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E-Mobilität E-Autos an Straßenlaterne aufladen – wie ein Berliner Start-up London revolutioniert

Auch in Berlin ist Ubitricity aktiv.
Auch in Berlin ist Ubitricity aktiv.
© Ubitricity
Warum nicht einfach den Ladestrom aus der Straßenlaterne nehmen? Mit dieser Idee überzeugte Ubitricity aus Berlin Kommunalpolitiker in London – an vielen Lampen werden die Anwohner in Zukunft ihre E-Autos aufladen können.

Zwei große Probleme gibt es beim E-Auto. Das eine ist die Batterie, das zweite die Lademöglichkeit. Für den Garagenbesitzer ist die Sache mit dem Stromanschluss relativ einfach zu lösen – nur was sollen all die Parker ohne eigenen Stellplatz machen?

Warum nicht einfach den Strom aus der Laterne nutzen? Das ist zumindest die Idee des Berliner Start-ups Ubitricity. In die bestehenden Lampen wird eine Steckdose eingebaut – wer Strom tanken will, benötigt ein smartes Kabel, mit dem auch die Abrechnung vorgenommen wird. Obendrein wird die Straßenbeleuchtung auf energiesparende LED umgerüstet.

Das Unternehmen ist in ganz Europa aktiv, aber die Installationen in den Londoner Stadtteilen Barnes, Hounslow, Twickenham, Kensington und Westminster sind ein Meilenstein. Greg Edwards, Transportplaner in London, erläutert die Vorzüge dieser Lösung. "Weil diese Technik in die bestehenden Straßenlampen integriert werden kann, können wir es vermeiden, unsere Straßen mit zusätzlichen Säulen zuzustellen. Und weil wir uns an das bestehende Stromnetz anschließen können, müssen wir nicht an den Straßen arbeiten. Das spart Zeit und Geld."

Kein weiteres Mobiliar auf der Straße

Kommunalpolitiker Peter Buckwell sagte der "Daily Mail", dass die schlechte Luftqualität eines der großen Probleme von London sei. Fahrzeuge ohne lokale Emissionen können helfen, diese Probleme zu lösen. "Aber wir müssen auch eine Infrastruktur dafür schaffen." 

Die Installation einer Ladestation soll nur 30 Minuten dauern. Andere Systeme kosten 7000 Euro, das Modell aus Berlin kaum mehr als 1000. Dafür kostet das smarte Ladekabel etwa 50 Euro mehr als ein herkömmliches Modell. Auf Dauer hoffen die Kommunen die Ausgaben durch eine Gebühr von 10 Cent pro Ladevorgang refinanzieren können. Allein im Stadtteil Hounslow sollen zum Start 36 Ladepunkte eingerichtet werden, im Sommer 2019 sollen es 75 sein.

Ausbau ist möglich

In der bestehenden Infrastruktur ist nur das langsame Laden mit normalen Stromstärken möglich – für die Anwohner, die über Nacht aufladen, dürfte das kein Problem sein. Ohne Ausbau der Versorgungsnetze kann nicht jeder Parkplatz einer Straße mit Strom versorgt werden. Aber ein Anfang ist gemacht, auch wenn derzeit die meisten Fahrzeuge noch Verbrenner sind. Sollte der Bedarf nach Ladestationen größer werden, könnte man nach und nach die Stromversorgung verbessern und so mehr Ladestationen schaffen.


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