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Mercedes X 350 d 4 Matic: Sahnehäubchen

Bisher war die Mercedes X-Klasse ein Nissan Navara in teutonischem Gewand. Jetzt packt Mercedes den bewährten V6-Diesel unter die Motorhaube und kombiniert ihn mit der hauseigenen Siebengangautomatik nebst permanentem Allradantrieb - mit Erfolg.

Der Mercedes X 350 d 4 Matic kommt im Juli auf den Markt

Der Mercedes X 350 d 4 Matic kommt im Juli auf den Markt

Kooperationen bei Automobilherstellern sind so eine Sache. Während sich die Betriebswirte ob der Kostenersparnis aufgrund der Gleichteile die Hände reiben, geraten die Marketingexperten oftmals ins Schwimmen. Wie soll man einen Aufpreis erklären, wenn das Auto doch technisch zu großen Teilen baugleich ist. Genau das ist das Dilemma der Mercedes X-Klasse. Denn auch im schwäbischen Pickup steckt trotz der Sternen-konformen Hülle noch die Technik vom Nissan Navara. Das fing beim Antriebsstrang mit dem Vierzylinder-Diesel an und endete beim Fahrwerk, das, wie der japanische Pritschenwagen, mit kurz aufeinanderfolgenden Querfugen nicht gut zurechtkam. "Wartet mal auf die Version mit dem Sechszylinder-Diesel", hieß es immer wieder. Jetzt ist die Top-Version da und genau diese Baustellen haben die schwäbischen Ingenieure jetzt angepackt und so die X-Klasse deutlich "mercedes-iger" gemacht.

Sahnehäubchen
Der Mercedes X 350 d 4 Matic kommt im Juli auf den Markt

Der Mercedes X 350 d 4 Matic kommt im Juli auf den Markt

Das Herz der Transformation ist der V6-Diesel mit 190 kW / 258 PS und einem maximalen Drehmoment von 550 Newtonmetern, das bei 1.400 U/min zur Gänze parat steht. Im Zusammenspiel mit der Mercedes Siebengangautomatik haucht dieses Getriebe dem Sternen-Pickup deutlich mehr Längsdynamik ein, als der müde Vierzylinder-Selbstzünder in Kombination mit der Automatik, die beim Marktstart zur Verfügung standen. Vor allem die Atempause beim Beschleunigen entfällt. Nach 7,5 Sekunden erreicht der 2.285 Kilogramm schwere Pritschenwagen Landstraßentempo und bei 205 km/h setzen die Daimler-Techniker dem Vorwärtsgalopp ein jähes Ende. "Das ist eine geeignete Höchstgeschwindigkeit für die X-Klasse", erklärt Entwickler Fränky Schumacher. Im Sport-Fahrmodus klappt das Zusammenspiel zwischen Antrieb und Schaltung am harmonischsten und die leichte Antrittsschwäche wird am besten kaschiert. Die Programme Eco und Comfort, sind für entspannte Autobahnfahrten geeignet, während Off-Road abseits befestigter Straßen die richtige Wahl ist. Auf die Frage, warum man nicht den moderneren Mercedes-Reihensechszylinder-Selbstzünder unter die Motorhaube gepackt hat, entgegnet Produktmanagerin Karolin Trageser: "Man kann nicht alle neuen Motoren gleichzeitig in alle Modellreihen bringen. Außerdem ist der V6-Diesel ein robuster Motor, der auch in Märkten mit nicht so hochwertiger Kraftstoffqualität eingesetzt werden kann. Der Vierzylinder-Diesel ist in einigen Märkten das Volumenmodell, jetzt kommt das Sahnehäubchen."

Dank des permanenten Allradantriebs, der mit einer Kraftverteilung von 40:60 (vorne / hinten) hecklastig ausgelegt ist und für eine gute Traktion sorgt, lässt sich die X-Klasse auf Asphalt und Schotter auch mal etwas flotter bewegen. Dabei helfen auch die optionale Differenzialsperre an der Hinterachse, eine variabel regelbare Längsdifferenzialsperre beziehungsweise die elektromechanische Lamellenkupplung und die Untersetzungen für das schwere Gelände. So sind Steigungen bis 45 Grad drin und auch 60 Zentimeter tiefe Schlammlöcher verlieren ihren Schrecken. Könnte man die Lenksäule längs verstellen, wäre auch die Sitzposition einen Hauch besser, aber das fällt im Alltag kaum ins Gewicht. Sehr wohl aber, dass die Sitze wenig Seitenhalt und eine etwas zu kurze Beinauflage bieten. Ein echter Gewinn ist die Tatsache, dass die Untersetzung bis zu einer Geschwindigkeit von 40 km/h aktiviert werden kann, und die Offroad-Fans dafür nicht extra stehenbleiben müssen.

Auch beim Fahrwerk ist die Verbesserung gegenüber den Vierzylindermodellen spürbar. Auch ohne adaptive Dämpfer, die es auch nicht als Option gibt, schluckt die X-Klasse 350d schnell aufeinanderfolgende Querfugen deutlich souveräner als die kleinen Brüder. Die anspruchsvolle Aufgabe aus den Federn und Dämpfern eine eierlegende Wollmilchsau, die sowohl auf asphaltierten Straßen als auch auf Schotterwegen beziehungswiese im Gelände klarkommt, haben die Ingenieure gut gelöst. Die X-Klasse eignet sich auch für längere Strecken und lässt den Fahrer auch auf Schotterstraßen nicht im Stich. Das Interieur unterscheidet sich nicht von dem der Vierzylinder X-Klasse. Die Technik des Infotainments stammt aus dem Konzernregal und entspricht dem etwas in die Jahre gekommenen Comand-System samt Drehknopf und dem tabletähnlichen Bildschirm im Armaturenbrett. Mit dieser bewährten Technik kommen auch einige Assistenzsysteme ins Auto: Das Top-Modell hat einen aktiven Spurhalteassistenten, dazu kommen noch der Helfer, wie ein Verkehrszeichenassistent und eine 360 Grad Kamera. Richtig hilfreich sind die LED-Scheinwerfer, was aber auch zeigt, dass die X-Klasse kein reiner Lastesel, sondern eben auch Lifestylefahrzeug ist. Das schlägt sich aber auch im Preis nieder: die Mercedes X 350d 4 Matic kostet mindestens 53.360 Euro.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.