach getrost gestrichten werden.

Press-Inform / pressinform

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.