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M5 Robotic Combat Vehicle: Der US-Roboterpanzer, der aus einer Reality-TV-Show kam

Der M5 ist klein, wendig und stark bewaffnet. Er soll die großen Kampfpanzer begleiten und schützen. Aufgrund seiner extremen Motorisierung dürfte der M5 der schnellste Panzer der Welt sein.

Genaugenommen ist der Roboter noch eine Drohne, die ferngesteuert wird.

Genaugenommen ist der Roboter noch eine Drohne, die ferngesteuert wird.

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Auch die US-Army nähert sich mit Riesenschritten dem Roboterzeitalter. Nun wurde der Ripsaw M5 vorgestellt – er basiert auf den zivilen Fahrzeugen von Howe & Howe, die mit ihrer hohen Geschwindigkeit und extremen Geländegängigkeit für Aufsehen gesorgt haben.

Absurdität am Rande: Die Ripsaw-Serie wurde von den Brüdern Mike und Geoff Howe 2010 in ihrer Reality-TV-Show "Howe & Howe Tech" entwickelt. Es ist es kein Geheimnis, dass die patriotischen Howe-Brüder stets das Militär als Wunschkunden ihrer Minipanzer angesehen haben. Russland experimentiert seit einigen Jahren mit kleinen Roboterpanzern, soll in Syrien aber sehr ernüchternde Erfahrungen gemacht. Die Russen fokussieren sich bislang auf sehr kleine Systeme, die Infanteristen mir ihrer Feuerkraft unterstützen sollen oder bei terroristischen Bedrohungen eingesetzt werden können. Im Städtekrieg in Syrien soll sich vor allem die für die Fernsteuerung notwendige drahtlose Verbindung als problematischer herausgestellt haben, als das russische Militär erwartet hatte.

Viel zu schnell für Infanteristen

Unterstützungsroboter für Infanteristen müssen möglichst klein sein, damit sie die Soldaten in kleine Gassen oder auch in Gebäude begleiten können. Ihre Höchstgeschwindigkeit ist nicht so wichtig. Der schnelle und wendige Ripsaw M5 ist hingegen nicht als Begleiter für Fußsoldaten, sondern als Begleitfahrzeug – Wingman – für gepanzerte Fahrzeuge gedacht.

Im Vergleich zu einem Kampfpanzer ist der M5 ein Zwerg, aber doch so groß wie ein Pkw der Mittelklasse, wenn auch etwas flacher. Das Label "Roboterpanzer" übertreibt etwas, tatsächlich handelt es sich wie bei den russischen Modellen derzeit um eine teilautonome Drohne, die noch von einem Menschen ferngesteuert wird. Wie die größeren Schützenpanzer kann das M5 Robotic Combat Vehicle mit verschiedenen Rüstungsmodulen ausgestattet werden. Dabei sieht er fast wie ein Kampfpanzer in Kleinausgabe aus, denn die Standardbewaffnung ist ein drehbarer Turm vom Typ MCT-30, der mit einer automatischen 30 Millimeter Mk. 44 Bushmaster II Kanone und einem koaxial angeordneten Maschinengewehr ausgerüstet ist. Gegen Kampfpanzer richtet diese Waffe wenig aus, aber gegen Infanterie, leicht gepanzerte Fahrzeuge, Feldbefestigungen und Lkw ist die Kanone mit hohen Schussfolge eine sehr effektive Waffe.

"Wir sind zuversichtlich, dass die Ripsaw M5 der ideale Wingman für die US-Armee wird und dass wir diese Fahrzeuge schnell dorthin bringen können, wo sie sie brauchen", sagte Lisa Atherton, CEO von Textron Systems bei der Präsentation. Außerdem kann der Turm mit einem Starter für die Javelin-Panzerabwehrrakete und leichte Luftabwehrraketen ausgerüstet werden. Bei Aufklärungsmissionen kann der Ripsaw M5 Quadcopter-Drohnen mitführen.

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Hochmotorisiertes Leichtgewicht

Der M5 baut auf dem Fahrgestell des zivilen Bodenfahrzeugs EV3-F4 auf. Um Chancen für einen Militärauftrag zu haben, haben sich die Howe-Brüder mit zwei Rüstungsfirmen zusammengetan. Das maximale Gewicht des M5 beträgt nur 3,85 Tonnen, die leichte Bauweise des M5 ermöglicht, dass davon 2,7 Tonnen als militärische Nutzlast zur Verfügung stehen. Dieser leichte Minipanzer wird dabei entweder von einem 1.500 PS starken Benzinmotor oder einem 1.000 PS starken Dieselaggregat angetrieben. Vermutlich sind beides zivile Motoren so wie das Automatikgetriebe vom Lkw-Zulieferer Allison. Das geringe Gewicht und die extreme Motorisierung dürften den M5 zu dem bei weiten schnellsten und agilsten militärischen Bodenfahrzeug im Gelände machen. Der Diesel soll den M5 auf bis zu 100 km/h beschleunigen können. Zum Vergleich: Der über 60 Tonnen schwere Leopard II wird von einem Dieselmotor mit 1500 PS angetrieben.

Quelle: Army Technology 

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