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LOUT-Drohne Lautlos und ohne Radarschatten - Airbus zeigt erstmals eine Stealth-Drohne

Der Demonstrator wurde gebaut, um die Signatur der Drohne in den Bereichen Radar und Schall zu messen.
Der Demonstrator wurde gebaut, um die Signatur der Drohne in den Bereichen Radar und Schall zu messen.
© Airbus
Airbus hat die Stealth-Drohne LOUT enthüllt. Das Entwicklungsmodell ist ein wichtiger Meilenstein in Richtung Stealth-Jet, denn Europa liegt hier weit hinter den USA, Russland und China zurück.

Zehn Jahre soll Airbus bereits an dieser Stealth-Drohne gearbeitet haben, nun wurde in Manching erstmals ein Demonstrator gezeigt. So ein Testmodell ist ein Stadium zwischen einem unverbindlichen Modell und einem Prototyp, der bereits wesentliche Funktionen abbildet. LOUT ist vier Tonnen schwer und etwa 12 mal 12 Meter groß. Trotz der gut sichtbaren Haube ist es das Modell einer unbemannten Drohne.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall, mit dem Low Observable UAV Testbed (LOUT) positioniert sich Airbus, um seine Fähigkeiten beim Bau eines Kampflugzeuges der sechsten Generation darzustellen - dem europäischen Projekt Future Combat Air System (FCAS) von dem bislang nur ein optisch unverbindliches Messeobjekt gezeigt wurde.

Konkret dargestellt werden Tarnfähigkeiten der Drohne, die nicht mit dem Radar geortet werden kann. Gleichzeitig darf das Fluggerät keine verräterische Wärmesignatur abgeben, es muss fast lautlos sein und soll auch optisch nicht ausgemacht werden.

Grundprobleme der Stealth-Technik

Die LOUT-Drohne soll all dies leisten, das heißt schon beim Demonstrator sollen die grundlegenden Probleme der Stealth-Oberfläche gelöst sein. Kritische Stellen sind etwa die Luftein- und -auslässe und die Austrittsstellen der Sensoren. Laut dem Modell hat Airbus das Rad nicht neu erfunden. Verdeckte, flache Schubdüsen, eine mit absorbierender Folie bezogene Kanzel und stark gepfeilte Flügelvorderkanten gehören zum Stealth-Repertoire. Entscheidend ist hier jedoch, welche Fähigkeiten die verwandten Beschichtungen und Folien besitzen und wie clever die Form der Drohne berechnet wurde. Grundsätzlich ist es hier durchaus möglich, dass ein Nachzügler auf diesem Feld auch den Platzhirsch USA in den Schatten stellen kann, weil in den Bereichen Algorithmen und Rechenleistung in wenigen Jahren große Fortschritte gemacht werden.

Ein langer Weg für Airbus

Für Airbus, das bislang kein Stealth-Flugzeug gebaut hat, ist LOUT ein gewaltiger Schritt in Richtung auf einen Stealth-Jet. Allerdings ist der Demonstrator kein Prototyp. Es gibt keinen Hinweis, dass LOUT bereits geflogen ist oder überhaupt eine Flugfähigkeit besitzt – von einer Erprobung unter realistischen Bedingungen kann daher nicht ausgegangen werden.

Airbus zeigt immerhin eindrucksvoll, dass das Konsortium bei der Entwicklung des Future Combat Air System (FCAS) nicht bei null anfängt. Das ändert allerdings nur wenig an der misslichen Ausgangslage der europäischen Rüstungsindustrie. Nicht nur die USA, auch Russland und China verfügen inzwischen über einsatzfähige Stealth-Jets und Stealth-Drohnen. Bis dahin ist es noch ein langer Weg für Airbus.

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