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Range Rover P 400e Plug-In-Hybrid: Zu wenig des Guten

Jaguar Land Rover muss runter vom seinem gigantischen Flottenverbrauch. Neben dem elektrischen Jaguar i-Pace soll ab kommendem Frühjahr ein Plug-In-Hybride im Range Rover für niedrigere Verbräuche sorgen. Doch der Vierzylinder ist in dem Koloss schlicht zu wenig des Guten.

Range Rover P400e Plug-In-Hybrid - kostet mindestens 120.400 Euro

Range Rover P400e Plug-In-Hybrid - kostet mindestens 120.400 Euro

Diese Probleme hätten andere Autohersteller wohl nur allzu gern. Denn wer sich für einen Jaguar, Land- oder Range Rover entscheidet, der greift landauf landab ganz überwiegend zum Topmodell. Basisvarianten und schwache Motorisierungen stehen sich bei der britischen Luxusmarke traditionell die Reifen in den Verkaufsräumen platt. Bestes Beispiel ist das Topmodell Range Rover, der sich mit seinen kraftvollen V8-Motoren welt- wie europaweit der größten Nachfrage erfreut. Gut für Erträge und Deckungsbeiträge für den Jaguar Land Rover Konzern; doch durch die immer härteten gesetzlichen Vorgaben ein nennenswertes Problem für den hauseigenen Flottenverbrauch. Um Strafzahlungen zu vermeiden, die JLR dann mittelfristig an die eigenen Kunden weitergeben würde, arbeiten die Briten im Besitz des indischen Tata-Konzerns daran, klassen- und markenübergreifend moderne Triebwerke in die Modelle zu bringen, die die Verbräuche nennenswert senken.

Zu wenig des Guten
Range Rover P400e Plug-In-Hybrid - kostet mindestens 120.400 Euro

Range Rover P400e Plug-In-Hybrid - kostet mindestens 120.400 Euro

Da kommt die überfällige Modellpflege für den elitären Range Rover im kommenden Jahr gerade recht. Die fünf Meter lange Symbiose aus Geländewagen und Luxuslimousine bekommt nicht nur einen Nachschlag bei Fahrerassistenz- und Bediensystemen, sondern unter anderem auch LED-Scheinwerfer, mehr Chic im Innern und eine neue Navigationseinheit. Während die meisten Triebwerke weitgehend unverändert übernommen werden, gibt es ab kommendem Frühjahr einen neuen Plug-In-Hybriden als zusätzliche Motorvariante. Bereits Ende 2013 wurde im Range Rover ein Dieselhybrid präsentiert, der mit seiner Kombination aus Elektromodul und V6-Diesel jedoch trotz niedrigerer Realverbräuche und einem gigantischen Aufpreis von rund 20.000 Euro floppte.

Bleibt abzuwarten, ob es der Neuauflage in unseren Breiten besser ergehen wird, denn zwar gibt es nun zeitgemäße Plug-In-Technik, was heißt, der Range Rover PHEV lässt sich an der Steckdose aufladen. Doch das 85 kW / 115 PS starke Elektromodul, das unsichtbar in der Hülle der achtstufigen Getriebeautomatik seinen Dienst verrichtet, ist obligatorisch an einen nur zwei Liter großen Vierzylinder-Turbo mit 221 kW / 300 PS gekoppelt. Die Systemleistung von insgesamt 297 kW / 404 PS hört sich gerade in Relation zu den 340 PS des V8-Diesels viel an, wirkt in dem 2,5 Tonnen schweren Luxusmobil jedoch alles andere als souverän. Dabei ist das maximale Drehmoment mit 640 Nm nahezu auf Dieselniveau und wenn der Koloss erst einmal locker im Verkehr auf den amerikanischen Highways mitschwimmt, ist ihm abgesehen von dem blassen Klangbild kaum etwas vorzuwerfen. Doch 220 km/h sind zumindest nach deutschen Maßstäben in dieser Liga etwas zu wenig, während die Beschleunigung mit 0 auf Tempo 100 in 6,8 Sekunden zumindest in Ordnung geht. Rein elektrisch kann der Range Rover PHEV durch seinen 13 kWh-Akku bis zu 51 Kilometern zurücklegen, während der kombinierte Kraftstoffverbrauch im geschönten PHEV-Verfahren bei 2,8 Litern liegen soll.

Gibt es seitens des Fahrers jedoch dynamische Leistungsanforderungen, sieht es schon anders aus, denn dann kann der Range Rover P400e Plug-In-Hybrid seine überschaubaren zwei Liter Hubraum als Hauptantriebsquelle nicht überspielen. Das Automatikgetriebe müht sich mit Unterstützung des Elektromotors nach Leibeskräften, das hohe Gewicht und das Zylinderquartett in den Hintergrund zu drücken, doch man merkt nach ein paar Meilen auf den Highways rund um Los Angeles und der Innenstadt der Millionenagglomeration schnell, dass diese Antriebskombination etwas zu wenig des Guten ist. Speziell für einen derartigen Luxus-Geländewagen, der sich mit Modellen wie dem Bentley Bentayga, dem BMW X7 oder einem Cadillac Escalade verlangt der ebenso geneigt wie verwöhnte Kunde einfach mehr. Schließlich geht es in dieser Liga mehr denn je auch um Image und da sind vier Zylinder deutlich zu wenig. Das merken Modelle wie der Volvo XC90, Audi A8 oder BMW X5 Hybrid seit Jahren. BMW implantiert seinen Hybridversionen von X5 und 7er daher ab kommendem Jahr einen stärkeren und eben auch imageträchtigeren Sechszylinder, der mit dem Elektromodul in die Seile greift.

Die weiteren Details der Modellpflege haben dem Range Rover dagegen gut getan. Der Innenraum präsentiert sich nunmehr im Design und mit Funktionen des kleineren Velar, wenngleich das Bedien- und Navigationssystem der Konkurrenz von BMW oder Audi nach wie vor deutlich hinterherfährt. Der Basispreis für den gut ausgestatteten Range Rover P400e Plug-In-Hybrid Vogue liegt bei 120.400 Euro. Der edlere Autobiography kostet mit Ausstattungsdetails wie 21-Zoll-Rädern, Panoramaschiebedach, Pixel-LED-Scheinwerfern, perforiertem Semi-Anilin-Leder und klimatisierten Massagesitzen mindestens 136.100 Euro. Kauftipp bleibt daher auch weiterhin der 340 PS starke SD V8, der rund 3.000 Euro günstiger ist.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.