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Skelett-Bike Light Rider: Das Knochen-Motorrad, das aus dem Drucker kommt

Airbus baut nun auch ein Motorrad. Der Rahmen in Skelettbauweise ist eine Weltneuheit. So etwas kann nur ein 3D-Drucker hervorbringen.


Die Airbus Group stellt nicht nur Flugzeuge her, nun kann man auch ein Motorrad vorbestellen. Das Besondere an dem Bike: Es kommt aus dem Drucker und besteht aus Scalmalloy. Hinter dem komplizierten Namen versteckt sich ein Aluminium, das die Festigkeit von Titan erreicht. Light Rider heißt das Motorrad, das nur rund 35 Kilogramm auf die Waage bringt. Das E-Motorrad erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h und verfügt über eine Reichweite von bis zu 60 Kilometern.

Airbus-Technik aus dem Flugzeugbau

Auffällig ist die Skelettstruktur des Rahmens. So eine komplexe dreidimensionale Struktur ist mit herkömmlichen Methoden nicht herzustellen. Weder kann man sie zusammenschweißen, noch könnte man sie aus einem Block fräsen. "Eine derart komplex verzweigte Hohlstruktur ist mit konventionellen Herstellungsprozessen nicht realisierbar", sagte Geschäftsführer Joachim Zettler. Ein 3D-Drucker produziert sie dagegen ohne Probleme, sogar mit Hohlräumen in den Streben. Der Drucker trägt tausende Schichten auf, alle nur etwa 60 Mikrometer stark. Diese Partikel werden vom Printer in Form gebracht. Spezielle Laser schweißen die Teilchen aneinander, dann werden weitere Schichten aufgetragen und erneut verbacken. Solchen Verfahren werden auch beim Flugzeugbau angewandt. 

Das Besondere am Design: Die errechnete und gespeicherte Struktur kann leicht auf das Gewicht und die Größe eines Kunden angepasst werden. So können maßgefertigte Bikes hergestellt werden. Der Rahmen wiegt nur etwa sechs Kilogramm.

Toller Rahmen, Rest von der Stange

Aber so wegweisend der Rahmen ist, der Rest des Motorrads unterscheidet sich nicht großartig von anderen Kleinmotorrädern mit E-Antrieb. Fahrerische Höchstleistungen darf man von dem 8,6 PS starken Motorrad nicht erwarten. Die angegeben Reichweite von 60 Kilometern dürfte bei scharfer Fahrwiese mit Abbrems- und Beschleunigungsmanövern gewaltig zusammenschnurren. In der Praxis sollte man sich nicht wundern, wenn die rasante Sause nach 20 bis 30 Minuten zu Ende ist.

Airbus will 50.000 Euro

Doch auffällig ist der Light Rider allemal. Wer mag, kann sich ein Exemplar sichern. Geplant ist der Bau einer Kleinserie von 50 Stück. Sogar eine Straßenzulassung gibt es. Allerdings lässt sich Airbus die futuristische Technik teuer bezahlen: 50.000 Euro soll das Edel-Mofa kosten.  Eine Menge Geld, denn die meisten anderen Bauteile des Bikes kommen aus dem Regal des Fahrradhändlers. 2000 Euro muss man vorab für einen Platz auf der Warteliste investieren.


Kra

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