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PORSCHE CAYENNE: Pfeffer fürs Gelände

Geht es nach dem Gewürz-Lexikon, dann wird der Cayenne aus fein gemahlenen Chillieschoten gewonnen.

Geht es nach dem Gewürz-Lexikon, dann wird der Cayenne aus fein gemahlenen Chillieschoten gewonnen. Es ist jedoch nicht damit zu rechnen, dass Porsche auf diese umweltfreundliche Produktionsvariante für das hauseigene Sport-Utility-Vehicle (SUV) zurückgreift. Dennoch, der Cayenne verspricht, dank »scharfer« Zutaten, zum echten Leibgericht für Pisten-Cowboys zu werden.

Edel sei der Porsche

Erstmals präsentiert Porsche den Cayenne in Paris der Öffentlichkeit. Neben der gemeinsam mit Volkswagen entwickelten Plattform wird sich der Porsche vor allem durch hochwertigste Ausstattungsmerkmale und die Motoren von seinem Wolfsburger Klon unterscheiden.

Maximal 450 PS

Zwei Versionen des Cayenne wird Porsche an den Start bringen. Einstiegsgewürz ist dabei der Cayenne S, der im Vergleich zu seinem Zwillingsbruder Cayenne Turbo allerdings kaum für echte Schärfe sorgen wird. Im »S« schlägt ein 340 PS starkes V8-Herz, das den 2.245 Kilo schweren Geländesportler auf maximal 242 Stundenkilometer treibt. Für Teilzeit-Geländewagen waren solche Geschwindigkeitsregionen bisher fast tabu - bei Porsche sind sie aber nur der Anfang. Die Turbo-Version bringt es unter Zuhilfenahme von zwei Abgasturboladern gar auf 450 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von 266 km/h.

Keine Chance für die Konkurrenz

Zum Vergleich, die AMG-Version der Mercedes M-Klasse, der ML55, bringt es gerade einmal auf 235 Stundenkilometer. Unwesentlich schneller ist die Spitzenmotorisierung des BMW X5. Der 4,6is rennt maximal 240 Sachen.

Fieser Crash beim Driften

Sportliche Überlegenheit

Es ist unstrittig, dass jeder noch so verbissene Sportwagen-Pilot panisch die linke Spur räumen wird, sobald das Porsche-Geschoss im Kleintransporter-Format im Rückspiegel auftaucht. Um eine derart sportliche Überlegenheit auf die Straße zu bringen, haben die Porsche-Entwickler tief in die Technik-Kiste gegriffen. Eigens für den Cayenne wurde ein gänzlich neues System zur Kontrolle der Fahrstabilität entwickelt. Es hört auf den schicken Namen PTM (Porsche Traction Management) und schickt im Normalfall 62 Prozent der enormen Antriebkraft an die Hinterräder. Die vorderen Walzen müssen sich mit dem Rest begnügen.

Anhänger? Kein Problem

Verliert jedoch eines oder gleich mehrere Räder die nötige Traktion, verlagert das PTM über eine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung den Vortrieb auf die Vorder- bzw. Hinterachse. Da das »Bodenhaftungs-Wunder« auch Daten wie Geschwindigkeit, Querbeschleunigung und Lenkwinkel mit in seine Berechnungen mit einbezieht, dürften auch große Anhängelasten kein Problem sein. Laut Porsche kommt der Cayenne locker mit einer Anhängelast von bis zu 3.500 Kilo zurecht.

Mit »Low-Range« ins Gelände

Wer nach dem Geschwindigkeitsrausch mal eben beim örtlichen Förster vorbeischauen will, macht den Cayenne per Knopfdruck geländefein. »Low-Range« heißt der Modus, in dem der PS-Protz die Geländeuntersetzung aktiviert und das ganze Fahrzeug um 2,6 Zentimeter anhebt. Ein weiterer Knopfdruck sperrt das zentrale Längsdifferenzial und macht den Weg auch für anspruchsvollere Geländefahrten frei. Ordert man den Cayenne Turbo, kommt man von vorneherein in den Genuss einer höhenverstellbaren Luftfederung mit Niveauregulierung.

Ein Schnäppchen ist der scharfe Stuttgarter natürlich keinesfalls. Bevor ein Cayenne S in Leipzig vom Band rollt, wird man dafür an Porsche mindestens 80.000 Euro überweisen müssen. Für schlappe 30.000 Euro Aufpreis kann man sich dann einen Cayenne Turbo in die Garage stellen. So sie denn groß genug ist: das schärfste Porsche-Gewürz ist immerhin 4.786 Millimeter lang.

Jochen Knecht

Wissenscommunity