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Rüstung Ochotnik – Putins unsichtbare Kampfdrohne soll 2024 einsatzfähig sein

Die S-70 wird die Fähigkeiten von Russlands erstem Stealth Jet massiv erweitern.
Die S-70 wird die Fähigkeiten von Russlands erstem Stealth Jet massiv erweitern.
© Verteidigungsministerium Russland / Commons
Der Kreml hat bekannt gegeben, die Drohne S-70 Ochotnik in Serie bauen zu lassen. 2024 sollen die ersten Modelle ausgeliefert werden. Zusammen mit dem Stealthfighter Su-57 sollen die Drohnen weitreichende Angriffsgruppen bilden.

Die Ochotnik-Drohne wurde 2019 das erste Mal gezeigt. Das Besondere an ihr: Sie ist keine fliegende Beobachtungsstation, sondern kann Waffen einsetzen. Außerdem nutzt die Ochotnik-Drohne Stealth-Technik, das heißt, für normale Radaranlagen bleibt sie praktisch unsichtbar.

Frühere Auslieferung

Nun hat das russische Verteidigungsministerium auf YouTube ein kurzes Video eines neuen Testfluges gezeigt. Die Veröffentlichung begleitete die Ankündigung, die Tarnkappen-Drohne auch tatsächlich zu kaufen und in Serie bauen zu lassen. Die S-70 Ochotnik soll bereits im Jahr 2024 an die Truppe ausgeliefert werden.

Das ist ein Jahr früher als ursprünglich angekündigt. "Wir haben vom Verteidigungsministerium den Auftrag erhalten, die Konstruktionsarbeiten zu beschleunigen und den Zeitplan maximal anzupassen, damit die Lieferungen bereits ab 2024 beginnen können", so zitieren russische Medien Jurij Schljusar, Leiter der United Aircraft Corporation (UAC).

Wingman-Konzept

Als die Drohne im vergangenen Jahr auf der Internationalen Verteidigungsausstellung 2019 außerhalb Moskaus gezeigt wurde, sollte die Ochotnik vor allem demonstrieren, wozu Russlands Rüstungsindustrie fähig ist. Die S-70 ist als Nurflügler konzipiert. Diese Bauform führt zu einem kleinen Radarschatten. Darüber hinaus wurde die Ochotnik mit einer Anti-Radar-Beschichtung versehen, die Waffen werden in Schächten innerhalb des Flugkörpers transportiert. Die S-70 soll 1000 km/h schnell fliegen können.

Seit der Vorstellung wurden gelegentlich Videos gezeigt, im September der erste gemeinsame Flug mit einer Su-57, Russlands erstem Stealth-Kampfjet. Ein Hinweis, dass die Drohne nicht nur allein operieren wird, sondern als unbemannter Wingman Kampfflugzeuge unterstützen soll.

Das Verteidigungsministerium beschrieb die Rolle der S-70 als Erweiterung der Su-57. Sie soll die Fähigkeiten des Jets mit spezifischen Radarsystemen, Geräten der elektronischen Kriegsführung und Waffen erweitern. Zusammen mit der Su-57 sollen Waffen von sehr großer Reichweite gegen Luft- und Bodenziele eingesetzt werden, wobei der bemannte Fighter durch die Drohnen vor der feindlichen Luftabwehr und feindlichen Jägern geschützt wird.

Einsatz weitreichender Waffensysteme

Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax kann die Drohne 2000 Kilogramm schwere Waffen tragen und erreicht eine Flugreichweite von 6000 Kilometern. Es ist ein sehr viel größeres System als die bekannten US-Drohnen vom Typ MQ-1 Predator oder Grey Eagle, deren Nutzlast keine 500 Kilogramm beträgt. Die S-70 ist "unsere schwere Angriffsdrohne mit beispiellosen Fähigkeiten, mit dem größten Kampfradius, dem breitesten Waffenspektrum und der umfangreichsten Ausrüstung", so Schljusar. "Drohnen dieser Klasse werden nur von zwei Ländern entwickelt und hergestellt: den USA und China."

Versicherung verriet die Kosten des Prototypen

Im Juni gab die Nachrichtenagentur "Tass" einen Hinweis auf die Kosten des Systems. Demnach wurde die Drohne für umgerechnet 15 Millionen Euro versichert. Neben der Stealth-Drohne wird in Russland an einer konventionellen Drohne, der Orion, gearbeitet. Hier ist die Entwicklung weiter fortgeschritten, die Orion soll bereits über Syrien eingesetzt worden sein. In Deutschland gibt es eine Diskussion über den Kauf von Kampfdrohnen. Im Einsatz sind derzeit nur Beobachtungsdrohnen wie die israelische Heron 1. Airbus hat 2019 allerdings das Konzept einer Stealthdrohne gezeigt.

Quellen: Tass, Nationalinterest, Flight Global 

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