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Krieg gegen den Terror: Drohnen-Pilot: "Ich habe ein Kind getötet, meine Vorgesetzten sagten mir, es sei nur ein Hund gewesen"

Weltweit führen die USA einen Drohnenkrieg gegen den Terror, der immer mehr zivile Opfer fordert. Den ehemaligen Drohnen-Piloten Brandon Bryant haben die Gräuel, die er am Bildschirm erlebte, in ein psychisches Wrack verwandelt.

Eine aufmunitionierte Drohne in Afghanistan

Eine aufmunitionierte Drohne in Afghanistan

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Von 2006 bis 2011 lenkte Brandon Bryant Kampfdrohnen für die US-Luftwaffe. Heute gehört er zu den bekanntesten Gegnern des weltweiten Drohnenkrieges. Am 7. Februar 2007 zerbrach etwas in ihm. Von seinem Kontrollposten in Las Vegas feuerte er eine Hellfire-Rakete über Afghanistan ab. Sie sollte ein Haus in die Luft jagen, von dem seine Vorgesetzten annahmen, dass sich dort ein Aufständischer aufhalte.

Brandon beobachtete den Ort, in den die Rakete einschlagen sollte, in HD auf seinem Bildschirm. Im letzten Moment lief ein kleines Kind ins Fadenkreuz. Brandon wurde nie mit dem Erlebnis fertig, auch weil seine Vorgesetzten den zivilen Kollateralschaden – so der Militärjargon – nicht protokollierten. Sie sagten ihm einfach, es sei ein Hund ins Haus gelaufen.

Zivile Opfer unerwünscht

Die näheren Umstände erzählte er nun der "Sun". Als sich seine Drohne vom Typ Predator nachts dem Ziel näherte, war kein Mensch zu sehen. Ihm wurde gesagt, dass sich ein wichtiges Ziel in einem Gebäude befand. Er sah nur ein paar Tiere in der Umgebung. Nachdem er die Hellfire-Rakete abgefeuert hatte, musste er das Fadenkreuz weiter auf das Gebäude halten – so wird die Rakete besonders exakt ins Ziel gelenkt. "Bei der sechs Sekunden-Marke rennt ein Kind ins Bild und versucht, in das Gebäude zu kommen", sagte Brandon Bryant der britischen "Sun". Er glaubt, das Kind habe die Rakete gehört und wollte sich in Sicherheit bringen – so lief es in den sicheren Tod. Der Vorfall wurde nicht protokolliert, die Vorgesetzten sagten einfach, es sei ein Hund gewesen. Doch nach Dienstschluss kontrollierte Brandon die Bänder. "Nach der Schicht nahm ich die Bänder und sah sie mir an, und ich dachte: Ja, das ist definitiv ein Kind."

Psychisch nicht vorbereitet

Obwohl er nie im Kampfgebiet gewesen war, wurde bei Brandon eine "posttraumatische Belastungsstörung" diagnostiziert. Ein häufiger Befund bei Drohnenpiloten. Von der Militärführung werden die Drohnenangriffe als chirurgisch sauber dargestellt. Und in technischer Hinsicht stimmt das auch. Die Sprengkraft der eingesetzten Raketen ist klein, sie müssen ihr Ziel genau treffen und arbeiten viel exakter, als etwa ein Artillerieschlag, der einen ganzen Wohnblock einebnet, nur um ein Haus zu treffen. Um Opfer unter Unbeteiligten zu vermeiden, setzen die USA neuerdings sogar Gefechtsköpfe ein, die auf Sprengstoff verzichten. Die sogenannten Ninja-Bomben töten durch Messer, die ausklappen. (Lesen Sie hierzu: Messer statt Sprengstoff – USA setzten "Ninja-Bombe" ein) Ihr tödlicher Radius beträgt kaum mehr als einen Meter. Zum Vergleich: Eine leichte Bombe wie die MK-82 zerstört in einem Radius von 32 Meter alle Gebäude und tötet jede Person in diesem Bereich. Eine andere Methode, um Zielpersonen einwandfrei zu erkennen, ist es, ihren Herzschlag durch einen Laser zu identifizieren (Lesen Sie hierzu: Pentagon – neuer Laser identifiziert Menschen mit ihrem Herzschlag).

Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Denn die Genauigkeit der Drohnenraketen nützt nichts, wenn die Informationen am Boden nicht stimmen. Wenn eine falsche Person als Ziel identifiziert wurde, Kinder und Frauen in der Umgebung übersehen wurden, sterben Unschuldige. So etwas passiert auch systematisch, wenn Informationen falsch interpretiert werden. Wegen ihrer für die Analysten der US-Army unerklärlichen Bewegungen im Gebirge, wurden in manchen Dörfern alle Hirten getötet. Sie suchten weitab aller Pfade und auch nachts nach ihren Tieren, so wurden sie als Aufständische identifiziert.

Das Grauen in HD

In früheren Kriegen sahen Artilleristen oder Bomberpiloten nie direkt ihre Opfer. Die Personen, die die Drohnen lenken, beobachten hingegen genau, was sie anrichten und welche Fehler sie machen. Stressverstärkend wirkt dabei, dass sie nach Dienstschluss in einer zivilen Umgebung leben und niemand ihre Arbeit als Kampfeinsatz ansieht. Der "Sun" schilderte Brandon Bryant seinen ersten Angriff auf eine Gruppe von Afghanen. Zwei Männer riss die Explosion der Rakete entzwei, sie waren sofort tot. Nicht so der Dritte, ihm wurde ein Bein abgerissen. "Ich sah, wie das Blut aus seinem Bein herausspritzte", erinnerte sich Brandon. Dann sah er auf seinem Infarotbildschirm, wie der Mann langsam starb und seine Körpertemperatur in dem Maße fiel, wie er verblutete. Ein Kollege lachte und schrie: "Bryant hat seine Jungfräulichkeit verloren!"

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Wegsehen dürfen die Operateure nicht. Sie sind angewiesen, die Szene zu beobachten, um festzustellen, ob jemand Hilfe leisten will, der die Leichen wegschaffen möchte. Die "New York Times" hat die Praxis der Zweitschläge ans Licht gebracht. Demnach würde eine zweite Rakete auf Helfer abgeschossen, wenn sie es wagten, den Opfern des ersten Schlages zur Hilfe zu kommen. "Als ich den Abzug drückte, wusste ich, dass es falsch war", sagte Brandon.

Pflicht ist keine Entschuldigung

Die Zahl der zivilen Opfer des Drohnenkrieges werden laut Angaben der "New York Times" vom US-Militär systematisch nach unten manipuliert. In der Folge müssen Männer wie Brandon Bryant allein mit den Erlebnissen, die es offiziell gar nicht gegeben hat, fertig werden. Operateure wie er würden weder darauf vorbereitet, was sie sehen werden, noch hilft ihnen jemand, diese Erlebnisse zu verarbeiten. Sie bekämen nur starke Medikamente, damit sie die anstrengenden zwölf-Stunden-Schichten vor dem Bildschirm durchhalten, klagt der Ex-Pilot.

Von seinem Sessel aus musste Brandon nicht nur die Schläge der Amerikaner mit ansehen, sondern auch die Gräuel der Taliban. Einmal beobachtete er einen Wagen, dessen Insassen ein Loch gruben. Dann holten sie einen Mann aus dem Kofferraum und warfen ihn in das Loch. Der Mann flehte und begann, sich zu wehren, da schoss der Fahrer ihm in den Kopf und hackte dem Opfer danach mit einer Machete den Kopf ab. Alles live übertragen nach Las Vegas.

Heute denkt Brandon Bryant an die Kriegsverbrecherprozesse nach dem Zweiten Weltkrieg. Auch damals hätten sich alle auf ihre Befehle berufen und behauptet, sie hätten nur ihre Pflicht getan, so Bryant. Er meint, wir müssten es heute besser wissen, als die Nazis damals. Nachts würden ihn die Personen, die er getötet hat, besuchen, sagte er Zeitung. "Ich sehe sie als Geister in Infrarot".

Quellen. NYT, The Sun

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