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Wostok 2018: 300.000 Soldaten - Russland und China planen das größte Manöver seit dem Kalten Krieg

Trump übt Druck auf Russland und China aus. Nun tun sich die beiden Länder zusammen. In Asien sollen die größten Manöver seit Ende des Kalten Krieges stattfinden.

Die Übung Zapad 2017 war wesentlich kleiner als das nun geplante Großmanöver.

Die Übung Zapad 2017 war wesentlich kleiner als das nun geplante Großmanöver.

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Schon im nächsten Monat plant Russland die größten Kriegsmanöver seit dem Ende der Sowjetunion. Die Großübung "Wostok 2018" wird in Sibirien stattfinden.

Das Manöver wird "sowohl wegen der Größe des Territorium als auch wegen der Anzahl der beteiligten Truppen beispiellos sein", so der oberste Oberbefehlshaber der russischen Streitkräfte, General Sergei Shoigu.

Insgesamt sollen 300.000 Soldaten, 1000 Flugzeuge, zwei Flotten und alle Luftlandetruppen Russlands beteiligt sein. Damit wäre das Manöver mehr als doppelt so umfangreich wie "Wostok 2014". Damals waren nach russischen Angaben 155.000 Soldaten und 600 Flugzeuge beteiligt.

Russische Militärmanöver sind nichts Ungewöhnliches, besondere politische Brisanz erhält das Wostok 2018 wegen der Beteiligung Chinas. Peking soll 3.200 Soldaten, 900 Waffenträger und 30 Flugzeuge und Hubschrauber bereitstellen, die vom 11. bis 15. September auf dem russischen Trainingsgelände Tsugol üben werden. Laut Shoigu soll es das "größte Ereignis seit den Zapad-81-Manövern" sein. Damals waren 150.000 Soldaten beteiligt gewesen sein. Auch bei Vostok 2014 nahmen laut Kreml-Angaben 155.000 Soldaten, 8.000 Fahrzeuge, mehr als 600 Flugzeuge und 80 Schiffe teil.

Der Kreml rüstet auf

"An der Übung werden die östlichen und zentralen Militärdistrikte, die Nordflotte, Luftlandetruppen, Langstrecken- und Militärtransportflugzeuge sowie Kommandozentralen und Streitkräfte der chinesischen und mongolischen Streitkräfte beteiligt sein", sagte Shoigu der Nachrichtenagentur Tass.

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Der Leopard 2A6 kann sich in Vergleichsübungen der NATO Panzer regelmäßig gegenüber dem M1 Abrams durchsetzen. Hierbei kommt es aber vor allem auf die taktischen Fähigkeiten der Besatzung an. Im Panzerwettbewerb 2016 der USA hatten die beiden Army Teams mit ihren M1 keine Chance. Die drei Leopard-Mannschaften aus Deutschland, Dänemark und Polen belegten die ersten drei Plätze. Sieger wurde Deutschland.

Der Leopard 2A6 kann sich in Vergleichsübungen der NATO Panzer regelmäßig gegenüber dem M1 Abrams durchsetzen. Hierbei kommt es aber vor allem auf die taktischen Fähigkeiten der Besatzung an. Im Panzerwettbewerb 2016 der USA hatten die beiden Army Teams mit ihren M1 keine Chance. Die drei Leopard-Mannschaften aus Deutschland, Dänemark und Polen belegten die ersten drei Plätze. Sieger wurde Deutschland.

Zu erwarten ist, dass der Kreml auch seine modernsten Raketenwaffen vorführen will.

Trotz regelmäßiger Meldungen über russische Geldprobleme bei den Rüstungsprogrammen sagte ein Bericht der US-Nachrichtendienste von 2017, dass Moskau ein "massives staatliches Rüstungsprogramm" gestartet habe, das darauf zielt, die Streitkräfte bis 2020 zu 70 Prozent mit neuer oder modernisierter Ausrüstung auszustatten.

Nach dem Kalten Krieg verzichteten der Westen und Russland eine Zeitlang auf derartige Großmanöver. Man übte den Ernstfall lieber kostengünstig mit Befehlsstäben und einer minimalen Anzahl von Truppen. Tatsächlich aber geben nur Großmanöver ein realistisches Bild von den Fähigkeiten einer Armee ab. Bei "Wostok 2018" wird eine Armee in der Größe einer echten Kriegsstreitmacht quasi im "Praxistest" zeigen, dass man sie von den Heimat-Kasernen verlegen kann und dass sie unter diesen Bedingungen kampffähig bleibt.

China fordert die USA hervor

Parallel fordert China die militärische Dominanz der USA heraus. Auch Peking modernisiert das Militär. In den letzten beiden Jahren wurde der erste in China entwickelte Flugzeugträger gebaut, dazu eine Gruppe von Lenkwaffenzerstörern, die weltweit als modernste Schiffe ihrer Klasse gelten. Zudem hat China als erstes Land nach den USA einen eigenen Stealth-Fighter in Dienst gestellt.

Das Portal "China Military online" kommentiert, das Manöver stelle eine neue Etappe der militärischen Zusammenarbeit zwischen China und Russland dar. Traditionell sind China und Russland Rivalen in Asien, der Druck durch die USA schweiße die Länder nun zusammen.

"Einige Hegemonialmächte üben auf China und Russland Druck aus, indem sie die beiden Länder in politischen, wirtschaftlichen und militärischen Bereichen schwer treffen."

"Ein Grund für die Teilnahme Chinas an dem Großmanöver ist die Demonstration seiner Freundschaft mit Russland. Zudem spiegelt die Beteiligung Chinas die subtilen Veränderungen in der Einschätzung der globalen Lage.

Der Militäranalyst Zhou Chenming sagte der "South China Morning Post", dass die Volksbefreiungsarmee sich den Austausch mit den kriegserfahrenen russischen Streitkräften wünsche. "Putin will die Manöver mit der Volkbefreiungsarmee nutzen, um militärische Stärke zu zeigen, doch er will die Vereinigten Staaten nicht zu sehr irritieren, also wählte er die weniger sensible Trans-Baikal-Region im Fernen Osten, weit entfernt von den US-Verbündeten in Europa."

Die Muskelspiele des Militärs bilden den Hintergrund des Eastern Economic Forum in Wladiwostok. Dort werden der chinesische Präsident Xi Jinping und Wladimir Putin teilnehmen.