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Maserati MC20 Der finale Countdown

Maserati MC20
Maserati MC20
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Der MC20 ist ein Supersportler, der die nächste Comeback-Strategie der angeschlagenen Marke Maserati einläuten soll und dabei den Startschuss für eine neue Modellpalette gibt. Angetrieben von einem spektakulären V6-Triebwerk, bietet er modernste Technik gepaart mit atemberaubendem Design.

Maserati stand schon mehrmals kurz vor dem Aus und es gab mehrere Auferstehungspläne, die allesamt in den Papierkorb geworfen wurden. Der neue Plan heißt MMXX und wird seine entscheidende Phase bis 2025 haben: bis dahin wird es unter anderem MC20-Versionen ohne Dach und mit Elektroantrieb erleben, den Mittelklasse-SUV Grecale auf Alfa-Stelvio-Plattform, neue Versionen von GranTurismo und GranCabrio mit Verbrenner und Elektroantrieb sowie Nachfolger für Quattroporte und Levante. Jedes der sieben neuen Modelle, die zwischen 2021 und 2025 auf den Markt rollen, wird eine Elektroversion bekommen. Mike Manley, CEO von Fiat Chrysler Automobiles, ist überzeugt, "2020 als das letzte Mal in die Geschichte eingehen wird, dass Maserati Verluste gemacht hat". Schon deshalb interessant, weil Maserati die einzige Luxusmarke in der bevorstehenden Stellantis-Megagruppe ist, die FCA und PSA schmieden.

Der mindestens 210.000 Euro teure MC20 sitzt auf einer neuen Plattform und debütiert mit einem Dreiliter-V6-Motor - dem ersten, den Maserati seit mehr als 20 Jahren baut, nachdem er in dieser Zeit von Ferrari geliefert wurde - mit 464 kW / 630 PS und 730 Nm Drehmoment, was bedeutet, dass er das stärkste Serientriebwerk seiner Art mit einer spezifischen Leistung der Welt ist (210 PS / Liter). Das Turboaggregat ist das erste einer neuen Motorenfamilie, die Nettuno genannt wird und verschiedene Ableger bekommen soll. Beeindruckend nicht nur die Höchstleistung, sondern ein mit 11,5 Liter auf 100 Kilometern recht geringer Normverbrauch. Diese Zahlen sind ein erstes Zeugnis davon, dass der MC20 ein leichtes Auto ist. Tatsächlich wiegt er nur 1475 Kilogramm und somit nennenswert weniger als Konkurrenten wie der Porsche 911 Turbo S, ein Ferrari Roma oder der McLaren GT, die alle mehr als 1,6 Tonnen auf die Waage bringen.

So ist der Maserati in der Lage, in 2,9 Sekunden auf 100 km/h und in weniger als 8,8 Sekunden auf 200 km/h zu sprinten, um dann eine Höchstgeschwindigkeit von über 326 km/h zu erreichen. Ein Großteil des Geheimnisses für das niedrige Gewicht liegt im Monocoque aus Kohlefaser und Verbundwerkstoffen, das mit Dallara hergestellt wurde, einem Unternehmen mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Produktion von wettbewerbsfähigen Einsitzer-Chassis. Die Aufhängung besteht aus doppelten Querlenkern vorne und hinten, die Lenkung basiert auf einem System, das die italienischen Ingenieure als "semi-virtuell" bezeichnen und die Dämpfer sind variabel; eine grundlegende Voraussetzung dafür, dass der MC20 die doppelte Aufgabe erfüllen kann, den Komfort eines Gran Turismo und die Präzision und das Handling eines Rennwagens auf der Rennstrecke zu bieten.

Da der 4,67 Meter lange Zweisitzer sehr flach ist, erleichtern die Scherentüren den Ein- und Ausstieg. Einmal hinter dem Lenkrad sitzend, gibt es ordentliche Platzverhältnisse. Das Armaturenbrett ist mit Alcantara / Leder bezogen sowie mit Sichtkohlefaser angereichert, die aus allen Poren Rennsportgene atmet. Am Lenkrad befinden sich Tasten wie Start, Launch und auch die Schalter für Tempomat und Audiosystem. Es gibt zwei 10,25-Zoll-Digitalbildschirme, einen für die Instrumentierung und den zentralen Infotainment-Bildschirm. Der Innenrückspiegel projeziert die von einer Rückfahrkamera aufgenommenen Bilder und die Schaltwippen am Lenkrad sind bei diesem Tester aus Kohlefaser, die Standardwippen sind jedoch aus Aluminium. Eine der wichtigsten Fahrschnittstellen ist der Drehregler im hochgezogenen Mitteltunnel, mit dem man zwischen den Fahrmodi Wet, GT, Sport, Corsa und ESC Off hin- und herschalten kann. Über einen Taster lässt sich für Garagenrampen die Nase des Autos anzuheben, um eine Beschädigung der Frontlippe zu vermeiden. Die Sitze sind mit wohl konturierten Seitenwangen ausgestattet und es gibt zwei kleine Gepäckfächer vorne und hinten mit 50 beziehungsweise 100 Litern Stauraum.

In den Fahrmodi Wet oder GT ist die Federung sehr nachgiebig, was den MC20 allemal langstreckentauglich macht. Aber die italienischen Ingenieure gingen noch weiter lassen den Fahrwerkskomfort auch dann zu, wenn der Rest der variablen Parameter (Lenkung, Gaspedal-Mapping, Getriebeansprache, Motorsound) im wütenden Sport- oder Corsamodus gehalten wird. Wie Federico Landini, Projektleiter des MC20 erklärt, "soll der MC20 das Skelett der Insassen vor übermäßigen Erschütterungen bewahren, deshalb sind nicht nur die verschiedenen Fahrmodi gut verteilt, sondern jeder Fahrmodus hat auch zwei Dämpfereinstellungen, eine komfortablere und eine sportlichere."

Das Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe von Tremec schaltet auf den ersten Kilometern mit dezenter Geschmeidigkeit in höhere Gänge, aber wenn ich in die Programme Sport und Corsa schalte, fühlen sich die automatischen Gangwechsel flotter an - genauso wie es sein sollte. In jedem Fall ist das Ansprechverhalten des V6-Nettuno schon bei den niedrigsten Drehzahlen beeindruckend, was auch das sehr günstige Leistungsgewicht von 2,3 kg/PS widerspiegelt. In den kurvenreichen Abschnitten der Rennstrecke spürt man, dass die Mittel-Heckmotor-Konfiguration einen großen Anteil an der exzellenten 50:50-Gesamtbalance des MC20 hat. Die Karosseriesteifigkeit ist auch bei starker Querbeschleunigung spürbar. Und wenn nicht gerade engste Kurven oder schnelle Links-Rechts-Kombinationen mit wenig gesundem Menschenverstand angegangen werden, neigt der MC20 dazu, einen nicht an seine Natur als Hinterradantrieb zu erinnern. Das selbstsperrende Hinterachsdifferenzial trägt dazu bei, dass das Auto die meiste Zeit wie auf Schienen seine Bahnen zieht. Die elektrische Lenkung bietet gute Rückmeldung und wurde so konzipiert, dass sie frei von störenden Antriebskräften ist. Die optionalen Karbon-Keramik-Bremsen fühlen sich überaus bissig an und bei 240 km/h spürt man auch ohne sperrige Flügel, dass der Maserati MC20 durch die 100 Kilogramm Abtrieb über der Karosserie stärker mit dem Boden verbunden ist.

Am Ende des Tages fällt es nicht schwer, zuzugeben, dass Maserati wieder einen Sportwagen der Spitzenklasse im Programm hat, der auch auf öffentlichen Straßen glänzen kann. Der MC20 fährt sich mehr als beeindruckend und dürfte die Aufmerksamkeit der deutschen und britischen Konkurrenten auf sich ziehen; eine Leistung, die Maserati schon lange nicht mehr vollbringen konnte. Um diese bessere Zukunft möglich zu machen, muss etwas von der Magie des MC20 in die kommende, komplett neue Modellreihe überschwappen.

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