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Kampf-Drohne: Loyal Wingman – Boeing stellt das erste Kampfflugzeug ohne Piloten vor

Boeings Airpower Teaming System soll die Schlagkraft der Luftwaffe erweitern. In Zukunft wird ein bemannter Jet, begleitet von vier bis sechs autonomen Wingmen, in den Einsatz starten. Um den Roboterflieger ungehindert exportieren zu können, wird das System in Australien entwickelt.

In der Zukunft soll ein Kampfjet von einem Schwarm autonom fliegender Wingmen begleitet werden-.

In der Zukunft soll ein Kampfjet von einem Schwarm autonom fliegender Wingmen begleitet werden-.

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Auf der Australian International Airshow hat Boeing sein Airpower Teaming System (ATS) vorgestellt. Dabei handelt es sich um ein teilautonom agierendes Kampfflugzeug, das aber nicht allein fliegt, sondern als Wingman ein bemanntes Kampfflugzeug begleiten wird. Der "Loyal Wingman" wird in Zusammenarbeit mit der Royal Australian Air Force entwickelt.

Bereits 2020 soll ein Prototyp fliegen können. Ein bemannter Jet soll von vier bis sechs dieser Roboterflieger begleitet werden. Der Loyal Wingman wird in der Lage sein, teilautonom zu fliegen, kann aber auch von einem nahe gelegenen Flugzeug oder einer Bodenkontrollstation aus gesteuert werden. Ziel ist es dabei, die enorm hohen Einsatzkosten für Luftangriffe zu senken.

Günstige Vergrößerung der Schlagkraft

"Das Boeing Airpower Teaming System wird einen entscheidenden Vorteil für die bemannten/unbemannten Missionen der alliierten Streitkräfte bieten", sagt Kristin Robertson, Vice President und General Manager von Boeing Autonomous Systems. "Mit seiner Fähigkeit, verschiedene Arten von Missionen im Zusammenspiel mit anderen Flugzeugen durchzuführen, wird das neuestes Mitglied im Portfolio von Boeing ein Kraftmultiplikator sein, der die Luftmacht schützt und projiziert."

Über die genauen Fähigkeiten des Airpower Teaming System ist noch wenig bekannt. Es wird nur etwa zwölf Meter lang sein – das ist etwa zwei Drittel der Länge eine F/A-18 Super Hornet - und es soll eine Reichweite von 3700 Kilometern – 2000 Seemeilen – haben. Das System wird kampffähig sein und mit On-Board-Sensoren ausgestattet sein, die es ihm ermöglichen, Nachrichten-, Überwachungs- und Aufklärungs- und elektronische Kampfführungsaufgaben wahrzunehmen.

Von den bekannten Kampfdrohnen wird sich ATS merklich unterscheiden. Die neuen Maschinen müssen in etwa die fliegerischen Fähigkeiten des Führungsjets aufbringen, denn sonst würden die Begleitmaschinen den gesamten Angriff herunterbremsen. Eine Drohne vom Typ MQ-9A Reaper erreicht nur eine Spitzengeschwindigkeit von 482 km/h.

Gedacht für den Export

Das ATS wurde absichtlich außerhalb der USA entwickelt, um die dortigen restriktiven Exportregeln zu umgehen. "Dieses Flugzeug ist ein historisches Unterfangen für Boeing. Es wird nicht nur außerhalb der USA entwickelt, sondern auch so konzipiert, dass unsere globalen Kunden ihre lokalen Inhalte integrieren können, um ihren länderspezifischen Anforderungen gerecht zu werden", sagte Marc Allen, Präsident von Boeing International. "Unsere Kunden - angeführt von Australien - werden effektive Partner des Programms mit der Möglichkeit, ihre eigenen Fähigkeiten zur Unterstützung des Programms auszubauen, einschließlich einer Hightech-Belegschaft."

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