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Wingman-Drohnen: China zeigt Roboterdrohne, die Kamikaze- und Kampfeinsätze fliegen soll

Drohnen machen Kampflugzeugen allmählich den Rang streitig. Der erste Schritt sind unbemannte Begleiter, die Kampfjets in die Einsätze begleiten. China hat nun die LJ-1 vorgestellt. Sie ist explizit auch für Kamikaze-Einsätze konzipiert.

Das Foto zeigt eine konventionelle Drohne vom Typ CH-5 - Caihong-5.

Das Foto zeigt eine konventionelle Drohne vom Typ CH-5 - Caihong-5.

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Nach den USA hat nun auch China eine Wingman-Drohne entwickelt, sie wurde in Moskau gezeigt. Das Wingman-Konzept funktioniert so: Kein Kampflugzeug greift allein an. Meistens gibt es einen oder mehrere Begleitmaschine. Sie sollen nur durch unbemannte und weit günstigere Roboterdrohnen ersetzt werden. Sie folgen dem Piloten in den Einsatz und verstärken seine Maschine mit zusätzlichen Raketen oder mit Einrichtungen zur elektronischen Kriegsführung. Im Falle des Angriffs einer Luftverteidigungswaffe könnte sich eine Drohne auch opfern, um so die Pilotenmaschine zu retten. Und auch wenn das Konzept "Wingman" – also Flügelmann – genannt wird, ist es nur ein kleiner Schritt zu einem selbstständigen Einsatz.

Schnell und wendig wie ein Kampfjet

Boeing entwickelt das "Loyal Wingman"-Konzept in Australien, um so die strengen Exportregeln in den USA zu umgehen. Eine bisher im Westen unbekannte Firma hat nun auf der MAKS (Internationaler Luft- und Raumfahrtsalon) 2019 bei Moskau eine vergleichbare Drohne als Modell vorgestellt. Interessant ist dabei der breite obere Lufteinlass.

Von klassischen Drohnen unterscheiden sich diese Begleiter gewaltig, weil sie die gleiche Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit wie Kampfjets erreichen müssen – während bei den klassischen Überwachungs- und Angriffsdrohnen sehr viel mehr Wert auf eine möglichst lange Flugdauer und eine hohe Waffenlast gelegt wird. Die chinesische LJ-1 soll eine Doppelrolle einnehmen: Einerseits soll sie allein Operationen absolvieren können, andererseits soll sie als Hochgeschwindigkeitsübungsziel dienen. Das chinesische Portal "Global Times" schreibt, LJ-1 sei eine strahlgetriebene Drohne, die Kampfflugzeuge der dritten und vierten Generation und unter Umständen auch Jets der fünften Generation nachahmen können, dabei soll sie auch Stealth-Eigenschaften besitzen. Entwickelt wurde die Drohne von der Northwestern Polytechnical University mit Sitz in Xi'an.

Einsatz als Hochgeschwindigkeits-Marschflugkörper

Die "Aviation Week" schreibt: "LJ-1 wäre in der Lage, als Radarstörsender oder abgelegene Landangriffsrakete zu fungieren, so die chinesischen Entwickler. Es könnte auch eine Mission durchführen, um Infrarot-Sucher zu stören." Anders als beim Konzept von Boeing ist auch an Kamikaze-Einsätze gedacht. Mit einem speziellen Rüstsatz wird die Drohne dann in einen Marschflugkörper verwandelt, der im Ziel explodiert. Doch im Vergleich zu bisherigen Cruise-Missiles wäre die LJ-1 weitaus schneller und manövrierfähiger.

Zu erwarten ist, dass auch diese Drohne wie das gesamte chinesische Drohnenprogramm für den Export vorgesehen ist. Wegen der Verzahnung der militärischen Projekte mit den zivilen Herstellern von Drohnen werden die chinesischen Kampfdrohnen sehr günstig angeboten. Allerdings sind nicht alle Kunden mit den Leistungen zufrieden.

Quelle: Aviation Week

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