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Mazda MX 5: Gute Laune ohne Reue

Der neue Mazda MX-5 wird von den Roadster-Fans heiß erwartet. Das Ausharren hat sich gelohnt; der neue Roadster ist eine Wucht.

Wenn Nobuhiro Yamamoto über den neuen Mazda MX-5 spricht, gerät der zurückhaltende Mann mit der rahmenlosen Brille ins Schwärmen: "Wir haben uns über viele Einzelheiten Gedanken gemacht und diese verbessert", sagt der stolze Baureihen-Leiter. Wer die Detailliebe der Japaner kennt, weiß, dass dies keine leeren Worte sind. Bei der Konstruktion der vierten Generation Roadsters, der vor 26 Jahren dem dahinsiechenden Segment der zweisitzigen Cabrios neues Leben einhauchte, ging es sogar um solche vermeintlichen Kleinigkeiten, wie den seitlichen Fahrtwind und wie dieser von den Insassen als angenehm empfunden wird. Damit dieser Luftzug den gewünschten Effekt hervorruft, platzierten die Ingenieure die Insassen einfach etwas weiter nach innen.

Mazda MX 5: Gute Laune ohne Reue
Das Gewicht beträgt 1.000 Kilogramm

Das Gewicht beträgt 1.000 Kilogramm

Der Fahrer war und ist das zentrale Element beim MX-5. Die Konstrukteure platzierten den Piloten tiefer und näher zum Schwerpunkt des Fahrzeugs, was nicht nur die Fahrdynamik positiv beeinfluss ist, sondern auch groß gewachsenen Personen die Chance gibt, mit offenen Verdeck zu fahren, ohne dass die Frisur ein Opfer des Windes wird. Beim Versenken der Stoffmütze müssen die Insassen nach wie vor selbst Hand anlegen. Da aber das Dach an Gewicht verloren hat und der Mechanismus optimiert wurde, braucht man ohnehin keine Bodybuilder-Oberarme, um das Verdeck mit einem Arm im Auto sitzend hochzuziehen. Mazda-Ingenieure konstruierten das Gestühl so, dass man den Oberkörper drehen kann, ohne dass der Seitenhalt leidet.

Das Cockpit verzichtet auf Schnickschnack. Die drei Rundinstrumente mit dem zentral angeordneten Drehzahlmesser sitzen in tiefen Röhren und die digitalen Anzeigen mit den weißen Dioden auf schwarzem Hintergrund verströmen Retro-Charme. Ganz ohne der in Japan beliebten Spielerei geht es auch im offenen Mazda nicht. Kleine farbige Dioden geben Rückmeldung über den Fahrstil: grün bedeutet sehr entspannt, blau normal und weiß blitzt bei einem ambitionierten Umgang mit dem Gaspedal auf. Allerdings schenkt man dieser überflüssigen Mini-Lichtorgel schon nach wenigen Minuten keine Aufmerksamkeit mehr, sondern freut sich über die bequemen Sitze.

Dass der Beifahrer trotz überschaubarer Dimensionen gemütlich Platz findet, wird mit dem Fehlen eines Handschuhfachs erkauft. Da es im Mitteltunnel noch weitere Ablagen gibt, ist dieser Malus verschmerzbar. Die Sitzposition des Piloten wäre aber optimaler, könnte er die Lenkradsäule in der Länge und nicht nur in der Höhe verstellen. Um die Agilität des Roadsters gegenüber dem schon sehr wendigen Vorgänger noch weiter zu steigern, wurde der 1.5-Liter-Motor 13 Millimeter tiefer und um 15 Millimeter nach hinten versetzt. Damit der Schwerpunkt auch seinen Namen verdient, bemühten sich die Japaner möglichst viele Teile aus Aluminium zu bauen. Auf den Leichtbau kam es den Männern aus Hiroshima besonders an. Der Mazda MX-5 ist rund 100 Kilogramm leichter als bisher und wiegt knapp eine Tonne.

Die Detailverliebtheit der Nippon-Ingenieure trägt weitere erfreuliche Früchte. Der neue MX-5 macht vieles besser als der Vorgänger. Die Lenkung ist leichtgängig und sehr präzise, gibt allerdings wenig Rückmeldung über den Zustand des Asphalts. Die tritt in den Hintergrund, sobald man den japanischen Klassiker um die Kurven hetzt. Der Fahrer signalisiert mit feinem Lenkeinschlag, wohin er will und der MX-5 folgt dem Befehl unterstützt vom freudig mitlenkenden Heck. Gut dosierte Gaspedalstöße versetzten das Hinterteil des 3,92 Meter langen Japaners in Bewegung ohne den Fahrer vor unlösbare Probleme zu stellen. Im Gegenteil: der Tanz mit dem MX-5 hat Suchtpotenzial. Trotz des um 1,5 Zentimeter verkürzten Radstandes reagiert der Mazda MX-5 auch bei hohen Geschwindigkeiten und schlechten Straßen nicht nervös. Das Fahrwerk steckt Unebenheiten lässig weg, ist sportlich abgestimmt und dabei so komfortabel, dass man bei Unebenheiten nicht um seine Bandscheiben fürchten muss. Diesen Spagat aus Agilität und Langstreckentauglichkeit haben die Mazda-Entwickler hervorragend gelöst.

Dass der 1.5-Liter-Motor kein schmalbrüstiger Geselle ist, hilft beim Bewegungsrausch. Das 131-PS-Aggregat beschleunigt den Zweisitzer in 8,5 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 200 km/h und der Durchschnittsverbrauch sechs Liter pro 100 Kilometer. Dieser Wert ist allerdings nur bei sehr zurückhaltender Fahrweise realistisch. Denn das Triebwerk ist eine wahre Drehorgel, denn erst bei 7.500 U/min ist Schluss. Dieses Hochdrehzahl-Konzept passt zum spaßbringenden Fahrerlebnis. Das kann man vom Motorenklang nicht behaupten, denn der ist diametral anders, zurückhaltend, eher gelassen als elektrisierend und passt nicht zum Spaß-Roadster aus Fernost. Das haben auch die Ingenieure verstanden, denn sie überlegen sich, den MX-5 für den Europastart mit einem Klappenauspuff auszustatten, der dann auch akustisch für ein breites Grinsen sorgt.

Das dürften die Mazda-Fans ohnehin auf den Lippen haben, da die Preise sich nur unwesentlich ändern werden. So bekommt man für rund 23.000 Euro einen Roadster, der jeden Meter Spaß macht. Dazu trägt auch die traditionell knackige Sechsgang-Handschaltung mit kurzen Wegen und dem grandios in der Hand liegenden Schaltknauf bei. Von einer Automatik bleiben die Fahrer hierzulande Gottseidank verschont. Wem das 1.5-Liter-Paket zu schmalbrüstig ist, greift zum Zweiliter-Motor, der wie bisher auch, rund 160 PS haben wird.

Press-Inform / pressinform
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.