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Verkehrsrecht: Neuer Vorschlag zur Unfallbekämpfung: Sollten Handy-Sünder zur Pflichtnachschulung?

In Schleswig-Holstein ist die Zahl der der Verkehrstoten 2018 auf 122 gestiegen. Um dem entgegenzuwirken schlug Innenminister Hans-Joachim Grote nun unter anderem vor, die Sanktionen für Fahrer, die im Verkehr ihr Handy nutzen, zu erweitern.

Unfallbekämpfung: Sollten Handy-Sünder zur Nachschulung?

Zur Unfallbekämpfung sollten Handy-Sünder, wenn diese ihren Führerschein behalten wollen "ein Wochenende in einem Seminar zur Verkehrserziehung verbringen müssen"

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"Die Landespolizei Schleswig-Holstein hat im letzten Jahr 16.509 Verstöße aufgedeckt, was eine Steigerung von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Ablenkung ist nach wie vor eine zunehmende und oft unterschätzte Gefahr im Straßenverkehr", erklärte Schleswig-Holsteins Landespolizeidirektor Michael Wilksen anlässlich der Präsentation des Verkehrssicherheitsberichtes 2018.

Bereits im vergangenen Jahr hat die Landespolizei Schleswig-Holstein unter dem Motto "Runter vom Gas – Finger vom Handy" einen Schwerpunkt auf Überwachung und Aufklärung gelegt und sich an bundes- und europaweiten Kontrollen beteiligt. Das hatte jedoch die Zahl der Unfälle nicht reduziert. "Ziel ist nach wie vor die Bekämpfung von Ablenkung im Straßenverkehr, beispielsweise durch Handy, Smartphone oder Tablet. Der Abschreckungseffekt durch die deutlich verschärften Geldbußen wird mit hohem Kontrolldruck wirksam gemacht.", sagte Wilksen.

Doch auch über die Einführung neuer Sanktionen wird nachgedacht. So erklärte der schleswig-Holsteinische Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) anlässlich der Präsentation des Verkehrssicherheitsberichtes, dass über den Geldbeutel allein Fahrerinnen und Fahrern, die sich verkehrswidrig verhalten, offenbar nicht beizukommen sei, wie zuerst die "Lübecker Nachrichten" berichteten.

Pflicht-Nachschulung zur Unfallbekämpfung

Er forderte daher eine Pflicht-Nachschulung für ertappte Handy-Sünder, wenn diese ihren Führerschein behalten wollten. "Sie sollten dazu ein Wochenende in einem Seminar zur Verkehrserziehung verbringen müssen", sagte Grote auf Nachfrage den "Lübecker Nachrichten". Dies will Grote als Anregung für seine Amtskollegen aus den anderen Bundesländern verstanden wissen, wie sein Ministerium dem stern bestätigte. Eine Ausweitung des Sanktionskataloges für verkehrsrechtliche Verstöße ist rechtlich nämlich nur bundeseinheitlich möglich.

Verpflichtende Nachschulungen im Verkehrsrecht gibt es bereits für bei Vergehen ertappte Fahranfänger, Alkohol- und Drogensünder sowie Fahrer, die zu viele Punkte in Flensburg gesammelt haben. Ob allerdings eine drohende Nachschulung tatsächlich zu weniger Verkehrsunfällen führen würde, bleibt abzuwarten. Studien, die diesen Zusammenhang untersuchen, fehlen bislang.

Quellen: Eigenrecherche / "Lübecker Nachrichten" / Verkehrssicherheitsbericht 2018

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