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Im Porsche Macan durch Marokko Die Wüste lebt


Auf der Rennstrecke hat der Porsche Macan seine dynamischen Fähigkeiten eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Doch wie schlägt er sich im Atlas-Gebirge und in der marokkanischen Wüste?

Marrakesch pulsiert. Komplett verhüllte Frauen stehen neben Teens in Hotpants und wespige Mopeds kämpfen mit Dacias und Mercedes-Benz des Typs W123 um die Vorherrschaft auf den Straßen. Die Fahrzeuge mit dem Stern haben noch die hellbeige Taxi-Folierung und ab und an auch einen Spoiler, der selbst bei ATU aus dem Angebot fliegen würde. Die Hupe gehört zum Stadt-Fahren dazu; genauso, wie arabische Flüche und Verwünschungen. Doch wie so oft, folgt auch in der marokkanischen Metropole das Chaos unbekannten Regeln, so dass nichts passiert. Mittendrin rollt der Porsche Macan, der wie ein Fremdkörper in archaischen automobilen Bienenstock wirkt. Es geht heraus aus der Stadt. Am Horizont schimmert mächtig das Atlasgebirge. Den Straßenrand schmücken Zypressen, Kakteen und Olivenbäume. Irgendwann wird die vierspurige Straße zweispurig - und dann noch schmaler. Die Landstraßen verwandeln sich langsam in Schotter-Rollbahnen. Der Porsche Macan macht alles klaglos mit. Auch wenn die Schlaglöcher langsam die Größe von kleinen Tümpeln annehmen und die Felsen bis an die Radnabe reichen. Das Porsche-SUV bewältigt dank variablem Allradantrieb und genug Bodenfreiheit alle Hindernisse.

Die Landschaft ändert sich, je weiter die Fahrt in Richtung der mächtigen Berge geht. Die Wüste rückt näher. Kein Sand. Es bleibt immer noch erstaunlich grün. Wiesen, Büsche. Sanfte Hügel und viele Schafe. Die wild über die Straße hetzen. Da bleibt nur noch ein beherzter Tritt in das Bremspedal um ein wild umherspringendes Lamm vor dem frühen Tod zu bewahren. Auch die Anzahl der Autos sinkt rapide, weiter die Fahrt ins Hinterland führt. Immer häufiger sieht man alte Pick-Ups, deren Ladefläche mit mindestens sechs Passagieren voll besetzt ist. Dass die Reifen aufgrund des Gewichts fast in den Radkästen verschwinden - wen juckt\'s. Sind noch mehr Passagiere zu transportieren, müssen betagte Ford Transits herhalten. Kaum klappt die Hecktür auf, spuckt das Auto einige Insassen aus. Damit nicht genug. Ein kleiner Junge sitzt auf dem Dachträger, der übervoll mit Reifen und Stroh bepackt ist.

Die motorisierten Zweiräder nehmen zu. Oft sitzen zwei Personen auf den motorisierten Drahteseln. Vorne der Mann und hinten die Frau. Auch die Häuser verändern sich zunehmend. In den kleinen Berg-Dörfern rollt der Porsche an flachen hellbeigen Lehm-Baracken vorbei die mühsam verputzt sind. Fenster? Fehlanzeige. Frauen im Kaftan beherrschen die regionale Szene. Die Männer tragen Jeans und Sandalen oder die unvermeidlichen Adidas-Trainingshosen. Das schmale Asphalt-Band schlängelt sich wie ein gigantischer Wurm um die Hügel. Je weiter man sich von der großen Stadt entfernt, umso simpler werden die Lebensumstände. Kinder spielen auf den staubigen Straßen Fußball. Männer sitzen in Cafés, die riesigen Auslagen gleichen trinken Tee und gestikulieren. Gerüche wabern durch die staubige Luft. Der leicht süßliche Geruch der Ras-el-Hanout-Gewürzmischung mischt sich mit schärferen Odeur von frisch gebratenem Hammelfleisch.

Esel traben gemächlich am Straßenrand. Die alten Männer reiten im Damen-Sitz, bei dem beide Beine auf einer Seite nach unten hängen und im Schritt-Stakkato des Tieres wippen. Die Gerte in der rechten Hand ist nur Zierrat. Der Esel weiß auch so, wo es lang geht. Deswegen ist anderen selbst das zu viel Aufwand. Sie lassen das Maultier Holzkarren ziehen, auf dem sie liegen und ein Nickerchen halten. Weiter geht es auf der Tour durch Marokko. Rein in die Wüste. Wer Lawrence-von-Arabien-Romantik erwartet, wird enttäuscht. Ab und an tauchen Kamele auf, aber riesige Sanddünen sucht man vergebens. Schroffe Felswände aus rotem Stein, die sich mit den symmetrisch wirkenden Schiefer-Ablagerungen abwechseln beherrschen das. Doch noch immer wachsen Gras und Büsche, danach wieder Granit, Kies und Geröll. Schafe tauchen wieder auf. Die Wüste lebt. Zumindest in diesem Teil. Deswegen weiden hier auch immer wieder Ziegen, die trittsicher an den bewachsenen Hängen herumklettern.

Da hinten lagern Berber, die sich selbst "Imazighen" nennen, was so viel heisst, wie "Freie". Sie wollen mit dem Trubel in der Stadt nichts zu tun haben. Sie leben noch nach der traditionellen Art und Weise in Zelten, die mit Holzstäben gespannt sind. Auf den großen Kissen sitzt man im Schneidersitz, genießt den süßen Minztee und labt sich an dem würzigen Würstchen aus Hammelfleisch. Als Nachtisch gibt es noch frisches Obst, ehe die Reise im Porsche Macan über unbefestigte Pisten Richtung Marrakesch weiter geht, das bereits rötlich schimmernd am Horizont zu sehen ist. Die Porsche-SUVs sind in der Wüste leicht auszumachen, jeder zieht eine weithin sichtbare Staubfahne hinter sich her, ehe es auf befestigten Straßen wieder in das Getümmel aus Mopeds und alten Autos geht.

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