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The World's Fastest: Zwei Hamburger Girls und ihre Leidenschaft für Männer, die auf Salzseen rasen

Jedes Jahr treten die schnellsten Fahrzeuge der Welt gegeneinander an. Zwei Hamburgerinnen mit Benzin im Blut wollen den Speed-Legenden des Salzsees von Bonneville mit ihrem Film ein Denkmal setzen.

2017 könnte es zum letzten Showdown in Bonneville kommen.

2017 könnte es zum letzten Showdown in Bonneville kommen.

Einmal im Jahr trifft sich eine spezielle Crew auf dem Bonneville-Salzsee - im US-Bundesstaat Utah rasen sie mit ihren Raketenautos mit bis zu 690 Stundenkilometern auf dem ebenen Salzspiegel. 1999 besuchte die Hamburger Fotografin Alexandra Lier zum ersten Mal eine Speedweek. Seitdem ließ sie der Rausch der Geschwindigkeit nicht mehr los. Jedes Jahr pilgerte sie zu den Rennen – zwei Fotobände brachte Lier zu dem Thema heraus.

Nun kommt der nächste Schritt der PS-verliebten Hamburgerin - gemeinsam mit der Benzin-Schwester Laia Gonzalez will sie den Dokumentarfilm "The World's Fastest" in Bonneville drehen. Gefilmt wird von Juni bis August. Eine Kickstarter-Kampagne bringt das Budget zusammen.

Die Zeit läuft ab

Denn Speed ist auch beim Drehen nötig. Die Racing-Szene des Salzsees wird schon in wenigen Jahren Geschichte sein. Schuld sind nicht irgendwelche Auflagen, diese Generation von Land Speed Racern stirbt mit ihren Helden. Sie sind inzwischen um die 80 Jahre alt geworden und schlüpfen immer noch in ihre raketengleichen Autos. Dazu kommt das der Salzsee langsam verschwindet. "1949 haben wir gedacht, dass das Salz nie ein Ende nimmt, nun stellt sich raus, nichts ist endlos", gesteht einer der Helden der Geschwindigkeit. Ein Hauch von Abschied liegt über der Szene, wenn mit Altersflecken übersäete Hände nach dem Lenkrad eines Renners greifen.

Der Geist der puren Rennen

Der Film wird die Leidenschaft dieser Männer zeigen. Ihre Maschinen werden mit der Hand, dem Herzen und viel Erfahrung gebaut. Es gibt keine Auflagen, weder im äußeren Design noch beim Antrieb. Es ist die rohe Form eines Rennens. Bonneville ist wohl der einzige Ort der Welt, auf dem man fünf Meilen lang Vollgas geben kann. Auf dem See wurden die meisten Landgeschwindigkeitsrekorde der Welt aufgestellt. Diese Szene hält den Geist des Motorsports lebendig, so wie er noch in den 60er Jahren der Formel I und LeMans ein wildes Leben einhauchte. Mit den heutigen Showkämpfen der Großkonzerne und Motoren, die von Hochleistungscomputern entworfen werden, hat das nichts gemein.

Alex und Laia suchen die letzten Überlebenden einer alten Renntradition – inspirierende Männer, die Benzin atmen und deren Hände nach Öl riechen. Ihre lebenslange Leidenschaft galt immer dem Versuch, immer noch schnellere Fahrzeuge zu bauen. In dem Film geht es um Zeiten. Das lange rennerfüllte Leben dieser Männer, die kurze Restzeit, die ihnen noch bleibt, die endlose Zeit der Vorbereitung und der kurze Moment des Rennens. Vielleicht wird es das letzte Rennen dieser Art sein. Denn nicht nur Helden geht die Lebenszeit aus, der See verliert langsam seine Salzschicht. "Es ist auch für uns in jeder Hinsicht ein Rennen gegen die Zeit. Die Salzschicht wird Jahr für Jahr dünner, auch deshalb muss diese Geschichte dieses Jahr produziert werden, bevor es zu spät ist“, so die Regisseurin Alexandra Lier.

"Helft uns!" Gibt auch ein Bier

Weil sie selbst Teil der Speed-Szene können die Frauen in die Garagen der alten Recken schauen. Auch die wollen diesen Film unbedingt entstehen lassen wollen. Beim Kickstarten ist man schon mit fünf Euro dabei und hochwillkommen. Natürlich wurden für die Fans attraktive Unterstützer-Pakete geschnürt. Wer tiefer in die Tasche greift, kann gemeinsam mit Speed-Legende Jack Costella an einer Rakete schrauben. Jack Costellas Botschaft: "Wenn euch das gefällt, helft uns. Gebt uns ein paar Dollar. Kommt rüber. Ich zeig euch, wie diese Dinger gebaut werden."

Außerdem: Allen Frauen unter 70 verspricht Jack "free tacos" und ein Bier ist wohl auch noch drin. Der Film wird mit einem überschaubaren Budget verwirklicht. "Wir produzieren mit einem ganz kleinen Team", sagt Alexandra Lier. "Wir sparen. Gehen nicht ins Hotel. Bei manchen Protagonisten dürfen wir zu Hause wohnen."  Von 58.000 Euro gehen 10 Prozent an Kickstarter. "Der Rest muss versteuert werden, also nochmal minus 19 Prozent." Und natürlich: "Wir beide zahlen uns nichts aus. Alles für die Sache! 

+++ Das Projekt kann man auf "The World's Fastest" unterstützen. Ab fünf Euro ist man dabei, Alex und Laia nehmen aber auch größere Beträge an. +++



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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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