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Ford Ranger Raptor Special Edition Harter Hund

Ford Ranger Raptor Special Edition
Ford Ranger Raptor Special Edition
© press-inform - das Pressebuero
Bevor es nächstes Jahr einen neuen Ranger gibt, bringt Ford noch eine Special Edition des Rangers heraus. Die wird äußerlich ihrem furchteinflößenden Namen gerecht, aber könnte noch etwas mehr Kraft vertragen.

Ein Raptor-Dinosaurier hatte 80 messerscharfe gebogene Zähne, von denen einige sogar über 2,5 Zentimeter lang waren. Der Ford Ranger Raptor bringt es auf 156 kW / 213 PS und gewinnt den zahlenmäßigen Vergleich. Doch der Biss ist trotz des maximalen Drehmoments von 500 Newtonmetern nicht ganz so kräftig wie beim vorzeitlichen Raubtier. Vor allem, weil der Ranger mit dem martialischen Namenszusatz, nicht mehr Power hat, als die zahmen Brüder. Wir wünschen uns mehr Kraft, damit das Fahrzeug seinem Namen auch gerecht wird. Schließlich waren die Raptoren im Film "Jurassic Park", blutrünstig und sauschnell.

"Beim Ranger Raptor geht es um Präsenz und nicht um reine Kraft", heißt es bei Ford. Um den "bad ass" (harten Hund) ins rechte Licht zu rücken, hat die Pflaumen-Marke Sergio Leones legendären Spaghetti-Western "The Good, the Bad and the Ugly" mit dem Ranger Raptor SE in der Rolle des Bad-RSE neu aufgelegt. Was wohl der Schauspieler Lee van Cleef, der den Bösen verkörperte, dazu sagen würde?

Also schauen wir uns das Outfit des Cowboys genauer an. Schwarze Streifen mit rotem Rand zieren die Motorhaube und weiter über das Dach bis hin zur Laderaum-Heckklappe sowie seitlich entlang der Schweller bis in die hintere Flanke der Bordwand. Im Innenraum dürfen die obligatorischen roten Ziernähte und der rote Strich, der bei Sportwagen die Nullstellung des Lenkrades markiert. Dass es die Special Edition des Ford Ranger nur mit Doppelkabine gibt, goutieren wir, denn so haben auch Erwachsene in der zweiten Reihe Platz. Insgesamt ist der Ranger Raptor SE für europäische Verhältnisse 5,36 Meter lang. Im Vergleich mit dem gleichnamigen Saurier, der es nur auf zwei Meter bringt, geht der Punkt in dieser Kategorie eindeutig nach Dearborn. Zumal die Pritsche 1.575 Meter misst ist und man auf ihr einiges unterbringt.

Der Ford Ranger Raptor hat ein Performance Fahrwerk verbaut, das 51 Millimetermehr Bodenfreiheit und 850 Millimeter mehr Wattiefe ermöglicht als der Ranger XLT. Damit der Raptor nicht zu hochstelzig dasteht, haben die Ingenieure die Spur um 15 Zentimeter verbreitert. Vorne kommt eine doppelte Aluminium-Querlenker-Achse, während hinten eine Multilink-Radaufhängung hinten im Einsatz ist. Gekoppelt mit den variablen Fox-Dämpfern verlängert sich der Federweg an der Vorderachse um 32 und für die Hinterräder um 18 Prozent verlängert. Auch wenn der Raptor für das Gelände optimiert wurde, zeigt sich das Fahrwerk auch auf schnödem Asphalt von seiner guten Seite. Bei allem Komfort spürt man immer noch, war unter den mächtigen Walzen vorgeht.

Beim Antriebsstrang unterscheidet sich die Raptor-Version im Detail von den regulären Rangern. Zwar schaltet auch beim Raptor die Zehngangautomatik aus dem Mustang, statt eines "S" für sportlichere Fahrstufenwechsel wählt man beim Saurier "M" und nimmt sein Schaltglück mit den beiden Paddeln am Lenkrad in die eigene Hand. Dazu kommen sechs Fahrmodi, darunter das nach der bekannten kalifornischen Rallye benannte Baja-Programm für schnelle Geländefahren. Wir haben den Sport-Modus gewählt und sind gut damit klargekommen. Aber eines muss jedem klar sein, der sich so einen Ranger Raptor SE für mindestens 70.014 Euro holt: Ein Vierzylinder-Turbodiesel macht aus einem 2.510 Kilogramm schweren Pick-up noch kein Alphatier. Auch wenn die 500 Newtonmeter Drehmoment, die ab 1.750 Umdrehungen bereitstehen, dem Pritschenwagen gut tun. Allerdings endet bereits bei 2.000 U/min die Herrlichkeit. Allerdings beeinflusst dieses schmale Drehzahlband das Vorankommen nicht. Solange man mit dem Gaspedal zurückhaltend umgeht, ist dank der etwas kürzeren Übersetzung auch alles in bester Ordnung. Aus dem Stand erreicht der Raptor SE nach 10,5 Sekunden Landstraßentempo, ist bis zu 170 km/h schnell und gönnt sich dabei 10,6 l /100 km. Da der Kraftstank 80 Liter fasst, ist Reichweitenangst kein Thema.

Ein Dauerthema bei Ford ist das Infotainment, das im Vergleich zu manchen europäischen Versionen altbacken wirkt. Das liegt weniger an der Größe des Acht-Zoll-Displays als vielmehr an der grafischen Anmutung und dem Funktionsumfang. Zu einem Pick-up wie dem Ranger mag dieser Kommunikations-Purismus ja ganz gut passen, aber im Jahr 2021 sollte da schon mehr drin sein. Das gilt - wie gesagt - auch für den Motor. Nächstes Jahr wird es ja einen neuen Ranger geben - und damit auch eine Raptor-Version. Mal sehen, ob unsere Wünsche erhört werden. Vielleicht gibt es ja dann einen Werbespot, in dem der rollende Saurier die Clint Eastwoods Rolle des knallharten Cops "Dirty Harry" einnimmt. Der Verbrecherjäger aus San Francisco war ja immer mit einer 44er-Magnum-Handfeuerwaffe unterwegs.

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