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Drohnenkrieg: Kalaschnikows Kamikaze-Drohne wird den Bodenkrieg revolutionieren

Das Sturmgewehr AK-47 von Michail Kalaschnikow prägt die Kriege bis heute. Nun hat die Firma Kalaschnikow eine Angriffsdrohne vorgestellt. Das Billig-Gerät wird die Armeen des Westens vor erhebliche Probleme stellen.

KUB-BLA: Russland stellt neue Kamikaze-Drohne vor

Die russische Waffenschmiede Kalaschnikow hat eine Selbstmord-Drohne vorgestellt. Die KUB-BLA wurde als Modell auf der Messe IDEX-2019 in Abu Dhabi gezeigt. Es handelt sich um keine futuristische Vision: Die Drohne ist nach Angaben von Kalaschnikow getestet und verkaufsfertig.

Nach der Messe wurde ein Testvideo veröffentlicht, in dem sich die Drohne auf ihr Ziel stürzt – ganz im Stil der Kamikaze-Piloten des kaiserlichen Japans.

Die Drohne selbst ist relativ klein – sie misst nur 120 Zentimeter Spannweite und 95 Zentimeter in der Länge – und wird von einem Propeller angetrieben. Der Brummer wird 130 Kilometer schnell und hat eine Reichweite von etwa 60 Kilometern. Der Gefechtskopf ist etwa drei Kilogramm schwer. Anders als die großen Kampfdrohnen wie die Reaper aus den USA oder die CH-5 aus China hält die KUB-BLA nur einen Einsatz lang – sie greift ein Ziel an und wird dabei zerstört.

130 km/h Spitzengeschwindigkeit, eine begrenzte Reichweite und nur drei Kilogramm Sprengstoff -  das hört sich nicht berauschend. Dennoch nehmen Experten an, dass diese Drohne den Bodenkrieg revolutionieren wird – so wie es einst das Sturmgewehr Ak-47 von Kalaschnikow getan habe.

Stärkt die kleineren Konfliktteilnehmer 

Wieso? Waffen wie die KUB-BLA "demokratisieren" den Drohnenkrieg. Große Kampfdrohnen besitzen nur wenige Staaten. Im Westen wird ihre Verbreitung durch strenge Regeln limitiert. Vor allem aber sind diese Großdrohnen relativ teuer und müssen von Spezialisten gewartet werden. Um sie erfolgreich einsetzen zu können, muss man zudem die Luftherrschaft über dem Kriegsgebiet besitzen.

KUB-BLA hingegen ist einfach zu bedienen und soll sehr zuverlässig sein. Im Gegensatz zu den Drohnen aus den USA und Israel wird die KUB "sehr billig" sein, so ein Vertreter von Kalaschnikow. Es wird "ein Schritt in Richtung einer völlig neuen Form des Kampfes" sein, sagte Sergey Chemezov, Vorsitzender des staatlichen russischen Waffenherstellers Rostec, zu dem die Kalaschnikow Gruppe gehört.

Okhotnik-B: Das ist Russlands supergeheime Riesendrohne

Überraschend ist die Entwicklung nicht. Im Oktober 2017 erklärte Verteidigungsminister Sergej Shoigu, dass sich die Beschaffungsprioritäten des Kreml auf "Schockdrohnen" konzentrieren würden. Im März 2018 sagte der stellvertretende Generaldirektor von Tekhmash - auch Teil von Rostec - fest, dass das Unternehmen damit begonnen habe, kleine Drohnen für Nahkampfwaffen oder zu entwickeln. "KUB-BLA wurde entwickelt, um entfernte Bodenziele zu zerstören", erläutert Kalaschnikow. "Ein unbemanntes Luftfahrzeug bringt eine spezielle Ladung zu den Koordinaten des Ziels, die manuell oder im Bild vom Leitsystem der Drohne eingestellt werden."

Autonome Zielführung der Drohne

Eine Besonderheit der KUB-BLA: Sie ist ein Killer-Roboter. Die Drohne soll in der Lage sein, über feindliches Gebiete zu fliegen, dort selbstständig "lohnende" Ziele zu erkennen und diese anzugreifen. Das ist eine Technik, wie sie auch fortgeschrittene Panzerabwehrraketen besitzen. Dabei ist die Drohne so klein, dass man ein halbes Dutzend Drohnen auf einem Pick-up transportieren könnte.

Derartige Billig-Waffen begünstigen im Prinzip die Infanterie kleiner Armee und machen das Leben für einen Gegner schwer, der Großtechnik ins Feld führt. Seine Artilleriegeschütze, Panzer und Kommandostellen können überall angegriffen werden. Für Staaten, die gern mit überlegenem Militär in anderen Ländern "intervenieren", wird die Kriegsführung deutlich komplizierter, wenn die Gegner über Drohnen von der Art der KUB-BLA verfügen. Auch wenn sie die totale Luftherrschaft besitzen, müssen sie dann stets mit Angriffen aus der Luft rechnen. Eine Reichweite von 60 Kilometern hört sich zunächst nicht überragend an, doch es bedeutet, dass um jede Einrichtung in Kriegsgebiet ein Perimeter von über 100 Kilometer Durchmesser gesichert werden muss.

Erfahrungen aus dem Syrienkrieg

In das Konzept der neuen Waffen sind die Erfahrungen Russlands in Syrien eingeflossen. Der IS nutzte erstmals zivile Kleindrohnen, um mit ihnen Sprengladungen auf Soldaten abzuwerfen. Die russische Luftwaffenbasis in Syrien wurde zudem mehrmals von Drohnenschwärmen angegriffen. Auch die KUB-BLA eignet sich für den Schwarmangriff. Wegen ihrer geringen Flughöhe sind diese Drohnen ohnehin schwer abzufangen. Die eigentliche Idee des Schwarmangriffs ist es, dass die gegnerische Luftabwehr mit einer Vielzahl von Objekten zu überfordern. Gegen die billigen Drohnen müssen vergleichsweise teure Luftabwehrraketen eingesetzt werden – man muss dann nur sehr viele Drohnen anfliegen lassen, bis sich die Abwehrbatterien lehrgeschossen haben.

Quelle: JamestownKalaschnikov Group

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