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Kia Stinger GT 3.3 T-GDi AWD: Fehlendes Puzzleteil

Kia peppt den Stinger auf. Während sich die äußerlichen Veränderungen auf ein paar neue Farben beschränken, tut sich bei der Fahrdynamik aufgrund des mechanischen Sperrdifferenzials einiges.

Das Design ist und bleibt ansehnlich

Das Design ist und bleibt ansehnlich

Schön anzuschauen war er schon immer, der Kia Stinger. Manche behaupten sogar, dass er das ansehnlichste Modell des koreanischen Autobauers ist. Kraft hat er in der Top-Motorisierung mit 3.3 Litern Hubraum und 269 kW / 366 PS genug. Was dem Stinger bislang fehlte, war der Schuss Extra-Agilität, die dem schnittigen Äußeren auch auf der kurvigen Landstraße Substanz verleiht. Das ändert sich jetzt: Der Stinger bekommt ein mechanisches Sperrdifferenzial an der Hinterachse spendiert. Im Zusammenspiel mit dem beim Top-Modell serienmäßigen Allradantrieb erweist sich, dieser Ingenieurskunstgriff als das fehlende Puzzleteil, das die Coupé-Limousine in die erste Dynamikliga aufsteigen lässt. Bei Bedarf leitet der Allradantrieb bis zu 100 Prozent des Drehmoments an die Hinterachse. So wird der Koreaner dank des knackigen maximalen Drehmoments von 510 Newtonmetern zur echten Heckschleuder mit Spaßfaktor und nicht zum wilden Rüpel.

Fehlendes Puzzleteil
Das Design ist und bleibt ansehnlich

Das Design ist und bleibt ansehnlich

Sobald es in die Kurve geht, ist das Heck zwar deutlich lebendiger als bisher, keilt aber aufgrund der Sperre und der Kraftverteilung nicht unvermittelt aus und bleibt beherrschbar. Auch wenn die Lenkung das Letzte Bisschen an Authentizität bei der Rückmeldung vermissen lässt, kann man mit ihr den 4,83 Meter langen Koreaner, um präzise die Ecke werfen. Schon nach kurzer Zeit wird das Vertrauen in die Abstimmung so groß, dass man mit dem Kia herrlich an der Haftungsgrenze carven kann. Das Fahrprogramm "Sport +" lässt das Heck genau im richtigen Maß von der Leine. Ganz Mutige deaktivieren das ESP und schaffen so geschmeidige Drifts. Dennoch macht sich auch bei diesem Stinger in sehr schnell genommenen engen Ecken eine leichte Untersteuerneigung und das Gewicht von gut 1.9 Tonnen bemerkbar. Da ist es beruhigend, dass die Brembo-Bremsen selbst bei längerer Belastung standfest bleiben, gut dosierbar sind und den Koreaner zuverlässig verzögern.

Der Motorenklang, der durch die Auspuffanlage entweicht, ist nach wie vor etwas zurückhaltend. Mit der Sportauspuffanlage für 2.599 Euro Aufpreis klingt das Ganze schon deutlich knackiger. Das Sprintvermögen mit 5,5 Sekunden von null auf 100 km/h und die Höchstgeschwindigkeit von 270 km/h sind aller Ehren wert. Damit wird der Stinger auf der linken Autobahnspur zur gefährlichen Hornisse. Aber der Koreaner ist nicht nur auf Angriff gebürstet: Beim Fahrmodus "Smart" hat das Spritsparen oberste Priorität. Das serienmäßige "Smart Neutral Coasting" entkoppelt wann immer es möglich ist, Motor und Getriebe, segelt im Windschatten des vorausfahrenden Fahrzeugs und soll so bis zu drei Prozent Kraftstoff einsparen. Der Verbrauch pendelt sich bei 10,5 Liter pro 100 Kilometer. Für ein Auto mit moderner Motorentechnologie ist das ein wenig hoch.

Der Preis für den aufgepeppten Kia Stinger GT 3.3 T-GDi AWD beträgt 55.900 Euro. Schon vor der Modellüberarbeitung bekam man viel Auto für sein Geld. Das Preis-Leistungs-Verhältnis hat sich auch beim aktuellen Stinger nicht verschlechtert. Die Navigation, die auf dem Acht-Zoll-Monitor wiedergegeben wird, ist genauso serienmäßig, wie die Lederausstattung und das ebenfalls serienmäßige Head-up-Display zeigt mit Hilfe der Verkehrszeichenerkennung jetzt auch Geschwindigkeitsbegrenzungen an.

Dank des serienmäßig adaptiven Fahrwerks kommt man mit dem Kia Stinger auch komfortabel voran, wobei der Koreaner selbst im" Sport +"-Modus nicht zur rückenmarksvernichtenden Brutalo-Fahrmaschine mutiert. Straff ja, aber nicht übermäßig. An Platz mangelt es nicht. Das Einsteigen in den Fond ist dank der beiden hinteren Türen bequem und der Kofferraum mit einem Volumen von 406 bis 1.114 Liter ausreichend groß.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.