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Autonome Kampfmaschinen: Russlands Roboter-Panzer sind menschlichen Soldaten überlegen

In Praxis-Tests schnitt der Roboter-Panzer vom Typ Nerechta besser ab als bemannte Konkurrenzmodelle. Die russische Armee will den autonomen Mini-Panzer offiziell in Dienst stellen. Auch US-Spitzenmilitärs erwarten, dass Roboter schon in den nächsten Jahren auf dem Schlachtfeld kämpfen werden.

Die kleine Plattform soll Soldaten im Infanteriegefecht begleiten.

Die kleine Plattform soll Soldaten im Infanteriegefecht begleiten.

Russland erprobt derzeit Kampfroboter auf Truppenübungsplätzen, auch beim umstrittenen Zapad-Manöver in Weißrussland waren derartige Maschinen im Einsatz. Hauptmann Oleg Pomazuev, Leiter der Abteilung für Innovationsforschung des Verteidigungsministeriums, verriet der russischen "Militär Revue", dass die Roboter bei der Erprobung die Leistungen von mit Menschen besetzten Panzern übertroffen haben. Nach dem Testlauf plant die russische Armee, den Kampfroboter Nerechta in den aktiven Dienst zu übernehmen, sagte Pomazuev.

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Von den getesteten Geräten hat sich die Nerechta-Plattform offenbar am besten geschlagen. Von ihr wurden drei Varianten entwickelt: Geeignet für den Kampf, Transportaufgaben und Artillerie-Beobachtung. Die Gefechtsversion kann mit einem schweren 12,7-mm- Maschinengewehr oder mit einem leichten 7,62-mm-Maschinengewehr ausgestattet werden. Zusätzlich kann ein automatischer Granatwerfer AGS-30 installiert werden. Der Werfer verschießt in schneller Folge Granaten des Kalibers 30 mm. Schon jetzt werden Roboter für die Minenräumung verwendet. Nach dieser Ankündigung ist zu erwarten, dass die Maschinen in kurzer Zeit auch bei Kampftruppen eingesetzt werden. 

Feuerkraft zur Unterstützung der Infanterie

Mit kleinen automatisierten Panzern wie der Nerechta zieht das russische Militär die Lehren aus den Kriegen der Gegenwart. Das klassische Bewegungsgefecht motorisierter Großverbände verliert an Bedeutung. Die Kriege von heute verlagern sich in die Städte oder zumindest in urbanes Gelände. Für diese Einsatzgebiete hat Moskau bereits den Unterstützungspanzer Terminator 2 auf Basis der alten T-72-Fahrgestelle entwickelt. 

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Die kleineren Plattformen wie die Nerechta sind dafür konzipiert, mit einer Gruppe von Infanteristen direkt ins Gefecht zu rollen. Sie sollen die Soldaten auch in Gassen und im unübersichtlichen Terrain begleiten können. Dort können sie einer Schützengruppe massive Feuerunterstützung geben. Normalerweise würden vier Soldaten benötigt, um das schwere MG und den Granatwerfer zu transportieren. Im Ernstfall müssten sie die Geräte jeweils erst aufbauen. Der Kampfroboter ist stets einsatzbereit und führt mehr Munition mit sich.

Eher Drohne als Roboter

Unklar ist der Automatisierungsgrad der Panzer. Das Wort Roboter suggeriert eine vollkommen autonom agierende Kampfmaschine. Tatsächlich wird Russland keine verwendungsfähigen Roboter besitzen. Man nimmt an, dass diese Maschinen zumindest teilweise per Fernbedienung gesteuert werden. Drohne wäre der richtige Begriff. 

Der MRK-27 BT soll mit seiner schweren Bewaffnung Sturmangriffe unterstützen.

Der MRK-27 BT soll mit seiner schweren Bewaffnung Sturmangriffe unterstützen.


Für den Einsatz bei Sturm-Pionieren und Anti-Terror-Einheiten wurde bereits der MRK-27 BT entwickelt. Die Maschine ist so klein, dass sie auch in Gebäuden eingesetzt werden kann. Dort kann sie eine enorme Feuerkraft freisetzen. Der MRK-27 BT ist mit Flammenwerfern, Maschinengewehr, Granatwerfer und Nebelgranaten bewaffnet. Er wird komplett ferngesteuert.

Weltweit geht die Entwicklung in Richtung vollautonomer Systeme. Nicht nur in Russland. Auch der Generalstabschef der US-Army, Mark Milley, sieht Roboter auf dem Vormarsch. Er sagte: "Ich garantiere Ihnen, dass sich die Technologien schnell verändern und den Charakter des Krieges verändern werden. Wir erleben heute Veränderungen im Maschinenbau, in der Robotik. Das sind autonome oder zumindest halb-autonome Systeme. Diese Dinge sind bereits da. Sie haben sich in der Praxis noch nicht durchgesetzt. Aber sie werden es sehr, sehr bald tun. In ein paar Jahren werden wir erleben, dass Roboter weit verbreitet sind."

Neben der Entwicklung kleinerer Roboter soll auch die russische Armata-Plattform, auf der unter anderem der T-14 Panzer aufbaut, zumindest vom Konzept darauf vorbereitet sein, in Zukunft von Elektronik und nicht mehr von Menschen gesteuert zu werden.


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